Mich zu Wort melden ist keine Selbstverständlichkeit für mich. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum es diese Sammelmappe gibt. Weil sie zaghaft beschrieben werden kann. Weil sie immer wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden kann. Weil ich in ihr zarte Spuren hinterlassen darf. Weil ich immer wieder zu ihr zurückkommen vermag. Weil hier auch die leisen Töne zählen.
In all den Jahren saß ich so oft vor ihr und hab mit mir selbst gerungen. Hab gemerkt, wie wichtig mir die Worte sind und wie groß die Sprachlosigkeit. Da gab es Hindernisse, die sich in meinem Herzen auftürmten. Groß und schwer. Hoch und bedrohlich. Manchmal dauerte es tagelang bis ich den nötigen Anlauf fand, sie weiter zu beschreiben.
Ich bin noch hier. Zaghaft und in meinem Kummer gehüllt. Drücke behutsam mein Sorgenkästchen. Bin hier und melde mich zu Wort.
Bin noch schnell einen Umweg gelaufen, um den blühenden Frühling zu dokumentieren, damit er nicht ganz ohne mich stattfindet. Ansonsten stecke ich fest in meinem Sorgenkarussell Pflegeorganisation.
Die Gedanken kreisen, die Sorgen kreisen, das Leben kreist, die Seele auch.
In einer Welt voller Krisen trage ich mein kleines Sorgenpäckchen mit mir herum.
Wie es den Menschen im Iran geht und was der Iran für ein Land ist, dazu gibt es bei den Krautreportern einen Artikel in dem viele Fragen dazu beantwortet werden. Hier mein Geschenklink dazu für euch.
Heute ist Pi-Day. Meine gestrige Telefonliste schlägt alle Rekorde. Die heutigen Telefonate dienen der Vergewisserung, dass es trotzdem irgendwie weitergeht. Sich durch den Nebel arbeiten. Das bedeutet die Organisation von Pflege auch. Sich durch die wilden Nebelschwaden schlagen. Sich zwischendurch vergewissen, dass es richtig ist. Sich gegenseitig Mut zusprechen. Niemand weiß wie das geht, was wir gerade organisieren. Pflege kommt in so vielen Varianten daher. Jede anders. Immer gibt es was zum knabbern und zum Verarbeiten. Alles wird anders als gedacht.
Ich brauche jetzt Ruhe. Tiefe, tiefe Ruhe. Bin seltsam empfindlich.
Morgen geht es weiter. Wann wir über dem Berg sind, wissen wir nicht.
Hoffnung nicht verlieren. Nie die Hoffnung verlieren.
Das Sorgenpäckchen Pflege fliegt mir heute um die Ohren. Freitag, der Dreizehnte. Ausgerechnet an diesem Tag scheint die Welt sich gegen mich zu verschwören. Denkzettel werden verteilt, Erpressung liegt in der Luft, und Vorschriften werfen Schatten.
Ruhig bleiben ist schwer, wenn alles um mich vibriert. Diese Nöte sind nicht allein meine; sie teilen sich mit vielen, die in Unsicherheit leben. Auf wie viele Arten kann man allein gelassen werden?
Um abzuschalten, wage ich den Schritt in die Bürokratie. Doch wo ich beginne, wartet ein neuer Antrag, der mein Geduldsspiel verlängert. Beharrlichkeit ist mein geheimer Name, und in diesen Tagen kommt sie mir oft zugute.
Der Weg ist ein ständiger Kampf, doch tief in mir bleibt die Hoffnung, dass Licht durch die Dunkelheit bricht. Vielleicht ist es genau diese Hoffnung, die uns antreibt, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen. In der Stille der Nacht finde ich einen Moment des Friedens, der mich stärkt, um erneut der Welle der Sorgen zu begegnen.
Den Urlaubstag beginnen und das Sorgenpäckchen umzupacken. Allzeit bereit. Die Dinge fügen sich, eins in andere. Besser als zu Beginn des Tages gedacht. Pflege organisieren im laufenden Betrieb. Im Flow bleiben und den Optimismus nicht verlieren. Belohnt werden durch die Erleichterung, die durchs Telefon hörbar ist. Das eigene Zuhause bringt Sicherheit und Stabilität.
Am Meer sein und die Sehnsucht spüren. Das Alte und das Neue schätzen. Staunend vor der Vergangenheit stehen. Auf die Zukunft vertrauen. Die Sorgen ausschütteln und weitergehen. Mich in alte Mauern verlieben, in die Sonne, das Meer und die Blumen. Leben und getröstet werden.
Immer noch auf Reisen. Die Sorgen als Bündel verschnürt und das Licht fällt ganz anders als zuhause. Der Wind ist fremd, so wie ich in dieser Stadt.
Wir gehen ins Puppentheater und ich bin überwältigt vom Spiel. Da verwandeln Menschen mit Liebe zum Detail die Puppen in ein Spektakel. Nichts ist dem Zufall überlassen. Gearbeitet wird mit allem, was die Theaterwelt bietet. Akustik und Licht. Bühnenbild und Dynamik. Eine spannende Story und Puppen mit Eigenleben. Was für eine Freude es ist zu wissen, dass es Menschen gibt, die so für ihre Berufung leben.
Für ein paar Tage bin ich hinter die sieben Berge, über das Meer in eine andere Welt gereist. Hab mein Bündel Sorgen gepackt und mitgenommen. Sie gut verwahrt. Hege und pflege sie tapfer und stapfe durch eine wunderschöne Welt. Komme aus dem Staunen nicht mehr heraus und genieße was ich sehe, höre, schmecke, fühle.
Ein paar Tage nur. Ein paar Tage. Eine gute Zeit. Ich sammle Erinnerungen. Und Lebensgefühle. In einer zerbrechlichen Welt wir vieles kostbarer. Leben wir dringlicher. Lieben verbindlicher.
Für ein paar Tage bin ich eine Reisende. Atme Meer ein. Schlendere durch meinen eigenen Traum.
Trage meine neue Mütze mit Würde, Charme und Gelassenheit.