Spielereien

Snapchat macht Spaß und trotzdem fremdle ich ein bisschen damit. Vielleicht bin ich einfach zu schüchtern dafür.
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Aber es gibt dort tolle Menschen, denen ich gerne folge. Menschen, die ich von Twitter, Facebook und ihren Blogs schon so lange kenne. Aber mit snapchat sind sie mir näher denn je.
Spaß und Ernst liegen nahe beieinander. Was mir am besten gefällt, sind die neuen Eindrücke. Bisher habe ich immer behauptet, dass das Internet für mich ein Textmedium ist und bleibt.
Kann sein, dass sich das nach 22 Jahren ändert.

Nachts

Abends kannst du die Flugzeuge am Besten hören. Wenn es dunkel ist und die Autobahn schon etwas leerer. Ganz ruhig und dumpf grollt sich ihr Lärm näher. Baut sich auf und fliegt davon. Kleine Pause, kurze Stille. Bis du es wieder ahnst und ja, da kommt das nächste schon. Grollt sich zusammen – ohne je in einem Getöse zu enden.
So viele Menschen mit einem festen Ziel und nicht den Hauch eines Bodens unter den Füssen.
Es heißt, die Flugzeuge verlieren Treibstoff über der Region. Nicht unerheblich soll die Belastung sein. Manchmal verlieren sie auch blinde Passagiere. Der Tod geht viele Wege und macht auch vor den einsamsten nicht Halt.

Du lauschst der Stille zwischen dem Gegrolle. Der Hoffnung, dass die Menschheit ihren Verstand wieder findet. Aber du ahnst, dass die Hoffnung trügerisch ist. Kackbraune Faschistenscheiße macht sich in den Herzen breit.
Wenn die Liebe nicht walten darf, wird es kalt im Land. Der Stechschritt wird bald wieder nachts zu hören sein.

Das nächste Flugzeug grollt heran. Wie eine Welle am Meer, breitet sich der Lärm über den Himmel aus. Abfliegen, ankommen. Ankommen, abfliegen. Die Stadt lebt ihren eigenen Rhythmus.

Ich höre gerne zu.

Freifunk – Internet für alle

Das Goethe-Institut hat ein kurzes Video über Freifunk auf seinem youtube-Kanal.

 
Sehr empfehlenswert, sehr einfach erklärt.

Mehr Freifunk in der Sammelmappe findet sich hier.

56 Tage

Vor 56 Tage habe ich Kuba verlassen. Stilecht mit einer Flasche Rum im Gepäck. Dass es 56 Tage sind sagt mir die duolingo-App, denn seither habe ich diszipliniert meine Kurse durchgehalten. Manchmal morgens um fünf vor dem Aufstehen, manchmal noch kurz vor Mitternacht, damit mir der Strike nicht verloren geht. Vor Kuba waren es irgendwas mit 100 und so und so viel Tage.

Das Dulingo-Fieber hält sich also nachhaltig und selbst die abgeschlossenen Kurse kann ich nicht verlassen, so groß ist der Sog.

Der Kalender sagte heute morgen zu mir, dass nur im Wörterbuch der Erfolg vor dem Fleiß steht. Aber er hat wie so oft nicht recht. Fleiß ist keine Tugend – und zum Erfolg führt er auch nur in den wenigsten Fällen.

Das Duolingo-Fieber hat auch wenig mit Fleiß zu tun. Es ist eher eine Form der Besessenheit. In meinem Fall vielleicht sogar die Fortsetzung der Ausmalkärtchen für Erwachsene. Ein Schutzwall gegen die Anmaßungen des fremd bestimmten Arbeitsleben.

Eine besondere Form der Tiefbegabung.

Vagina

Wäre die Vagina doch ein Auto

Margarete Stokowski in Hochform. Immer auf den Punkt, der wehtut zielend.

Nein, wir sind nicht die Spezie, die das Ja im Nein erfunden hat.

Nein, wir sind nicht die die das Recht beugen und mißachten.

Wir sind nicht die, die ihr ständig bemunden könnt.

Nein heißt NEIN.

Was auch sonst?

Nachtrag: Carolin Emcke fragt sich in ihrer Kolumne in der Süddeutschen auch, welcher Teil des Wortes nein, denn nicht zu verstehen ist.

 

Schlaflos

Tückisch ist die Nacht. Heimtückisch sogar. Die Welt färbt sie schwarz ein und zeichnet durchscheinende Monster drauf.

Jedem das eigene Monstermodell. Passgenau geschneidert auf die individuelle Seelenangst.
Sie ist eine Künstlerin und beherrscht ihr Metier.
Niemand entkommt ganz unversehrt.

Müll

Virtueller Müll kann auch gesundheitsschädlich sein, habe ich heute gelernt.

Wir sind schon eine seltsame Gesellschaft, mit einer unglaublichen Potenz an Verdrängungsenergie .

Nein heißt nein

Am nächsten Donnerstag findet die erste Lesung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Sexualstrafrechts statt. Aber wenn ihr jetzt denkt, dass aus einem Nein jetzt endlich juristisch auch ein Nein wird, dann habt ihr euch leider getäuscht.

Nein, soweit sind wir noch lange nicht. (Annika Reich und die Strafverteidigerin Christina Clemm beschreiben in ihrem gemeinsamen Artikel die Anwendung des Gesetzentwurf an einleuchtenden Beispielen aus der Praxis.)

Diese Gesellschaft ist offensichtlich noch nicht bereit, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass es keine Dauerbereitschaft zur sexuellen Aktivität gibt. Es fällt mir schwer, mich damit abzufinden und es entspricht auch nicht meiner Lebensrealität. Auch nicht der meines Umfelds. Es ist problematisch, wenn die Lebensrealitäten, das Rechtsempfinden und die Rechtssprechung so weit auseinander liegen.

Wir brauchen ein Sexualstrafrecht, das sich nach den europäischen Konventionen richtet. Das ist doch gar nicht so schwer! Traut Euch, ihr Politikerinnen und Politiker. Nein zu sagen tut in diesem Fall nicht weh.

Und beim Abstimmen heißt es auch nein.

Nachtrag:
Zum Thema auch unbedingt lesenswert ist die Kolumne Luft und Liebe von Margarete Stokowski zu diesem Thema mit dem Titel „Im Recht, am Arsch“.
Der Artikel „Warum die „Reform“ des Sexualstrafrechts keine ist“ von
Ulrike Lembke ist ebenso empfehlenswert und beleuchtet die juristische Sicht auf den Gesetzentwurf.

Wissenschaftlerinnen in Wikipedia

Sandra Sieraad Pressestelle
Universität Bielefeld

Die Mathematikerin Dr. Katharina Habermann ist neue Gender-Gastprofessorin

„Beiträge von Frauen zu den Wissenschaften und insbesondere zur Mathematik sind in der Geschichte immer noch unterrepräsentiert“, sagt die Privatdozentin Dr. Katharina Habermann, die als Gender-Gastprofessorin im Sommersemester an der Universität Bielefeld lehrt. In ihren Seminaren will die Mathematikerin vermitteln, wie Wissenschaftlerinnen bei Wikipedia angemessen präsentiert werden können. Ausgangspunkt ist eine systematische historische Annäherung über Quellen- und Literaturarbeit, Lexika und Enzyklopädien. Ihr öffentlicher Vortrag am 12. Juli lautet: „Frauen in Rot – der Gender Gap in der Wikipedia.“ Read the rest of this entry »

Wut

Ich bin wütend. Auf die stille Art. Ich knalle keine Türen zu und schreie nicht. Dazu fehlen mir die Worte.
Obwohl – schreien geht auch ohne Worte. Aber nein, ich schreie nicht.

Weiß nicht mal, ob ich Grund genug dazu hätte.
Was wäre ein angemessener Grund?
Die Wut tobt in meinem Gedärm und ich versuche es mit einer Verhandlungsstrategie: Es ist es nicht wert, so zu leiden. Sie sind es nicht wert, dass ich so leide.
Vergiß einfach was geschehen ist, setz  dich in die Sonne und sei glücklich.

Eigentlich müsste ich seit fast fünf Jahrzehnten wissen, dass dieser Rat nichts taugt. Eigentlich.
Eigentlich weiß ich, dass er nichts taugt.

Und dennoch habe ich mir nicht mehr zu bieten. So viele Jahre, so viel Erfahrung, so wenig Gelassenheit.

Nichtsdestotrotz verhandle ich weiter mit meiner Wut. Sie ist es so gewöhnt und ich bin es so gewöhnt. Sie ist eine verwöhnte Göre, die sich einfach nicht zuschütten lassen will.

Sie steht aufrecht und lässt sich nicht kleinreden.

Vielleicht mag ich sie in der Zwischenzeit auch ein wenig. Obwohl sie mir so viel Ungemach bereitet.