Leseparadies

Wenn es ein Paradies geben sollte, dann wird es für mich ein Leseparadies sein. Lesen, lesen, lesen. Für mich ein Synonym für Beimirsein. Glücklichsein.
Friedlich sein.
Das Paradies ist ein Leseort. Ruhig und still. Für mich gemacht.
Nichts hat sich in all den Jahren geändert, seit ich lesen kann.
Höchstens die Bücher vielleicht. An die komme ich leichter heran und lasse sie auch leichter wieder los.

Gerade jetzt hab ich den großen Wunsch, diesem Bedürfnis jeden Tag nachzugehen. Mich in Bücher einzuigeln. Mich mit Büchern abzuriegeln.

Aber ich nehme auch andere Texte. Blogs und Twitter, das Internet in all seinen Facetten. Alles was ruhig ist und still. Den Lärm nur nach Innen verbreitet, denn dort ist es laut genug.

Die Stille übertönt mein Leben. Verschafft sich Gehör.

Breit

Die Arbeit macht sich breit in diesem Leben. Nimmt Raum und Zeit ein, die ihr nicht zusteht. Trommelt mit Fäusten ihre Wichtigkeit ein. Hier, hier bin ich, hier stehe ich.
Sie überzeugt mich nicht.

Stadt des Lichts

Frankfurt am Main atmet Geld ein und aus. Ein Hort der Umverteilung von reich nach arm. Ein Sinnbild des Kapitalismus sei sie. Eine Heimat für betrügerische Banker und die Gier sei hier zu Hause, heißt es.

Ich sehe nur Licht. Licht und ein Leuchten über dem Fluß. Diese Stadt hat ein Karma, das alles Geld der Welt nicht überstrahlen kann.

Ich mag diese Stadt.

Spielereien

Snapchat macht Spaß und trotzdem fremdle ich ein bisschen damit. Vielleicht bin ich einfach zu schüchtern dafür.
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Aber es gibt dort tolle Menschen, denen ich gerne folge. Menschen, die ich von Twitter, Facebook und ihren Blogs schon so lange kenne. Aber mit snapchat sind sie mir näher denn je.
Spaß und Ernst liegen nahe beieinander. Was mir am besten gefällt, sind die neuen Eindrücke. Bisher habe ich immer behauptet, dass das Internet für mich ein Textmedium ist und bleibt.
Kann sein, dass sich das nach 22 Jahren ändert.

Nachts

Abends kannst du die Flugzeuge am Besten hören. Wenn es dunkel ist und die Autobahn schon etwas leerer. Ganz ruhig und dumpf grollt sich ihr Lärm näher. Baut sich auf und fliegt davon. Kleine Pause, kurze Stille. Bis du es wieder ahnst und ja, da kommt das nächste schon. Grollt sich zusammen – ohne je in einem Getöse zu enden.
So viele Menschen mit einem festen Ziel und nicht den Hauch eines Bodens unter den Füssen.
Es heißt, die Flugzeuge verlieren Treibstoff über der Region. Nicht unerheblich soll die Belastung sein. Manchmal verlieren sie auch blinde Passagiere. Der Tod geht viele Wege und macht auch vor den einsamsten nicht Halt.

Du lauschst der Stille zwischen dem Gegrolle. Der Hoffnung, dass die Menschheit ihren Verstand wieder findet. Aber du ahnst, dass die Hoffnung trügerisch ist. Kackbraune Faschistenscheiße macht sich in den Herzen breit.
Wenn die Liebe nicht walten darf, wird es kalt im Land. Der Stechschritt wird bald wieder nachts zu hören sein.

Das nächste Flugzeug grollt heran. Wie eine Welle am Meer, breitet sich der Lärm über den Himmel aus. Abfliegen, ankommen. Ankommen, abfliegen. Die Stadt lebt ihren eigenen Rhythmus.

Ich höre gerne zu.

Freifunk – Internet für alle

Das Goethe-Institut hat ein kurzes Video über Freifunk auf seinem youtube-Kanal.

 
Sehr empfehlenswert, sehr einfach erklärt.

Mehr Freifunk in der Sammelmappe findet sich hier.

56 Tage

Vor 56 Tage habe ich Kuba verlassen. Stilecht mit einer Flasche Rum im Gepäck. Dass es 56 Tage sind sagt mir die duolingo-App, denn seither habe ich diszipliniert meine Kurse durchgehalten. Manchmal morgens um fünf vor dem Aufstehen, manchmal noch kurz vor Mitternacht, damit mir der Strike nicht verloren geht. Vor Kuba waren es irgendwas mit 100 und so und so viel Tage.

Das Dulingo-Fieber hält sich also nachhaltig und selbst die abgeschlossenen Kurse kann ich nicht verlassen, so groß ist der Sog.

Der Kalender sagte heute morgen zu mir, dass nur im Wörterbuch der Erfolg vor dem Fleiß steht. Aber er hat wie so oft nicht recht. Fleiß ist keine Tugend – und zum Erfolg führt er auch nur in den wenigsten Fällen.

Das Duolingo-Fieber hat auch wenig mit Fleiß zu tun. Es ist eher eine Form der Besessenheit. In meinem Fall vielleicht sogar die Fortsetzung der Ausmalkärtchen für Erwachsene. Ein Schutzwall gegen die Anmaßungen des fremd bestimmten Arbeitsleben.

Eine besondere Form der Tiefbegabung.

Vagina

Wäre die Vagina doch ein Auto

Margarete Stokowski in Hochform. Immer auf den Punkt, der wehtut zielend.

Nein, wir sind nicht die Spezie, die das Ja im Nein erfunden hat.

Nein, wir sind nicht die die das Recht beugen und mißachten.

Wir sind nicht die, die ihr ständig bemunden könnt.

Nein heißt NEIN.

Was auch sonst?

Nachtrag: Carolin Emcke fragt sich in ihrer Kolumne in der Süddeutschen auch, welcher Teil des Wortes nein, denn nicht zu verstehen ist.

 

Schlaflos

Tückisch ist die Nacht. Heimtückisch sogar. Die Welt färbt sie schwarz ein und zeichnet durchscheinende Monster drauf.

Jedem das eigene Monstermodell. Passgenau geschneidert auf die individuelle Seelenangst.
Sie ist eine Künstlerin und beherrscht ihr Metier.
Niemand entkommt ganz unversehrt.

Müll

Virtueller Müll kann auch gesundheitsschädlich sein, habe ich heute gelernt.

Wir sind schon eine seltsame Gesellschaft, mit einer unglaublichen Potenz an Verdrängungsenergie .

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