Journal20260525

Ich fotografiere weniger, sobald ich das feststelle, fühlt es sich wie ein Mangel an. Ein Verlust. Wenn es nichts zu fotografieren gibt, findet mein Leben dann überhaupt statt? Ist es lebenswert? So ganz ohne Bilder? Es sind schon seltsame Gedanken, die einem durch den Kopf gehen können. Das lässt sich immer weiter steigern. Die Skurilitätsskala ist nach oben offen. Vielleicht ändert sich das schon morgen wieder. Dann kommt vielleicht die Motivation wieder zuück, die Welt visuell zu dokumentieren. Kleine, feine Ausschnitte zu suchen und sie schön aufzubereiten. In der Zwischenzeit erfreue ich mich an der App zum Balkonkraftwerk. Sehe nach, wie der Strom fließt in diesen heißen Mai-Tagen. Ich lese Berichte, die alle davon handeln, dass wir Speicher brauchen. Viel Speicher. Damit kann ich jetzt wirklich nicht dienen. Das ist eins der vielen Themen, die die Politik zu lange ignoriert hat.

Wie weit wir schon sein könnten, wenn sie nicht immer alles so ausgebremst hätten. Und handeln doch auch jetzt noch so, als wollten sie alles ausbremsen, was irgendwie Sinn macht. Es kostet viel Energie, sich gegen den pessimistischen Sog abzugrenzen. Aber es lohnt sich. Es ist eine Überlebensstrategie. Ich übe mich darin. Mal mehr und mal weniger erfolgreich.

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