es wird mit dem Krieg zu Ende sein

Es könnte alles so schön sein, wenn nicht dieser Wahnsinn des Krieges wäre.

Sage nicht es hat schon immer Kriege gegeben, damit überzeugst du mich nicht. Kriege wohl. Aber nicht den Krieg. Aber einmal wird ein neues Ideal entstehen, und es wird mit dem Krieg zu Ende sein.

Käthe Kollwitz

 

Ein Abreißkalender für das Jahr 1990 dem die Wende dazwischen gekommen ist.
Auf Twitter.Nur lesbar mit Demut im Herzen.

Tage ohne Hunger

Delphine de Vigan – Tage ohne Hunger

Ein Buch über die Abgründe der Magersucht. Intensiv geschrieben mit einem Hauch von Schwärmerei und ohne Ekelszenarien.

Über Magersucht oder andere Essstörungen zu schreiben ist immer schwierig. Gilt wahrscheinlich für andere psychische Krankheiten noch mehr, aber wer achtet schon darauf?

Hier wird die Krankheit literarisch verarbeitet. Sehr individuell und ganz sicher nicht als Schablone zur Nachahmung vorgesehen.

Freundschaft zelebrieren

Gedanklich bin ich immer noch bei der Neapolitanischen Saga und sehr damit beschäftigt zu ergründen, was das für ein Erreger ist, der das Ferrante-Fieber auslöst.
Vielleicht geht es um das Zelebrieren der Freundschaft.
Die Freundschaft wird ausgelotet nach allen Seiten. Sie nimmt sich Raum und dreht den beiden auch ihre dunkle Seite zu.
Sie ist wie ein Netz, aus dem sie sich nicht entwinden können.

Lenù versucht ja manchmal als Erzählerin der Geschichte Lila übernatürliche Kräfte zuzuschreiben. Die gelten wohl der Freundschaft an sich.

Es ist so ein Fest, diese Bücher zu lesen.

Täglich

Das Murmeltier ist es leid. Es mag nicht mehr grüßen.
Vor allem und schon gar nicht täglich.

Das Murmeltier hat es satt. Von unten bis oben. Nie, nie, nie wäre eine Begrüßung die Option.

Das Murmeltier schlummert nur leicht. Auch in dieser Hinsicht ist sein Versprechen trügerisch.

Ärger im Büro

Warum geht die Geschichte der beiden Freundinnen so unter die Haut?

Es ist selten, dass eine Frauenfreundschaft so vielfältig, spannend und intensiv im Mittelpunkt eines literarischen Projektes steckt, wie in der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante.

In den insgesamt 2000 Seiten prasselt alles auf die Leserin ein, was in einem Leben denkbar ist. Das Lesen fühlt sich deshalb fast so an, als wird man mitgeschleift. Noch bin ich am Verarbeiten der einen Episode in der es um familiäre Gewalt geht, aber schon stecke ich in einer Szene die die trostlose Infrastruktur beschreibt, dann folgt eine Szene voller Selbstbehauptung, eine Dramaturgie wie ein Theaterstück, wie ein Filmauszug. Manchmal fühle ich mich als Leserin veräppelt und an der Nase herumgeführt, manchmal möchte ich die Haupfiguren schütteln und ihnen den Kopf zurechtrücken. Sie in eine Bahn stupsen.
Dass ich nicht genervt bin und von der Geschichte erdrückt werde, liegt ausschliesslich daran, dass die gespannte Freundschaft zwischen Lila und Elena so einen Bann ausübt. Was ist das für eine Kraft, die die beiden immer wieder um einander kreisen lässt. Sie hat viele Seiten und nicht wenige davon sind düster. Eine Kraft, die aus dem Dunkeln kommt und ins Licht will. Oder manchmal auch umgekehrt. Das ist nicht immer ganz klar.

Diese Saga wird mich noch lange beschäftigen.

Alltag

Alltag, das ist das was müde macht. Das was in die Knochen fährt. Ins Gemüt und auf die Seele.

Alltag, ist manchmal auch das, was sich vertraut anfühlt. Sicherheit gibt. Einen Rahmen und Stabilität.

Deshalb ist Alltag auch ein Privileg.

Tanzende Göttinnen

Hier gibt es tanzende Göttinnen.

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Meine Begeisterung für die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante habe ich hier schon kundgetan. Im ersten Band wird der Rahmen gesteckt oder der Boden bereitet und die Figuren in ihre ärmlichen, gewalttätigen, lebendigen und brodelnden Umgebung entlassen. Damit beginnt ein Sog, der zu Beginn uberwältigt in seinem Sprachfluss. Zunächst mutet das sehr ausufernd an. Aber dann dreht und wendet sich die Geschichte wie das wahre Leben. Die beiden Hauptfiguren Lila und Lenú Spiegel sich gegenseitig, kämpfen um ihre Identität, ihre Bildung, ihre moralischen Vorstellungen, ihre Sexualität, ihrem Verhältnis zu ihrer Familie und ihren Freunden.
Nachdem der dritte Band mich so dermaßen von den Socken gerissen hatte, konnte ich es nicht mehr abwarten und habe mich über die englischsprachige Ausgabe des vierten Bands hergemacht.

Jetzt bleiben mir noch die letzten 100 Seiten und die Qual der Wahl: langsam lesen, damit ich noch lange daran habe? Schnell lesen, weil es noch immer so spannend ist?

Dein Ziel

„Dein Ziel wird dich finden.“
Veronica Carstens

Beneidenswert, diese Gewissheit, die Menschen in sich tragen können, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll.