Wollt ihr Euch über Freifunk informieren?

In Frankfurt Bockenheim findet die dritte Freifunk-Frankfurt-Flashparty statt.
Alle Freifundenden und InteressentInnen sind herzlich eingeladen.

Wann:
Sonntag, 14.06.2015 von 15 bis 18 Uhr

Wo:
CCC-ffm / Hackquarter
Häuser Gasse 2
60487 Frankfurt am Main

Kartenlink
http://osm.org/go/0D0YYUak9?node=3342079613
Location: https://ccc-ffm.de

Warum?
Weil wir ein freies, selbstverwaltetes Netz wollen, ohne Nutzerregistrierungen und Logfiles.
Weil wir unser Netz daheim mit Freunden, Bekannten und Nachbarn teilen möchten, ohne deswegen gleich schlecht schlafen zu müssen.
Weil wir uns freuen, wenn andere auch Internet haben, die sich das vielleicht nicht leisten können. Oder zumindest nicht per Mobilfunk überall und ohne Volumendrossel.

Leistungsgesellschaft

Wir sind doch in einer Leistungsgesellschaft, sagt der Herr Oberbürgermeister und will den Erzieherinnen kein höheres Gehalt zugestehen.
Eben: wenn wir in einer Leistungsgesellschaft sind dann steht den Erzieherinnen noch mehr als die von ver.di geforderten 10% Gehalt zu.

Meine beiden Schwestern machen jetzt schon seit Jahrzehnten diese Arbeit und ich hab immer gesehen, welche Leistungen – und Zusatzleistungen – regelmäßig von ihnen gefordert wurden.
Geteilte Dienste, die den Arbeitstag lang werden ließen, zusätzliche “ehrenamtliche” Arbeiten bei Festen und Aktionen, auch mal das Streichen der Kindergartenräume, beseitigen von Wasserschäden, Sprachförderung nebenbei, der Einzug der “Kleinen” in den Kindergarten, die ganz andere Anforderungen – auch körperlich – erfordern.

Meinen Respekt hatten sie immer für ihre Arbeit.

Die gesellschaftliche Achtung fehlt ihnen.
Und 10℅ mehr Lohn.

Zauber

Die zweite Urlaubswoche verzaubert mich. Immer.
Ein wiederkehrendes Erlebnis. Immer und immer wieder.
Aber die Arbeit sprengt alle Grenzen und zeigt ihre Übergriffigkeit, indem sie die Urlaubsträume kapert.

Lass gut sein! Du bist früh genug wieder dran, weise ich sie zurecht.

Aber egal, wie klein sie sich jetzt macht: sie hat mir mal wieder gezeigt, wer das sagen hat.
Als wenn ich das jemals vergessen könnte.

Aber ich hab Glück: der Zauber wirkt. Sie wird es schwer haben sich erneut zu Wort zu melden.

Kulturtagebuch

Ich versuche hier meine Gedanken zur Idee eines Kulturtagebuchs zu sortierten. Zunächst mal im Vergleich mit dem Techniktagebuch, da die Graugans zu Recht darauf hinwies, dass ein Zusammenhang zwischen Kultur und Technik besteht. Das Techniktagebuch ist überwältigend im Umfang seiner Einträge und deren Vielfalt. Die Regeln sind klar und einfach: persönliche Sicht, keine Schimpferei, keine HeldInnen-Geschichten. Soweit so einfach auch zu übertragen auf das Kulturtagebuch.
Aber dann ist das Techniktagebuch starr chronologisch organisiert, jeder Eintrag ist einem Datum oder wenigstens einem Jahr oder einem Zeitraum zugeordnet. Bei Technik ist das machbar – wenn auch nicht immer einfach. Bei Alltagskultur ist das schon etwas schwieriger zu erinnern, zu recherchieren.

Aber weil Theorie immer grau ist und das Aufschreiben und Vormachen Gold sind, bin ich mit gutem Beispiel vorangegangen und hab mal einen Eintrag formuliert.
Tut mir leid, dass es gerade so ein negativer geworden ist, aber der Anlass ist mir gestern einfach so über den Weg gelaufen.

Mädchen, die pfeifen

Mädchen, die pfeifen und Hühner, die krähen, denen soll man beizeiten den Hals herumdrehen.
#spruchausderkindheit #Kulturtagebuch

Gestern ist mir dieser Spruch auf Twitter begegnet und mir sind Schauer über den Rücken gelaufen.

Diesen Spruch hab ich – geboren 1961 -in meiner Kindheit und Jugend definitiv zu oft gehört. Nie von Frauen, immer von relativ alten Männern. Und dabei kann ich nicht mal pfeifen.

