Fremde Teufel

Bei Che lese ich von Freunden, die durch China reisten und dort von den Kindern “fremde Teufel” gerufen wurden. Er meint, dass in anderen Ländern, die Menschen mehr ehrliches Interesse an den Fremden hätten.

Wer sagt denn, dass man an fremden Teufel kein ehrliches Interesse hat?

Ich habe die chinesischen Menschen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land als sehr interessiert kennengelernt. Treffender ausgedrückt: Neugierig. Sie mussten alles erfahren und das, was sie erfahren haben, sofort untereinander besprechen. Auch wenn sie sich gegenseitig nicht kannten, z.B. wenn sie mit ihnen nur zufällig gemeinsam in einem kleinen Bus fuhren. Da musste jeder seinen Teil dazu beitragen, um zu erfahren, wo diese langnasigen Menschen herkommen, wo sie hinwollen, warum sie unterwegs waren und ob sie auch schon gegessen hatten. Sprachbarrieren waren keine Entschuldigung, um nicht an der Aufklärungsarbeit teilzunehmen. Gesprochen wurde mit allem was möglich war, unterbrochen wurden die Auskunftsgespräche, um innerchinesische Rücksprache und Diskussion zuhalten, und zu beratschlagen welche weiteren wichtigen Informationen noch zu ergattern sind.

Das nenne ich: Interesse. Ob es ehrlich ist, vermag ich nicht zu beantworten.

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