Journal07032021

Mein dienstlicher Terminkalender explodiert. Kein Wunder, dass die To-Do-List immer länger wird und sich nicht mehr abarbeiten lässt. Drei Krisenherde sind auf Dauer einfach zu viel. Oder müssten anders organisiert, anders strukturiert werden.

Aber heute ist erst einmal Sonntag und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Und auf die private To-Do-Liste. Die gibt es ja auch noch.

Rein zu Dokumentationszwecken notiere ich:

In Deutschland gibt es nun mehr als 2,5 Millionen Infektionen mit dem SARS-Cov2 Virus. In insgesamt 192 Ländern gibt es aktuell mehr als 2,5 nachgewiesene Todesfälle durch das Virus.

Die Quote der Erstimpfungen kratzt an der 6%-Marke. Die Impfreihenfolge wird aufgehoben und das Nachsehen haben die Hochbetagten in häuslicher Umgebung, die nicht fähig sind ins Impfzentrum gebracht zu werden.

Beim Aldi gibt es Selbsttest zu kaufen, die innerhalb von Minuten ausverkauft sind. 5 Stück in einer Packung für ca. 25 Euro.

Tests ohne Strategie sind in Bezug auf die Pandemiebekämpfung wertlos, Materialverschwendung und im schlimmsten Fall sorgen sie für viele zusätzliche Kontakte. Für die persönliche Situation können sie eventuell hilfreich sein.

Journal03032021

Homeoffice beginnt mit einem rosa Drama-Morgenhimmel und viel Vogelgezwitscher durch die geschlossenen Fenster. Aktive Familienplanung bei den Vögelchen.

Tee, Müsli mit Orangen und Zimt. Ich mache es mir gemütlich und vermisse Konzentration. Nebenbei sammle ich die Münzen von meiner Insel ein und überlege, was ich mir im Spiel als nächstes kaufe.

Meine ToDo-Liste wird täglich länger. Beide, um genau zu sein. Die dienstliche und die private Aufgabenliste wachsen und der Blick auf den Terminkalender in der nächsten Woche lässt mich leicht erschaudern.

Richtig voran mit der Arbeit komme ich heute nicht. Die wichtigste Unterlage, die ich für meine Ausarbeitungen brauche liegt auf meinem Schreibtisch im Büro. Mein Unterbewusstsein bremst mich aus und möchte, dass ich Pause mache.

5,3 % der Bevölkerung in Deutschland sind aktuell erstgeimpft. KatWarn meldet sich mit Impfterminen in Hessen für 18 – 64-jährige der Priorisierungsgruppe 2.

Journal02032021

Das ruhige Gefühl der letzten Tage hält weiter an. Selbst beim Lesen der Twitter-Timeline. So mancher möchte ich virtuell beruhigend über das Haar streichen. Nicht so laut. Dann wird alles doch noch gut.

In der Arbeit zieht langsam Präsenzdruck ein. Noch wehre ich ihn für das Team ab, aber wer weiß, wie lange das möglich ist.

Zum Feierabend laufe ich bei der Stadtbücherei vorbei. Vorgestellte Bücher abholen. In so mancher Hinsicht klappt Service perfekt während dieser Pandemie.

Beim Blick auf den leeren Busbahnhof fragte ich mich heute Morgen, wie es sich wohl anfühlen wird, wenn die Gesellschaft wieder Fahrt aufnimmt.

Zu viel und zu laut, würde ich mal tippen.

Journal01032021

Nach den Aufregern der letzten Wochen und Monaten zieht nun eine Gleichgültigkeit in meine Seele ein. Gebannt und ruhig beobachte ich den Anlauf der dritten Welle.

Das Auge des Orkans.

Es fühlt sich ruhig und kuschelig an.

Journal27022021

Die Luft ist kalt und klar. Der Himmel blau und die Vögel hinterlassen ihre Scheiße auf meinem Balkon.

Kann es im Februar schöner sein?

Bezüglich der Pandemie begnüge ich mich damit, die Impfstatistiken per Telepathie nach oben zu treiben. Vielleicht hilft es ja.

Als Abendunterhaltungsprogramm sind immer noch genügend koreanische Krimiserie mit Untertiteln im Streaming-Programm.

Es wird schon werden.

Irgendwie.

Journal26022021

Ein Stück vom Glück nehme ich mir und lege es gleich neben mein Sorgenherz. Darüber streue ich Emotionenstreusel und würze mit einer handvoll Sehnsuchtsprise. Das Ganze lasse ich für kurze Zeit in der Wärme brüten.

Zum Servieren empfiehlt sich ein Schuss Zärtlichkeit.

Journal23022021

Abstand halten und nachdenken. Ernsthaft. Gewissenhaft. Seriös. Das ist meine Devise. Bis die Stimmung kippt. Die Sonne rauskommt, mir die Bäume zuzwinkern. Die Vögel um die Wette zetern.

Was darf es sein? Ein Prise Leichtigkeit. Für mich und die Welt. Exklusiv zum Weitermachen. Aber vielleicht ist es dann doch ein Traum?

Journal22022021

Jetzt nimmt sie also Anlauf, die dritte Welle. Und ja, sie werden alle Fehler genauso wieder machen.

Der Modus ist von fahrlässig auf vorsätzlich gestellt. Jetzt tun wir gar nicht mal mehr so, als würden uns die Toten interessieren. Ein bisschen Schwund ist doch immer. Das wird eine bald auch laut sagen können.

Journal19022021

Irgendwas ist zerbrochen.

Ich richte mich wieder auf, irritiert und bekümmert.

Dringlich

die Hoffnung am

Schlafittchen packen

und ihr nachdrücklich

einbleuen:

Verlass mich nicht!

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