Journal10042019

In einem anderen Leben war dieser Tag mal mein Hochzeitstag. Eine Erinnerung, die sich auch nach drei Jahrzehnten in einer anderen Beziehung nicht mehr auslöschen lässt.
Eingebrannt in meine Lebensbiografie.
Aber ich lernte daraus:
Mach die Götter nicht eifersüchtig auf dein Glück.

Bewahre es im Verborgenen und hüte deinen Schatz.

Hab so viele Menschen ihr Glück verspielen sehen.
Weil sie nicht wissen:
Das Glück schleicht sich wortlos an.
Es glitzert nicht.

Manchmal versteckt es sich auch zwischen den Ritzen.

Sei achtsam. Sonst fürchtet es sich.

Journal06042019

Frühling am Bornheimer Hang

Es ist Frühling am Bornheimer Hang. Wir gehen die gewohnten Wege im Wissen, dass das ein ganz besonderer Frühling ist.

Klagenfurt ist mir dafür durch ein perfides Zeitfenster gerasselt. Ungewollt und unwiederbringlich, obwohl sich das Zeitfenster vor kurzem ganz spöttisch neu vor mir geöffnet hat. Hilft leider nichts. Die Hotelzimmer sind ausgebucht. Das Kontingent ausgeschöpft.

Mir wird dieses Jahr eine Phantasiereise genügen müssen.

Journal05042019

Wie ein träger, breiter Fluss floss mein Leben dahin. Ein paar Jahre lang dem Abendrot entgegen. Jetzt stellt sich heraus, dass er mit ein paar Stromschnellen überrascht. Ohne Übung geht es jetzt kopfvor voran.
Es sind gleichzeitig schwere und verhalten freudige Tage. Das Leben bietet nicht nur ein Gericht.

Es ist sinnlos eins davon auslassen zu wollen. An dieser Gastgeberin kommt niemand vorbei.

Journal04042019

Auf der Suche nach Worten ins Schweigen geraten.
Für immer verbannt ins Land der Sprachlosigkeit.

Journal02042019

Diese Traurigkeit kennt keinen Anfang und kein Ende. Sie durchdringt jede Zelle meines Körpers und mein Seelengewebe. Damit hatte ich nie gerechnet. Ich seltsame Menschenberechnerin.

Frühling 2019

Verschnieft und verschnupft. Soweit wie immer. Dass mir wieder eine Stunde geklaut wird, verärgert mich. Auch das wie immer.

Der Anblick der Natur weitet die Herzen. Jeden Tag mehr Blüten, noch mehr Pracht und Farben. Jeden Tag ein Knospenspaziergang quer durch den Park.

Dennoch ist es dieses Mal ein anderer Frühling. Ein Frühjahr des Abschiednehmens. So hart und so kalt. Mein Mimosenseelchen möchte lauthals zum Himmel schreien, die Welt niederbrüllen und den Schmerz ins Blütenmeer spucken. Die Trauer erbrechen.

Wenn sie nur wüßte: wie.

Die Mathematik der Liebe

Von der Berechenbarkeit eines großen Gefühls

Hannah Fry

Journal26032019

Alle vier Wochen geht die Welt unter und zwei Tage später erwacht sie sanft zu neuem Leben, um letztendlich wieder ein Schritt näher am Abgrund zu stehen.
Dort steht sie nach jedem Untergang und täuscht Beständigkeit vor.

Das Licht am Horizont ist vielleicht schon der Blitz des Weltenendes, gefolgt vom dumpfen Donnergrollen des Endzeitalters.

Wir wissen, dass die Menschheit gierig aus dem Vollem schöpft. Die Krone der Schöpfung. Zur ökologischen Dummheit verdammt.

Journal25032019

Der Morgen haut eine weitere Kerbe in mein ohnehin angeschlagenes Gemüt. Die Last des Lebens wiegt schwer auf den Schultern.
Mir ist es ein Rätsel, warum so viele Menschen psychische Gewichtheberinnen sind. Dieses Gen fehlt mir eindeutig.

Leid verursacht Mitleiden in mir. Durch und durch. In jeder Zelle.

Das Recht auf Reisen und der Kulturschock

Wortmachtklang – Selim Özdogan – macht sich in seinem Podcast-Beitrag ähnliche Gedanken zu seiner Reise nach Sri Lanka wie ich über meine Kuba-Reise.

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