Journal20260130
Friedvolle und ruhige Tage. Tage auf die ich zurückschauen werde.
Lebensidylle.
Ein Stück vom Glück.
Friedvolle und ruhige Tage. Tage auf die ich zurückschauen werde.
Lebensidylle.
Ein Stück vom Glück.
Heute wieder das Abenteuer Bahn hart am Limit erlebt. Große Enttäuschung meinerseits, dass es mir nicht gelingt, die ewig gleichen Szenarien mit mehr Gelassenheit zu ertragen. Das Trauerspiel ist jeweils absehbar und dennoch zum Verzweifeln. Und kein Ende in Sicht.
Abends höre ich mich mit dem Briefwechsel von Astrid Lindgren und Louise Hartung in den Schlaf. Dabei gilt immer noch, was ich damals über die Lektüre schrieb.
An trüben Tagen
lausche ich gespannt
ob ich sie höre
die Lebensmeldodie
An trüben Tagen
erfreut mich das rote Glimmen
der Herzenswärme
An trüben Tagen
führt das Ziel zum Weg
das Leben in den Tag
An trüben Tagen
strahlt das Herz
die Liebe aus
An trüben Tagen
heißt mein Glück
Geborgenheit
Vor 16 Jahren zeigte mein Außenthermometer Minus 15 Grad an. Heute schmolz das Wintermärchenland dahin. Auch die großen Schneemenschen, die die Kinder aus unserem Gelände herzallerliebst zusammentrugen. Alles dahin geflossen. Vergangen wie die Lebenszeit, die hinter mir liegt.
Winterzauber

Vor einem Jahr kamen an diesem Tag schon die ersten Kraniche zurück. Hoch oben flogen sie und grüßten mich.
Digitalisierung ist manchmal ein Segen und ermöglicht uns wunderbare Erlebnisse. Zum Beispiel kann ich heute am Geburtstag von Virginia Woolf in ihren persönlichen Fotoalben blättern. Kann mir alle Seiten mit ihren Flecken und Knicken ansehen. Visuell Eintauchen in das, was wichtig für sie war. Jedenfalls so wichtig, dass Sie es dokumentieren wollte. Die Fotos sind so laienhaft, sie berühren mich sehr.
Hab heute wieder einen Geschenklink von den Krautreportern für euch.
„Eine Freundschaft zu halten ist ungefähr das Schwerste, was es auf der Welt gibt, sie bedarf einer sorgfältigen Pflege, sonst verblasst allmählich aller Glanz, alle Wärme vergeht, und was bleibt, ist Erinnerung. Im besten Fall. Selbst die kann verblassen.“
Ich habe auch gelebt – Briefe einer Freundschaft
Astrid Lindgren – Louise Hartung
Zum Einschlafen den Briefwechsel zweier Frauen im Ohr. Mit das Beste, das es gibt, um der Welt am nächsten Tag wieder mit Energie die Stirn bieten zu können. Als Kraftresource sind Freundschaften unterschätzt. Um so wichtiger ist es, sie zu pflegen. Das gilt auch für Schwesterschaften.
Ein weiterer klarer, blauer Wintertag. Kalt. Durchdringend. Lebendig. Gibt Kraft zum Denken.
Im „Hier und Jetzt“ zu leben wird überschätzt. Eindeutig. So verlockend sich dieser Vorschlag anhört, er eignet sich vor allem für den Sprüchekalender, den Notfalleinsatzplan und die Meditationsstunde zwischen Tür und Angel.
Wer ausschließlich im „Hier und Jetzt“ lebt, verpasst etwas. Stehen uns nicht tausend Traum- und Fantasiewelten offen? Ist es nicht ein leiser Luxus, sich ab und zu in Erinnerungen zu verlieren, ihnen nachzuspüren wie alten Wegen? Sich Traumschlösser zu bauen, sie mit Hingabe wieder abzureißen und aus dem gleichen Material neue zu errichten? Macht es nicht gerade deshalb so viel Freude, sich in der Literatur, im Museum oder im Konzert zeitweilig zu verlieren, um verändert zurückzukehren? Für einen Moment jemand anderes zu sein, oder mehr man selbst?
So viele Welten.
So viele Wirklichkeiten.
So viele Träume.
Und vielleicht besteht die Kunst nicht darin, immer im „Hier und Jetzt“ zu verharren, sondern darin, beweglich zu bleiben: verwurzelt und fließend zugleich.