Journal10072019

Die Museumsufercard eingesetzt und das Liebieghaus besucht. Keine Fotos. Manchmal bin ich klickfaul.

Dieses Jahr viel zu selten im Museum gewesen. Große Träume, die sich kaum umsetzen lassen. Kleinere können noch tückischer sein.

Über den Main gelaufen mit dem Gefühl frei zu sein. Freiheit unter dem blauen Himmel. Sommerzeit.

LieblingsSehnsuchtszeit.

Journal08072019

Der Termin für die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für das nächste Jahr ist raus. Schnell wollte ich die Buchung für die Übernachtung vornehmen, damit es mir nicht so ginge, wie in diesem Jahr. Beim Anblick der Preise wird mir ganz schummrig. Will ich das wirklich, frage ich mich? Die Hotelpreise liegen doppelt so hoch wie vor vier Jahren. Will ich das wirklich? So viel Geld ausgeben für eine kurze Reise, die ich im jeden Jahr in ein enges zeitliches Korsett drängen muss, damit An- und Abreise mit dem Zug sich eng in meinen beruflichen Rahmen schmiegen. Bisher habe ich es immer bejaht und die Anstrengungen der 12-stündigen Hin- und Rückfahrt auf mich genommen. Mit Freuden.

Aber bei diesen Preisen kann ich das nicht mehr. Es ist ähnlich wie damals bei der re:publica. Klar, könnte ich es mir leisten. Würde ich auch gerne. Aber da ist eine Schamgrenze zur Dekadenz. Das kann ich dann echt nicht mehr machen.

Für die Alternative auf Komfort zu verzichten und Mehrbettzimmer oder andere Ungemütlichkeiten auf mich zu nehmen, bin ich zu alt. Und zu unwillig.

Es gibt da so eine dünne Prinzessinnenlinie, die ich nicht überschreiten mag. Da könnt ihr euren Glitzer halt für Euch behalten. Ich hab keine Lust mich mit ins Land der unbeschränkten Geldströme abtreiben zu lassen.

Aus die Maus.

Schade.

Journal07072019

Im Moment ist die Zeit besonders flüssig. Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart schwappen ständig ineinander und vermischen sich. Von allem ist etwas da. Ausreichend in der Kategorie, Gegenwart und Zukunft. Im Überfluss in der Kategorie Vergangenheit.

Erinnerungen werden mit steigendem Lebensalter zu einem Schatzkästchen. So viel Lebenszeit in Träumen abgespeichert. So viele Geschichten. Mit Tränen, Lachen, Schmerz und Leid.

Journal05072019

Eine Zeitreise. Über die Vergangenheit in die Zukunft hinein gerasselt.

Das Leben mit Erinnerungen überhäuft. Jeder Bahnhof eine Geschichte. Ganz für sich. Manchmal so schnell verblasst.

Journal04072019

Schöner Tag. Schönster Tag.

Ja, gebe ich ihm einfach den Titel “schönster Tag“. Wird noch andere gegeben haben, aber er ist mir mit seinem tiefen Glück so nahe, dass ich ihn nicht in eine Rangfolge stellen will.

Es ist unser Sommer. Ganz eindeutig. Geschenkte Zeit. Exklusiv für uns. Ein Lebensgeschenk. Das Schicksal meint es gut mit mir und ich weiß es zu schätzen. Mit jedem Atemzug.

Mein Glück. Mein Leben. Meine Liebe.

Der Sommer ist die Jahreszeit des Erntens. Hier und heute wurde viel geerntet.

Ich zweifle daran

„Ich zweifle daran, dass Arbeit den Menschen edelt und bei Frauen halte ich das für absolut ausgeschlossen. Deshalb handelt der Roman von der Unlust zu arbeiten, von dem Schrecken, sich denLebensunterhalt verdienenzu müssen, ein Ausdruck, der an sich schon verabscheuungswürdig ist.“

„Im Übrigen glaube ich ohnehin, dass schreiben für den, der das Schreiben liebt, nie Zeitverschwendung ist.“

“ … denn die literarische Fiktion ist gerade dazu da, die Wahrheit zu sagen.“

Zitate aus Frantumaglia von Elena Ferrante

Journal30062019

Wetter Frankfurt: starke Wärmebelastung sagt die Vorhersage. Jetzt um 14 Uhr noch 4 Grad unter den angepeilten 39. Zum Glück ist Sonntag und ich kann mich mit meinem geliebten Kühlakku trösten.

Dieses Jahr bin ich nicht so richtig in die Lesungen zum Bachmannpreis hineingekommen. Nur wenig ist an mir vorbei gerieselt, den Rest habe ich gar nicht wahrgenommen. Ob das eine Alterserscheinung ist? Diese Orientierungslosigkeit? Nun ja, mir bleibt ein ganzes Jahr, um die fehlenden Texte nachzuholen und mich im nächsten Jahr wieder einzuklinken.

Wenn ich das möchte. Immer vorausgesetzt, das möchte ich.

Stand heute trage ich nur einen einzigen Wunsch in mir: diesen Hitzetag mit möglichst wenig Schaden zu überstehen. Morgen dann die Zahnärztin und dann die hellen Tage.

Verflucht, die zweite Jahreshälfte beginnt morgen schon. Mir rinnt die Zeit davon.

Journal28062019

Unterschätzte Tugenden

Heute Morgen die Wohnung lebendig bei 18 Grad Außentemperatur und 21,5 Grad Innentemperatur verlassen. Erleichterung im ganzen Körper. Im Büro unentschlossen, aber konzentriert. Bis auf den Abgang.

Was du nicht im Kopf hast, musst du in den Beinen haben. Das alte Sprichwort aus Kindertagen. Hab also meine Beine aktiviert und die halbe Stunde, die ich früher ging eingetauscht gegen eine Stunde Rundreise.

Journal27062019

Immer wenn du denkst jetzt bewegst du dich in ruhigerem Fahrwasser, kommt wieder ein neuer Sturm auf. Mein ganzes Arbeitsleben ist begleitet von diesem Wellengang. Wichtig wird sein, dass die Energieressourcen nicht vor der Zeit aufgebraucht sind.

Aber clever navigieren, wer kann das schon?

Am Feierabend dann die Klagenfurt Lesungen nachschauen. Nicht alle. Heute gibt es mehr Kür als Pflicht.

Journal26062019

Den 39er Tag habe ich überstanden. Mit Gejammer und Getöse. Aber was beschert mir die Wettervorhersage jetzt? Es geht in die zweite Runde.

Beim Einstieg in ein klimatisiertes Auto heute gemerkt, dass zwischen größter Hitzeverzweiflung und „ach, was ist die Welt im Sommer doch schön“ zwei Minuten liegen können. Der Mensch ist ein seltsames Wesen.

Kurz in die Eröffnungsveranstaltung der Lesungen zum Bachmannpreis reingeschaut. Immer das gleiche angestaubte Prozedere. Aber ohne Sommergarten nicht zu ertragen für mich.

Aus die Maus.