Journal23012019

Morgens erschreckt aufgewacht aus einem dieser Träume, die sich aufdringlich in den Vordergrund drängen.

Plötzlich ist da eine Baustelle, von der ich nichts ahnte und die ich nicht brauchen kann. Aber was spielt das schon für eine Rolle?

Draußen ist es eiskalt und ich liebe es! Weil die Wärme immer in Laufweite ist. Nie vergesse ich die kalten Tage, die mir mein Gemüt erfrieren liesen. Zu viele kalte Tage. In der Erinnerung auf ewig eingefroren.

Abgelegt gleich neben den mageren Zeiten ins Schmuckkästchen.

Journal21012019

 

 

Armut ist eine Frau.
Und Armut tötet.

Die Skandale, die nicht skandalisiert werden, entscheiden über unsere Zukunft.

Blutmond

Heute morgen mit dem Blutmond an meiner Seite Richtung Büro gefahren. Mal war er uns ein Stück voraus, mal kam er wieder hinterher.
Leuchtend hell zum Schluss, trat er ganz langsam aus dem dunklen Schatten heraus.

Was für eine Pracht!
Und was für ein Glück, ihm bei seiner Verwandlung zuzusehen.

Journal20012019

Sonntagnachmittag ist das Kuscheltier unter den Wochentagshalbzeiten.

Besonders zu empfehlen nach einem eiskalten Spaziergang am Morgen.

Denn 10.000 Schritte sollst du tun, damit deine APP dich glücklich macht.

Journal19012019

Die süße Freiheit, das eigene Leben immer wieder neu strukturieren zu können. Es anpassen an Lebens- und Arbeitszeit. An Gelüste und Gemengelagen.

Was für ein Glück! Was für eine Freude!

Mir läuft die Zeit davon. Sie nimmt immer mehr Fahrt auf. Wird kostbar und kostbarer.

Trotzdem gibt es manche Dinge, die ich im Leben nicht lernen kann. Nach so vielen Lebensjahren habe ich sie immer noch nicht gelernt.

Ich gebe nicht auf. Hab Vertrauen in mich.

Journal18012019

Kleine Schritte, große Gefühle.
Immer am Rand entlang.
Mit Vorsicht
ganz ohne Genuss.

Journal17012019

Der Krug geht so lange zum Brunnen
bis er tanzt

aus der Reihe tanzt

und du das Wasser rauschen hörst.

Dieser Tag kann sich nicht entscheiden. Macht auf Frühling, Herbst und Wolkenbruch.
Mir ist es gleich. Hab mein Leben in die Tasche gepackt und lausche.

Ausstieg in Fahrtrichtung links.

Da schlägt mein Herz.

Aufgefressen

langweilige Bürokratie
frisst Menschenleben

Dasein
und Zuversicht

Umbruchzeiten

Die Welt dreht sich weiter, das beruhigt die Gemüter und täuscht über vieles hinweg.
Ach, Krieg gab es schon immer. Auch Armut und Ungerechtigkeit. Früher war auch nicht alles besser und ganz wichtig: das ist doch kein Weltuntergang.

Ich kann das nicht so sehen.
Denn erstens ist die Welt in der Vergangenheit schon öfter untergegangen. Unwiderbringlich für Millionen und Abermillionen Menschenleben – und zweitens
wird sie dieses Mal mit Karacho scheitern.

Die Klimakatastrophe ist schon auf der Zielgerade. Nimmt immer mehr Fahrt auf. Aber wenn wir Pech haben, dann bekommen wir noch ein Häppchen Faschismus ab.
Soviel Zeit bleibt uns noch.

Die Sterne stehen günstig am Katastrophenhimmel.

Herzschlag

noch zögere ich
mit dem Liebesgedicht
aber irgendwann
nehme ich mein Herz
an die Hand
und überreiche es dir

denn ohne dich
schlägt es nicht

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