Kleine Schritte
Das Eis trägt nicht die Eiligen.
Es trägt die, die horchen.
Der Tag ging mir entgegen
mit blanken Stellen.
Der Weg ein Spiegel,
der mich prüfte.
Ich setzte den Fuß
wie eine Frage.
Kein Sprung heute.
Nur das leise Verhandeln
mit dem Boden.
Ein Vor, ein Zögern,
ein Atem, der bleibt.
So lernt man gehen,
wenn der Winter spricht.
Die Kälte legt ihre Hand
auf alles Bewegliche,
doch darunter
arbeitet ein heimliches Grün.
Es schiebt,
es hebt,
es glaubt an das Weiter.
Vielleicht ist Vertrauen
kein Aufbruch in die Ferne,
sondern das Einverständnis
mit dem nächsten Schritt.
Nicht das Fliegen.
Das Gehen
auf unsicheren Flächen.
Und irgendwo im Eis
ein feiner Riss –
genug für Licht.

