Journal20260107

Am Futterplatz auf meinem Balkon ist die Welt überschaubar.
Da sind die Meisen, flink und ungeduldig, ein Blau, ein Gelb gegen den bleichen Morgen.
Sie kommen zu zweit, zu dritt, manchmal noch mehr. Sie spielen, wechseln Plätze, tanzen.
Das Rotkehlchen bleibt länger. Wiegend, wachsam, sucht die Reste und die Krümel mit einer stillen Ernsthaftigkeit.
Und dann schaut unerwartet der Buntspecht vorbei. Ein schwererer Gast. Er landet vorsichtig, bearbeitet die Futterringe mit beachtlicher Kraft.

Ich sitze reglos hinter dem Fenster und halte den Atem an. Meistens fehlt mir die Brille und an Fotografieren ist gar nicht zu denken. Bloß nicht stören, denke ich bei mir. Nicht bewegen. Einfach den Augenblick genießen.
Für einen Moment mit der Welt Frieden schließen.

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