Und schon relativ früh mit dem Wissen, dass es nur einige Jahre her war, dass die Gewalt, die dieser Spruch entblößte, sehr real war.
Aber mir kannst Du nichts tun, war da mein innerer Zauberspruch. Eure Zeiten sind vorbei.

Die neue Bürgermeisterin von Barcelona

Die neue Bürgermeisterin von Barcelona kommt aus der Bewegung, die sich gegen die Zwangsräumungen einsetzt.

Die Zwangsräumungen in ganz Spanien sind legendär unsozial. Oder soll ich sagen: Asozial?
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Taubblind

Taubblinde brauchen mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Es leuchtet doch auch ohne spezielle Sachkenntnisse ein, dass sie ein eigenes Merkzeichen für ihr Behinderung brauchen TBI. Wie soll das gehen mit den Zeichen für Blinde und Gehörlose? Das ist doch eine komplett andere Welt.

Via Helga

Kulturtagebuch

Stelle gerade fest, dass Jenny Erpenbeck in ihren Buch “Dinge, die verschwinden” ein bisschen die Idee der Einträge in einem Kulturtagebuch einbringt.
Ich denke immer noch darüber nach, dass es ein tolles Projekt wäre, die Idee des Techniktagebuchs auf ein Kulturtagebuch zu übertragen.
Alltagskultur wird viel zuwenig beschrieben, weil sie uns so selbstverständlich ist, aber ähnlich wie bei der Technik verändert sie sich doch. Mal schleichend, mal mit einem Schlag.

Es wird anders und andere Anlässe gefeiert, als früher. Der Körper wird anders wahrgenommen. Freundschaften und Beziehungen haben einen anderen Stellenwert, Grußkultur hat sich verändert. Da gibt es so viel, das sich systematisch beschreiben ließe.
Allerdings macht so ein Projekt nur gemeinsam Sinn und mir ist im Moment nicht so danach ein Netzwerk zusammenzutrommeln.
Aber wenn eine Lust darauf hat: ich bin gern mit dabei und folge den Trommeln.

Sanftes Geschehen

Liebäugeln – mir fällt auf, wie schön das Wort ist. Die Augen schicken die Liebe in die Welt.

Hab noch nie darüber nachgedacht, wie beruhigend das ist.

Urlaubsticker

Nach einer Woche Urlaub kehrt sich das Innerste nach außen.
Wie so oft.
Windstärke sieben ist nicht meine Freundin, wird sie auch nicht werden, aber sie gehört hierhin – ich bin Gast.
Lesen – lesen tut gut. Genauso wie stricken. Und Sonne. Und alles hell. Und trotzdem keine heile Welt.
Obwohl: nein, die Partei Podemos gibt es bei uns nicht. Hier denken die Menschen mehr nach, sagt der junge Mann, den die Krise in Spanien schwer in seiner biologischen Biographie getroffen hat. Aber da gibt es noch das Netz, das den doppelten Boden gut simuliert. Die Gnade des wohlgefälligen Erbes, dämpft den Absturz ab.

Keine heile Welt und dennoch existentiell wichtig für mich. Außen. Innen. Alles erlebbar und fühlbar. Endlich ein Aufatmen zwischen den Alltagszeiten, kaum erklärbar, kaum beschreibbar.

Manchmal versuche ich es zu äußern, was mir am Alltagsleben so schwer fällt, aber es scheint nicht nachvollziehbar zu sein. Dass ich nicht dreidimensional sehe zum Beispiel, das ist offiziell keine Sehbehinderung, aber anstrengend. Manchmal laufe ich über die Straße, wenn in 500 m ein Auto kommt, manchmal schlendere ich, weil das Auto in 5 m Entfernung nur ein Schatten für mich ist. Ist es weit weg, kann ich das nicht umsetzen, mein Warnsystem springt an und sagt: rette dich.
Das ist allerdings nur die Schilderung des Straßenverkehrs, mir fällt es auch schwer, Sachen wieder zu finden, sie erstmal zu finden oder eben die ganze visuelle Welt mit meinem zweidimensionalen Blick einzuscannen und daraus einen dreidimensionalen Erlebnishorizont zusammenzudenken.

Es ist ja auch nicht so wichtig und übrigens nicht der einzige Grund, warum für mich Erholungsphase so wichtig sind. Symptomatisch ist, dass ich mich rechtfertigen will, dass ich mich nicht ganz wohl in meiner Haut fühle und unter Erklärungszwang leide, nur weil mir die Reizüberflutung im Alltag zu schaffen macht.

So alt geworden und so wenig klug. Oder doch? Wenigstens ein bisschen.

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