Lebenskapitel schliessen

Das Einfachste auf der Welt ist manchmal schwer zu begreifen. Noch schwerer zu begreifen ist, dass das Einfachste auf der Welt auch für dich gelten soll. Dass es auch deine Realität ist.

Es fällt schwer Lebenskapitel abzuschließen. Früher hätte ich an dieser Stelle lauthals dagegen gewettert. Aber früher ging es auch ausschließlich um Lebenskapitel, die ich selbst abschloss. Da war es ohne weiteres möglich, manchmal noch hinter die abgeschlossenen Türen zu lurken.

Jetzt sieht das anders aus. Das Leben schließt nun seine Kapitel eigenständig zu und ich sehe verwundert hin.
Da ist kein Durchkommen mehr. Nicht mal mehr ein Durchkommen wollen.

Am Meistens verblüfft mich, dass sich die Sehnsucht erschöpft.
Zwei Vokabeln von denen ich mir nie vorstellen konnte, dass sie irgendwie zusammen anwendbar sind.

Die Sehnsucht war per se immer unerschöpflich. Es schien Teil ihrer Natur zu sein, dass sie wie eine Quelle war. Nicht gerade sprudelnd, aber immer weiter durchdringend.

Es ist schwer zu begreifen, dass das jetzt anders ist.

Comments (2)

ClaudiaBerlinMai 15th, 2018 at 14:32

Ich vermisse die Sehnsucht nicht! Ganz im Gegenteil bin ich froh, lange schon keinen Graben zwischen dem, was ich tue / erlebe und dem, was ich mir wünsche zu spüren.
(Bezieht sich nur auf Persönliches, Politisch wünsch ich nach wie vor jede Menge Veränderung… aber das ist etwas anderes und es „zieht“ bzw. „drückt“ auch nicht so).

Abends zum Einschlafen langweilen mich die eigenen Gedanken manchmal, so dass ich mir sage: Jetzt fantasiere doch mal was Tolles! Aber…. nix! Es fällt mir nichts ein…

SammelmappeMai 15th, 2018 at 15:28

Ja, politisch gibt es viele Sehnsüchte und Wünsche.
Unverändert dringlich.

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