Kalt

Die Heizung steht auf vier. Ich liege im Bett unter der Decke und mir ist kalt.
Sehr kalt.
Wahrscheinlich hat sich mein Mimosenseelchen verkühlt. Kommt vor in dieser unterkühlten Gesellschaftsform.

Gewalt

Sie ist tot.

Wie so oft, fehlen die Worte.
Gewalt fängt mit Worten an, manchmal endet sie in Sprachlosigkeit.

Nie, nie, nie führt sie zu etwas Gutem.

Natur

Menschen, die Homosexualität für nicht natürlich halten, haben offensichtlich das Wesen der Natur nicht verstanden.
Überhaupt: was soll immer diese Anrufung der Natur, wenn etwas nicht ins Weltbild passt?
Von 8 bis 16 Uhr ins Büro gehen ist auch nicht natürlich und trotzdem allgemein akzeptiert, obwohl es in manchen Fällen zu Verblödung und in vielen Fällen zum Rückenschaden führt.

Die Natur ist etwas Wunderbares und manchmal ist sie unergründlich. Sie kann grausam oder atemberaubend sein, sehr vielfältig und tiefgründig. Wir verstehen sie nicht immer. Aber wir verstehen es durchaus, sie auszubeuten oder auszunutzen. Wir leben in ihr, aber: wir sind nicht nur Natur.
Für Menschen ist Kultur und das Leben in einer sozialen Gruppe fast genauso wichtig, wie die Natur.

Zurück zum Ausgangspunkt: wenn die Natur des Menschens in Spiel gebracht wird, geht es ganz selten wirklich um Natur oder Natürlichkeit.

1,3 Milliarden

1,3 Milliarden für ein Gebäude.
Architektur der Macht – scheint mir da tatsächlich eine angemessene Bezeichnung.
Die Welt in der wir leben, dreht munter an der Ungerechtigkeitsspirale.

Im Großen und im Kleinen wird sie absurder. Konsequent absurd und menschenfeindlich.

Überwacht durch einen Staatstrojaner?

Es gibt ein Open-Source-Tool mit dem eine herausfinden kann, ob der Staat schon in ihrem Wohnzimmer schnüffelt.

Entdecken lassen sich die staatlichen Trojaner, aber ob sie sich wirklich entfernen lassen? Eher nicht. Der Staat ist hartnäckig.

November

Nein, depressiv verlaufen die Novembertage nicht. Nur sehr intensiv und sehr auf mich selbst konzentriert.
Kraftschöpfend. Nicht traurig.
Allein ist kein Synonym für Traurigkeit. Nicht mal Einsamkeit ist ein solches Synonym. Jedenfalls nicht für mich.
Ich sehe dem Winter entgegen. Erfahrungsgemäß eine innere Zeit. Eine Zeit der Erneuerung.

Starke Innerlichkeit. Eine wichtige Voraussetzung um nach außen wirken zu können.

Abende

Im Moment können die Abende nicht lang und nicht einsam genug sein. Nicht reden müssen, nicht denken müssen. Nur warten bis die Spuren des Tages wieder langsam verblassen.

Die Seele braucht Ruhe. Will sich erholen.
Nicht ertrinken im alltäglichen Schlamm.

Die Heilwirkung der Stille wird unterschätzt.

Wissen

Google weiß alles über mich.

Stimmt nicht ganz.
Aber es ist eindeutig zu viel.

Zeit

Träume vom Frühling, obwohl der Herbst noch nicht vergangen ist.
Zeit – ein Synonym für Leben.

Dieses Jahr nicht öffentlich getrauert.

Falls mir etwas in die Wiege gelegt wurde, habe ich es verpasst. Wer wird schon in eine Wiege geboren?

Regen

Die lyrische Parallelwelt ist immer die schönste.

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