Sich erinnern

Sich erinnern ist eine besondere Form der Fiktion.

Wehmut

Kennt ihr dieses Knarzen im Herzen?

Nennt sich Wehmut. Ist ein altes Gefühl. Die Wissenschaft ist sich noch nicht im Klaren, wozu es taugt.

Bis sie es herausfindet lausche ich weiter diesem Geräusch.

Es nennt sich Wehmut.
Und fühlt sich an, als könnte jetzt gleich und sofort die Welt verschwinden.

Aber nur die Welt.

Übrig bleibst du.

Llanca

Ohne Filter

Erinnerungsstütze

Journal18052018

Meditatives Stühlerücken als Entspannungstechnik einsetzen.

Kann ich.

Fast alles kann ich auch in der meditativen Variante. Busse verpassen, in falsche Züge einsteigen, Graffities anstarren, auf Wunder warten.

Aber manchmal steigt der Zorn in mir hoch. Dann wünsche ich mir Superkräfte um die Welt zu retten, die nicht gerettet werden will.

In Zukunft lautet mein Codewort für Dinge, die ich nicht verstehe: „die Betroffene antwortet mit Mama“

(Zweijährige, die rechtlich angehört werden, bevor sie rechtmässig in Abschiebehaft genommen werden, sind sehr authentisch mit dieser Antwort.)

Falls du es verpasst hast

Falls, du es verpasst hast, sagt Twitter zu mir und bietet mir an, die Lücke in der Timeline auszufüllen.

Sehr praktisch wäre, wenn es dieses Feature auch für das restliche Leben gäbe.
Alle Highlights, alle Grüße der Lieben, alles was Wichtig ist kurz zusammengefasst und schon wäre ich auf dem neuesten Stand.
Hört sich richtig prima an.
Aber weil es das im sonstigen Leben nicht gibt, werde ich weiterhin eine Menge verpassen, während ich mir Gedanken darüber mache, alles richtig zu machen.
Noch mehr Dinge werde ich verpassen, weil ich meine mich unbedingt und richtig entscheiden zu müssen. Kein einziges Mikroargument darf mir entgehen. Nicht dafür, nicht dagegen, selbst für die siebenundzwanzigste Option sollte ich alle Vor- und Nachteile kennen.

Journal16052018

Meine Frustrationsgrenze frisst sich tief ins Unterirdische ein.
Eine Haut über der Haut bräuchte es heute, um mich an die Öffentlichkeit zu wagen.
Neu ist das nicht, eher eine gewohnte Urlaubsbeilage. Nach ein paar Tagen entblättert sich die Alltagsschutzschicht und dann stellt sich heraus, dass untendrunter alles blank ist. Eine wunde Seele in einem geplagten Körper.
– Etwas übertrieben ausgedrückt. –

Der nächste Schritt ist dann die Erneuerung. Das neue Erleben, die Auferstehung einer verschütteten Persönlichkeit. Noch klappt der Kreislauf, aber trotzdem besteht immer die Frucht: was wird, wenn die offene Wunde keine Heilung mehr findet?

zu schnell für mich


Mein neuer Freund bringt seine Freundinnen mit und jetzt belagern sie mich. Die Evolution hat sie mit hervorragenden Reaktionsfähigkeiten ausgestattet. Auf gut deutsch: sie sind zu schnell für mich. Es gelingt mir nicht, meine Nüsse zu bewachen.

Ich mache also lieber das, was ich am Besten kann. Ich störe nicht.

Lebenskapitel schliessen

Das Einfachste auf der Welt ist manchmal schwer zu begreifen. Noch schwerer zu begreifen ist, dass das Einfachste auf der Welt auch für dich gelten soll. Dass es auch deine Realität ist.

Es fällt schwer Lebenskapitel abzuschließen. Früher hätte ich an dieser Stelle lauthals dagegen gewettert. Aber früher ging es auch ausschließlich um Lebenskapitel, die ich selbst abschloss. Da war es ohne weiteres möglich, manchmal noch hinter die abgeschlossenen Türen zu lurken.

Jetzt sieht das anders aus. Das Leben schließt nun seine Kapitel eigenständig zu und ich sehe verwundert hin.
Da ist kein Durchkommen mehr. Nicht mal mehr ein Durchkommen wollen.

Am Meistens verblüfft mich, dass sich die Sehnsucht erschöpft.
Zwei Vokabeln von denen ich mir nie vorstellen konnte, dass sie irgendwie zusammen anwendbar sind.

Die Sehnsucht war per se immer unerschöpflich. Es schien Teil ihrer Natur zu sein, dass sie wie eine Quelle war. Nicht gerade sprudelnd, aber immer weiter durchdringend.

Es ist schwer zu begreifen, dass das jetzt anders ist.

Geschichten erzählen

Ich gebe zu, das mit dem Geschichten erzählen, habe ich noch nie verstanden. Das ist ein Nachteil. Dieses Nichtverstehen. Ich weiß das und komme nicht darüber hinweg.
Nähe bedeutet für mich, Geschichten überwinden. Gefühle austauschen. Worte verlieren.

Ja, ja ich weiß. So klappt das nicht. Nicht, wenn ich mit euch kommunizieren will. Aber wissen, heißt trotzdem noch lange nicht verstehen. Begreifen. Verinnerlichen.

Da sind wir beim Thema: Innen und außen. Mir sind Geschichten immer zu sehr außen. Unanständig weit außen. Die wahren ebenso wie die fiktiven.

Mittlerweile habe ich aber kapiert, dass das eine wichtige Angelegenheit ist. Geschichten sind so etwas wie das Alphabet. Die Buchstaben allein bringen es noch nicht. Aber im Kontext werden sie zu Wörtern und Sätzen.
Zur Grundlage der Verständigung.

Ganz vage sehe ich die Zusammenhänge. Gerne würde ich mich in dieser Hinsicht verbessern auf meine alten Tage.

Mein Freund

Mein Freund der freche Spatz ist wieder da. Listig und anhänglich.

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