Bei mir werden Entscheidungen hin und her gewälzt. Kräftig. In alle Richtungen werden sie gedreht und abgewogen.
Aber ganz plötzlich ist die Entscheidungszeit vorbei, mit einem Mal – wie aus dem Nichts – ist die Entscheidung da. Empor gekrochen aus der Dunkelheit.
Den Höhepunkt des Jahres hinter mich gebracht. Mit Fassung und unter Spannung.
Es ist vollbracht.
Ein weiterer Einschnitt. Ein wichtiger Kalendereintrag.
Jetzt ist endlich Zeit, die kleinen, aufgeschobenen Entscheidungen abzuwägen.
Eine ganze Liste liegt an. Aufgeschoben bis nach dem Tag der Tage.
Aufgeschoben, noch nicht aufgehoben.
Was wird sein? Was soll sein?
So schnell, zu schnell.
Das Leben nimmt Fahrt auf, aber der Fahrtwind bekommt mir nicht.
Nachts um zwei wache ich auf und greife nach dem Handy. Ich muss mir ein Hotel suchen. Unbedingt brauche ich ein Hotelzimmer, um mit meinen Sorgen dort einzuchecken.
Vielleicht ist es nur einer dieser Nachtgedanken geht es mir durch den Kopf. Aber ich weiß trotz Müdigkeit sehr genau, dass das nicht stimmt. Es ist die Nacht, die feinfühlig macht. Hypersensibel.
In der Ferne stimmt etwas nicht und am Liebsten würde ich die Atmosphäre einfangen.
Zähmen und verschließen.
Mich und andere gesund träumen.
Der Alptraum nimmt seinen Lauf.
Leseempfehlung für alle, die gerne Briefwechsel und persönliche, biografische Literatur lesen:

Post vom schwarzen Schaf – die Geschwisterbriefe der Brigitte Reimann
claudia Oktober 21st,2018
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Frau Herbst macht sich fein.
Es fühlt sich seltsam an in T-Shirt und Badeschlappen das Herbstlaub wegzukehren
Das ganze Jahr 2018 führt sich wie ein schlechter Horrorfilm auf. Wettermäßig.
Oder klimabedingt.
Ganz wie ihr das haben wollt.
Ich halte den Atem an und warte was es noch bringt.
In der Zwischenzeit ziehen die Kraniche auf und davon.

Der Herbst strahlt golden wie im Märchenbuch. Sechsundzwanzig Grad zeigte gestern die Anzeige der Apotheke in der Bergerstraße an. Ein Traum.
Ich rücke die Möbel in meiner Wohnung zurecht. Bald werden die Fenster ausgetauscht und da heißt es Platz zu schaffen. Bewegungsraum für die Handwerker.
So viele Sachen, denke ich bei mir. Ich besitze immer noch so viele Sachen. Obwohl ich kaum jemand kenne, die weniger Dinge besitzt als ich.
Fünf Jahre in dieser Wohnung haben aber dann doch wieder dazu geführt, dass andere Sachen dazu gekommen sind. Es sind die Gefühle, die sich unversehens in Materie verwandeln.
Mein Zoom-Loom Webrahmen ist jetzt auch gekommen. In Rekordzeit.
Das beste Stück für die Herbst- und Wintertage.
Ich freue mich, auf die Kuschelzeit.
Mir geht die ganze Zeit, dieser kleine Zoom Loom Webrahmen nicht aus dem Kopf. Mit ihm kann man kleine Quadrate weben, aus denen man schöne Sachen machen kann.
Das Teil ist sehr einfach, kostet allerdings mehr als 50 Euro in der Plastik-Ausführung.
Aus Holz gibt es sie nur mit Lieferung aus Amerika, also ungefähr vier Wochen Lieferzeit und ebenfalls sehr teuer.
Obwohl das Prinzip so einfach ist, traue ich mir nicht zu, mir selbst einen Zoom Loom zu bauen.
Am Schönsten wäre es, ich könnte das Teil einfach mal irgendwo probieren und auf Tauglichkeit dabei achten.
Aber auch gebraucht ist so ein Rahmen nicht aufzutreiben.
Wie konnte ich jemals ohne Bed-Side-Bag leben?
Das Wort Bettkantentasche gefällt mir auch sehr gut.
Da ich zum „Nestbau“ rund um meine Schlafstelle neige, scheint sie mir die einzige Möglichkeit zu sein, vor meinem Bett Ordnung zu schaffen. Nun ist mir auch noch klar geworden, wie praktisch so eine Tasche auch bei Übernachtungen im Hotel ist.
Fein, sehr fein.

Ein Erfahrungsbericht also. Die Erfahrung in einem fremden Alltag aufzuwachen. Mit Kind sieht der Alltag anders aus, das wissen wir. Aber Antonia Baum schreibt nicht über die Beziehung zwischen Mutter und Kind, sondern über die Beziehung der Mutter zu ihrem direkten Wohnumfeld. Sie schreibt über die Gesellschaft in der wir leben, über diffuse Bedrohung, tiefe Ängste, große Unsicherheiten. Sie setziert das Milieu aus dem sie kommt und zeigt die Widersprüche auf.
Mich hat das Buch gepackt.
Von Angesicht zu Angesicht.
Ich bin jetzt stolze Besitzerin einer Museumsufercard.
Eingeweiht habe ich sie mit der Ausstellung der Bilder von Lotte Laserstein.

Fotografieren in Ausstellungen muss ich allerdings noch lernen. Gut zu erkennen am beigelegten Beweisfoto.