Seit einiger Zeit geht mir ein Gedanke durch den Kopf: Ich möchte jetzt gerne in Ruhe alt werden.
Der Gedanke ist sehr hartnäckig und ich kann ihn schlecht intellektuell erklären. Schließlich werde ich ganz von selbst jeden Tag immer ein bisschen älter. Ohne dass ich etwas dazu tun muss oder kann. Der Prozess des Älterwerdens ist doch keine Entscheidung. Alt werden passiert doch einfach.
Aber im Kopf bleibt immer dieser Gedanke: Ich möchte jetzt in Ruhe alt werden.
Hartnäckig ist die innere Stimme. Aber ich bin doch noch keine Greisin! Und wer will schon freiwillig alt sein?
Die Stimme bleibt und ziert sich nicht. Hartnäckig drängt sie sich in den Vordergrund.
Ich mag nicht mehr neuen Zielen hinterher rennen. Bin doch längst angekommen. Und das Angekommen möchte ich jetzt endlich genießen.
Im Schaukelstuhl wenn es sein muss.
Mindestens.
claudia September 8th,2014
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Aufgehängt am Wegesrand

claudia September 7th,2014
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Dass Krieg wieder salonfähig ist, verstört mich zutiefst.
Es wird wieder diskutiert in den Salons und die Finanzen ausgehandelt. Ganz offen über Waffen und die kriegerische Natur des Menschens gesprochen. Parzifismus wird als potentiell gefährlich oder gar als Verbrechen dargestellt.
Lokale Kriege sind denkbar, erfahrbar, diskutierbar.
Das ist kein Zündeln mehr.
Aber habt ihr vergessen, dass die ganze Welt in Flammen steht, wenn der Wind den Funken weiter trägt?
Stimmung immer noch gut. Bin so froh, dass die wichtige Weiche in meinem Sinn gestellt wird.
Aber dafür hält das Leben immer neue Überraschungen bereit. Ist gut möglich, dass ich nächste Woche meine erste Zwangsvollstreckung in die Wege leite.
Weilburger Nachwehen sozusagen.
Allerdings hoffe ich auch immer noch auf ein Wunder. Obwohl? Will ich wirklich, dass das Schicksal wegen so einer Kacksache seinen Wunder-Etat belastet?
Egal, es kommt wie es kommt. Ich darf es ganz gelassen nehmen.
Braun bleibt braun und braun ist beliebt in Deutschland. Mal mehr, mal weniger.
Die geleakten Papiere der AfD sind wahrscheinlich für mehr Menschen eine reine Freude, als die Leaker ahnen.
Antje besitzt wie immer die Nerven in Ruhe, auf Forderung einzugehen, die mir die Luft weg nehmen.
Ach, was ist das so schön, wenn die einen Menschen den anderen Menschen so endlich vorschreiben können, was sie zu tun und zu lassen haben.
Diese Gesellschaft sollte lernen, ihre Kinder und Jugendlichen nicht im Regen stehen zu lassen: dann wäre uns schon viel geholfen.
Heute ist ein guter Tag. Den ganzen Sommer über haben wir gehofft, gebangt, gekämpft – wurden verschaukelt, vertröstet, schöpften Hoffnung ehe wir weiter auf die Folter gespannt wurden, bis sich jemand endlich erbarmte. Eine Chance tat sich auf –
und YEAH:
Es hat endlich geklappt!
Heute ist ein guter Tag!
Die „Freiheit statt Angst“- Demo vom Samstag löst widersprüchliche Emotionen aus. Gegen Massenüberwachung sind fast alle, aber wie sieht es mit dem Menschenbild aus, für das demonstriert wird?
Ich will nicht viel dazu sagen, denn bei mir wabert immer noch ein ungutes Gefühl, das ich mir aus dem Versuch beim Forum #wastun eingehandelt habe.
Aber andere melden sich zu Wort:
Mspro
Feminismus statt Angst
FrDingens statt Angst
Wie soll es weiter gehen?
Wo bleiben die Lösungen?
Vielleicht geht das aber auch nicht anders? Vielleicht muss sich eins manchmal in ein Boot setzen, in dem die Steuerung noch nicht austariert ist. Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, dass es ein blödes Gefühl ist sich ausgegrenzt zu fühlen. Das Kokettieren mit der Normalität als Idee, kommt nur an bei Menschen, die sich zugehörig fühlen.
Es bleibt also alles ziemlich kompliziert: die Sache ist wichtig, aber wenn die Menschen dabei nicht wahrgenommen werden, kann sie nicht so einem guten Ziel führen.
So viel Wissen und Fähigkeiten, die heutzutage notwendig wären, um nicht einfallslos in die nächste Falle zu laufen. Ich sag ganz ehrlich: Ich komm nicht mehr hinterher. Hier und da schnappe ich was auf, ab und zu probiere ich etwas, benutze den VPN-Client, das Freifunk-Netz, eine alternative Suchmaschine, aber es fühlt sich immer zu dünn an. Nicht konsequent genug. Halbherzig.
Ständig bleibt ein schlechtes Gewissen. Das gefällt mir ganz und gar nicht.
Zu viel Unsicherheit, die bleibt.
(Für alle, die noch motiviert und aufnahmefähig sind, der Link dazu, wie Handys für die Demo vorbereitet werden können.)

claudia August 30th,2014
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