Täglich

Tägliche Anfälle von Glückseeligkeit

Die Regenkatze inspiriert weiterhin

Lesen als Lebenszustand

Ein offenes Geheimnis
Ein Lebenstrick.

grüne Variante

Ein Tag in gänsescheißengrün.

Inspiriert von der Regenkatze.

Über den Dingen

Über den Dingen stehen und nie darunter.
Aber noch viel wichtiger:
Nie über den anderen Menschen stehen.
Gar nicht so leicht, den eigenen Ansprüchen zu genügen,
die sozialisierte Patina abzulegen.

Das Alter schenkt dir Weitsicht,
aber die Lust auf die Weite ist längst verflogen.

Über den Dingen stehen.
Mit freiem Blick bis ans Ende der Zeit.

Im Trüben

im Trüben
rühren

den Schlamm aufmischen

durch das Leben buddeln

Anleitung zum Weitergehen

von eins bis drei
in Dauerschleife

Geflutet

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet.

 

Tausend Mal habe ich mir heute schon gesagt, dass ich es nicht an mich heranlasse. Dass ich klug sein werde, nicht in die Falle tappe und mindestens drei Mal ist es mir schon gelungen mich wieder zu beruhigen. Aber dann kommt alles wieder noch oben. Wie gelange ich nur aus dem Strudel? Gute Frage auf die es keine praktische Antwort gibt.

Neben den Problemen des Tages, die sich als Schlamassel entpuppen, ergreift mich eine Traurigkeit. Die Traurigkeit, die immer einsetzt in diesen Tagen. So viele Jahre sind vergangen.

So viele Jahre in denen das Band seine Elastizität zeigt
. Und immer noch steigt die Traurigkeit aus dem Nichts empor und ich weiß, wie dankbar ich bin, für die Zeit, die wir hatten. Was für ein Mensch!
Für S. binde ich auch dieses Mal wieder die Sarah ein mit ihrem Kleid. Weil es sie amüsiert hätte und weil sie dieses Lied mochte. Und weil es gut tut, daran zu denken. Mich zu erinnern.

Dunkles

in der Nacht
Schwermutfäden spannen
zum entlang hangeln
immer im Kreis herum

Journal03112018

Bald ist es vorbei mit dem Pläne schmieden. Das Privileg der Menschen mit hoher Zeitsouveränität. Lange genossen. Der Abschied fällt schwer.
Überhaupt besitzt das Wort Spontanität nicht die geringste Anziehungskraft für mich.

Das Mimosenseelchen reckt sich und möchte mit erhobenen Haupte durch die dunklen Tage schreiten.

Wünscht mir Glück, flüstere ich leise. Wünscht mir Glück.

Journal31102018

Das Schöne an den Seminartagen ist für mich als Frühaufsteherin, dass Zeit für ein Morgenspaziergang bleibt. Viel Zeit, um raschelnd durch das Laub zu laufen. Zeit um den Vögeln zuzuhören von denen ich nicht einen einzigen bestimmen könnte, Zeit um durch Zäune zu blicken und dabei meine Gedanken in die Vergangenheit schweifen zu lassen.

Dann geht wieder alles schnell. Theorie wird in meinen Kopf gestampft. Die Zeit rennt davon und ich dem Bus hinterher. Der Zug muss auf seine zweite Hälfte verzichten, während das Bahnpersonal souverän, die Lage entschärft.

Es ist längst dunkel als ich in meine Wohnung zurückkehre und sie wieder in Besitz nehme. Jetzt verfliegt die Zeit und ich würde sie mir am Liebsten ganz festhalten. Sie an mich reisen. Es ist meine Zeit.
Sie gehört mir.

Herbst am Wannsee


Noch nie war ich im Frühling oder im Sommer am Wannsee. Noch nie sah ich den Garten der Liebermann-Villa blühen.

Immer wieder enttäuschend: der See ist eingekreist und eingekesselt von Privateigentum. Hier und da mal ein kleinster Blick, ich laufe am Morgen zur Villa und stehle mir die Sicht auf den See.

Das Seminar ist anstrengend, intensiv und eröffnet neue Arbeitsfelder. So viel zu tun, so furchtbar viel zu tun.

Ich lese Sarah Kirch „Krähengeschwätz“ und höre die Sudelbücher, Sissinghurst und nie Musik.

Mit dem kleinen Webrahmen zaubere ich mir kleine Quadrate. Sie sollen meine Welt verschönern. Mein Zimmer, das für mich allein.

1911

New York 1911

Ich liebe diese alten Filme.


Quelle: open culture