Manchmal

Manchmal helfen Bücher weiter. Mir heute eher nicht. Schon gar nicht das verlinkte, mein Mimosenseelchen befindet im Weltschmerz-Status.

Möchte nicht gestört werden.
Mein Weltschmerz gehört mir.

Funktion

“Eine der wichtigsten ( sozialen) Funktionen eines Tagebuchs besteht genau darin, heimlich von anderen Leuten gelesen zu werden, von den Leuten ( wie Eltern und Geliebte), über die man sich nur in seinem Tagebuch mit grausamer Ehrlichkeit geäußert hat.”

Susan Sontag, Wiedergeboren
Tagebücher 1947-1963

Ausgefüllt

für dich
für mich
rinnt die Zeit
in jede Lebensritze

Wahrscheinlichkeiten

Mal überlegen wie es mit dem Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten aussieht:

Wie viele Einbrecher verstecken sich auf dem Klo versus wie viele Frauen haben sich aus Angst vor ihrem Partner schon mal auf der Toilette eingesperrt?

Nicht einmal die Wahrheit kann diese Welt ertragen.

Glücklich

Nach drei Jahren Krise sagt er heute ganz unvermittelt: Ich bin glücklich.

Und ich erst.

Gänsehaut

Die Schreckensnachricht für die Kollegin lässt uns fassungslos erstarren. Gänsehaut läuft über Körper und Seele. Von jetzt auf gleich, ist alles anders. Das was wir uns alle immer wieder sagen, die Kalendersprüche, und die Allerweltszitate – alles wird gleichzeitig wahr. Alles bricht über sie herein.

Heute Abend ist mir kalt. Ganz kalt. Ich drehe den Thermostat hoch und höher. Gegen die Gänsehaut kommt die Heizung nicht an.

Alt werden

Seit einiger Zeit geht mir ein Gedanke durch den Kopf: Ich möchte jetzt gerne in Ruhe alt werden.

Der Gedanke ist sehr hartnäckig und ich kann ihn schlecht intellektuell erklären. Schließlich werde ich ganz von selbst jeden Tag immer ein bisschen älter. Ohne dass ich etwas dazu tun muss oder kann. Der Prozess des Älterwerdens ist doch keine Entscheidung. Alt werden passiert doch einfach.
Aber im Kopf bleibt immer dieser Gedanke: Ich möchte jetzt in Ruhe alt werden.
Hartnäckig ist die innere Stimme. Aber ich bin doch noch keine Greisin! Und wer will schon freiwillig alt sein?

Die Stimme bleibt und ziert sich nicht. Hartnäckig drängt sie sich in den Vordergrund.
Ich mag nicht mehr neuen Zielen hinterher rennen. Bin doch längst angekommen. Und das Angekommen möchte ich jetzt endlich genießen.

Im Schaukelstuhl wenn es sein muss.
Mindestens.

Am Wegesrand

Aufgehängt am Wegesrand

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Salonfähig

Dass Krieg wieder salonfähig ist, verstört mich zutiefst.

Es wird wieder diskutiert in den Salons und die Finanzen ausgehandelt. Ganz offen über Waffen und die kriegerische Natur des Menschens gesprochen. Parzifismus wird als potentiell gefährlich oder gar als Verbrechen dargestellt.

Lokale Kriege sind denkbar, erfahrbar, diskutierbar.

Das ist kein Zündeln mehr.
Aber habt ihr vergessen, dass die ganze Welt in Flammen steht, wenn der Wind den Funken weiter trägt?

Stimmung

Stimmung immer noch gut. Bin so froh, dass die wichtige Weiche in meinem Sinn gestellt wird.
Aber dafür hält das Leben immer neue Überraschungen bereit. Ist gut möglich, dass ich nächste Woche meine erste Zwangsvollstreckung in die Wege leite.
Weilburger Nachwehen sozusagen.

Allerdings hoffe ich auch immer noch auf ein Wunder. Obwohl? Will ich wirklich, dass das Schicksal wegen so einer Kacksache seinen Wunder-Etat belastet?
Egal, es kommt wie es kommt. Ich darf es ganz gelassen nehmen.

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