versöhnen

Mich jeden Tag mit mir selbst versöhnen.
Vielleicht ist das meine Schicksalsaufgabe.
Es fehlt die Gnade der versöhnten Geburt.
Es bleibt die Herausforderung der Selbstversöhnung.

Tag um Tag um Tag.

gerüstet

Der Titel ist nur Schall und Rauch. Eine Rüstung trage ich nicht. Bin weder Ritter noch Edelfräulein.

Mag mich auch nicht hinter hohen Mauern verstecken, mein Schneckenhaus tut es auch.

Die Zeiten rufen nach Kriegsrhetorik. Lauthals und nachdrücklich.
Der starke Mann ist gefragt, die starke Frau wird abgedrängt. Es wird aufgeräumt und der Inhalt von allen Schubladen wird zusammengeworfen.
Die Heimtückischen bewaffnen sich mit Sprache.

Der Countdown läuft.

Die Zeit läuft aus.

geordnet

Ordnung muss fließen. Das wissen viele Menschen nicht und versteinern mitten in ihr.
Ordnung ist ein Prozess, mit bewegter Struktur. Gefährlich wird sie im erstarrten Modus.
Nicht die Dosis ist in diesem Fall tödlich, sondern die Erscheinungsform.

Himmlische Ordnung entsteht, wenn die Welt ihre fließende und klingende Ordnung findet.
Wenn alle Sterne ihre Bahnen ziehen und dein Herz im Rhythmus des Lebens klopft.

Das Chaos ist kein Feind der Ordnung. Eher die Inspiration.

Ich ordne Gedanken, Gefühle, Erfolge, Menschen, Leistungen, Träume, Bücher und Kunst.
Ich ordne draußen und drinnen.
Ich lasse mich ordnen und rufe zur Ordnung.
Ich ordne an und erkenne die Bescherung.

Schnellmalsystem

Schnellmalerkennungsspiel

Sketchnotes automatisch erkennen üben. Kleine Zeichnungen.

gehustet

Trockener Wollhusten an pfeifenden Bronchien.
Die Selbstheilungskräfte gehen ihre eigenen Wege. Vielleicht haben sie sich auch verlaufen.

Die Neuigkeiten des Tages kommen mit Trauerflor.
Die Gedanken und Erinnerungen bleiben. Dieses Band, das immer flattriger wird.

Mein Leben – plötzlich ist es es zählbar. Erzählbar und so viele Geschichten sind definitiv abgeschlossen. Die neuen Wege führen nicht mehr durch das Unterholz.

Manchmal muss ich mir mein Alter mehrmals am Tag in eine für mich verständliche Größerelation übersetzen.

Du darfst, sag ich mir und meine damit nicht das Essen.

Zettel

Angestrengt krieche ich zurück in mein Leben. Wie der Krebs im Video, allerdings schält sich der erst eindrucksvoll aus seiner Schale, die er zurück lässt. Sieht unheimlich aus, diese Hülle, die er doch einst war und jetzt bleibt sie liegen.
Ich habe keine Schale aus der ich mich heraus schälen könnte. Krieche einfach in die Spur meines Lebens zurück.

So viele Diskussionen in diesen Tagen, die sich falsch anhören. Vielleicht bin ich in einem Paralleluniversum ausgesetzt. In die Ecke setzen und darauf hoffen, dass sich etwas ändert, scheint mir produktiver, als den falschen Diskussionen zu folgen.

Irgendwie sind wir in eine Zeitschleife geraten. Die bösen Zeiten nehmen Anlauf, ehe sie zur Wiederholung ansetzen.

So viele Jahrzehnte verpasste Chancen.

Demokratie ist ein Pflänzchen, das viel Pflege braucht.

Routine

Ich taste mich langsam durch den Tag. Schon in der Erwartung, dass alles zu viel sein wird. Ist es dann auch. Die Ereignisse purzeln in mein Büro. Per Mail, in Menschengestalt und per Telefon. Eins nach dem andern und am Ende bleibt ein wildes Durcheinander auf meinem realen und meinem virtuellen Schreibtisch.

Es irritiert mich, dass es mir nicht gelingt, nach Plan A vorzugehen. Es ist mein Job auch die Pläne D bis K ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Obwohl jede weiß, dass am ehesten der Plan Q34Z-III zum Einsatz kommen wird. Wir sind hier im öffentlichen Dienst und traditionsbewusst.

Traditionen sind gut, etwas dem du nachweinen kannst. Denn kaum sind sie eingeführt, geraten sie schon wieder in Vergessenheit.

Gegen den Hass

Helga hat auch keine Lösung gegen den Hass parat. Aber sie legt den Finger in die Wunde.

Rechts ist da, wo es weh tut.
Rechts ist da, wo der deutsche Staat blind ist.
Rechts ist dort, wo die Medien gern mal mit dem Feuer spielen.
Rechts ist das, was uns gerade um die Ohren fliegt.

Der Mond kommt von links

Der Mond kommt von links und jedesmal denke ich, das kann er gar nicht sein.
So viel Licht kann sich doch nur spiegeln! Die geballte Macht der Elektrizität wird sich irgendwie im Fenster fangen. Die Nacht ist dunkel und nur der Vollmond schafft es, sie zu erhellen.

Doch jeden Abend habe ich Unrecht. Der Mond kommt von links und leuchtet durch die Dunkelheit.

Lass es ein Zeichen sein, wünscht sich die Verzweiflung in mir.
Lass es ein Zeichen sein!

Der Mond leuchtet und strahlt so hell,

er wandert durch das Fensterglas

bis er erlischt am rechten Rand.

Schönes

Schönes gefunden.
Die Wildgans hat den Weg gewiesen.