Glasfasernervosität
Hier in der Wohnanlage wird Glasfaser verlegt und ich habe mich entschlossen, dass ich meinen Anschluss umstellen möchte. Seither habe ich mich schon mehrfach verflucht. Jedes einzelne Mal, wenn einer der notwendigen Vertragsveränderungen ins Haus bzw. ins E-Mail-Postfach flatterte. Und zwischendurch, wenn ich mir das Ausmaß der Veränderungen klar mache. Und unsere Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit der Arbeit von so vielen Menschen, die daran beteiligt sind. Inklusive des für seine solide Arbeit bekannte Unternehmens Telekom. Ohne die geht ja bekanntlich gar nichts bei der Glasfaserumstellung. Das mit dem Monopol haben sie geschickt umgangen. Da sind sie gut drin. Jedenfalls zuckt bei mir das Nervensystem komplett bei dem Gedanken, dass ich jetzt für einige Zeit einfach vertrauen muss. Es gibt zwei kritische Termine und ich sehe uns schon für eine Weile abgehängt von der Welt. Fernseher, Telefon, Internet. Absolut alles hängt daran. Für mich ist das der Worst-Case. Dabei ist noch gar nichts passiert. Für die Wohnung wird es schon insofern eine Verschlechterung sein, dass der Anschluss nur noch im viel zu engen Flur sein wird. Bisher haben beide Zimmer die Anschlussmöglichkeiten geboten. Jetzt geht es also wieder zurück in die übers Kabel stolpern Zeiten. Das sind wir schon von vielen Dingen gewöhnt, dass wir uns daran gewöhnen müssen, dass sich die Technik und der Komfort nicht immer nach vorne sondern zurück entwickelt. Aber wenn es bei den Stolperfallen bleibt und kein größerer Ausfall folgt, dann wäre das ein Grund zum Jubeln für mich. So sind die Zeiten. Wir sind zufrieden mit dem was gerade noch geht.
Ein langer Countdown wird folgen. Mein Nervensystem wird einiges zu regulieren haben.

