Es fällt mir nicht leicht, das Buch zu beschreiben.
Das erste Wort, das mir dazu einfällt, ist intensiv. Die Sprache, die Figuren, die Atmosphäre. Alles ist intensiv.
Aber es ist kein Buch, das sich sogleich erschließt. Als Leserin habe ich manchmal das Gefühl, nicht mehr hinterher zu kommen, nicht immer den Überblick zu haben.
Die Sprache überwältigt mich.

Ich erinnere mich beim Lesen noch stark an Ally Klein bei ihrem Auftritt in Klagenfurt. Da saß ich während ihrer Lesung hinter ihr. Sie schien fast mit dem Text wegzurennen.
claudia Oktober 3rd,2018
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Mein lila Rollkoffer und ich haben es auf Umwegen also wieder Nachhause geschafft. Nach einem wehmütigen Abschied vom Traumland gilt es im Alltag wieder Fuss zu fassen. Mich wieder in mein kleines, enges, wunderbar freies, festgelegtes Alltagsleben einzupassen.
Ein paar Vorsätze habe ich für mich mitgebracht. Kleine nur. Eher einzelne Punkte auf die ToDo-Liste gesetzt, die dort schon länger ihren Platz hätten haben sollen. Haben können.
Nachdenklich bin ich. Wie sollte es auch anders sein?
Das Nachdenken wurde mir mit in die Wiege gelegt, wer weiß was sie stattdessen aus ihr herausgenommen haben.
Ich grüble über die Zeit, die noch bleibt und darüber ob ich ihr immer gerecht bleibe. Ob ich zu viele Kompromisse mache oder zu wenige. Ich bin die Weltmeisterin im Grübeln und werde mit dem Alter immer besser darin.
Der Übergang zum Alltag fällt nicht leicht. Mit den Jahren immer weniger.
Ein letzter Blick zurück. Mit viel Wehmut, voller Dankbarkeit und mit tausend Erinnerungen.

Dieser Ort gab mir so viel in all den Jahren. Aber manchmal muss eine Abschied nehmen.
Die Zeichen bei uns stehen eindeutig auf Abschied, auch wenn der Kopf es nicht so richtig begreifen kann.
Noch ein Monat, noch einen Sommer, noch ein Jahr – flüstert diese unerstättliche Stimme, die nicht loslassen will.
Aber die Stunde schlägt.
Unerbittlich.
Mir bleiben die vielen Erinnerungen.
claudia September 28th,2018
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Heute ist das Meer aufgewühlt und zeigt uns tosend seine Kraft. Die Fischer sind vorsorglich an Land geblieben.
Wir stehend staunend am Strand.
claudia September 26th,2018
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Urlaubsliebe
große
die
Unverhofft und unverdient.
In den Schoss gefallen.
Nicht nur sprichwörtlich.
claudia September 25th,2018
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Die Kirche im Hafen von Llanca. Als wir sie zum ersten Mal sahen, fuhren die Autos noch ganz nah an ihr vorbei. Erst später wurde mehr Platz für sie gemacht.
Auf den alten Fotos bot sich ein komplett anderes Bild: da war sie von Weinreben umgeben.
Weinreben gibt es hier nicht mehr.

Heute Abend sah ich zum ersten Mal in meinem Leben den Mond – den Vollmond – am Horizont und direkt aus dem Meer aufgehen.
Mein Freund der Mond. So strahlend hell.
Gelernt habe ich heute auch etwas: dass es ein Forschungsgebiet gibt, das die Gefühle der Vergangenheit erforscht.
Dass die Zeit in der wir Leben auch einen großen Teil der Gefühle bestimmt.
Wusste ich nicht.
Dieses große Meer der Umwissenheit in dem wir doch immer wieder schwimmen.

Sommer is over.
Der Herbst beginnt.
Hier in Llanca zeigt der Sommer aber noch mal, was er zu bieten hatte.
Ich halte mit meinem Kühlakku dagegen. Nicht mal dem Meer gelingt es mich abzukühlen. Meine innere Flamme entzündet die Atmosphäre und alles was um mich herum wächst und gedeit.

Wochenendstimmung in Llanca. Kombiniert mit Sommerende-Feeling. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in all den Jahren so eine sommerliches Vorsaison und Nachsaison-Atmosphäre hatten.
Bei mir ist jetzt auch angekommen, dass PKWs nicht mehr überwiegend dunkel sind. Der Mittelstands-PKW trägt nun ein stolzes Weiß. Wann ändern sich solche Äußerlichkeiten eigentlich? Und wie? Ich merke das ja immer erst, wenn die Welle überschwappt.
Auch der Mond trägt weiß. Das allerdings schon seit einer Ewigkeit.
Weiß steht ihm ausgesprochen gut.
Das Meer spiegelt in der Nacbt das weiße Mondlicht in all seiner Pracht.
Es ist genug Licht für alle da.
Wenigstens das.

Hier ist Zeit nachzudenken und nachzufühlen.
Aber ich halte nur ständig den Atem an. Da rollt eine kackbraune Welle auf uns zu. Voller Abscheu, voller Aggression.
Wie kann es sein?, frage ich mich.
Ich frage mich das ganz ernsthaft – wie kann es sein, dass die SPD vergisst, dass rechts das Auge nie blind sein darf? Verkauft und verloren.
Woran halten sie nur fest? Die Demokratie wankt und schwankt.
Mir wäre lieber, da gäbe es mehr Vertrauen.
Die, die unter so vielen lieblichen Fähnchen ihren Sorgen ausbreiten, wissen ganz genau wohin mit ihrem Hass. Es reicht ihnen nicht eine Wahl zu gewinnen. Es reicht ihnen nicht die Deutungshoheit an sich zu reißen.
Sie wollen alles und noch viel mehr. Aber so funktioniert Demokratie nicht. Wer sie wählt, wählt die Demokratie ab. Wählt Hass und Gewalt. Wählt Blut und Verderben.
Alles spricht dafür, dass sich die Fehler der Geschichte wiederholen.
Würdet ihr euch bitte widersetzen!
Es liegt ein Hauch von Streik in der Urlaubsluft, der die Ruhe etwas stört.
Reiserouten werden gesucht, gefunden, verglichen, verworfen, angepasst.
Viel zu früh. Ganz sicher ins Blaue hinein.
Für alles gibt es hier eine Kennzahl. Selbst das Lebensglück ist zahlenabhängig. Aber ich glaube nur bedingt an die Macht der Zahlen. Wenn sie mir nicht gefallen, tausche ich sie gnadenlos aus.
Eine Reizzahl im Jahr 2018 ist die 30 und ihre Geschwisterchen. Die üblen Kleinen. Die hartnäckigen Drahtzieher konsequenten Herzpumpens.