So alt ich auch werde, eine Sache ändert sich bisher nicht: manche Männerstimmen bringen mich zum Schmelzen. (Ihr kennt ja meinen Hang zum Kitsch) Diese zum Beispiel.
Bei den Frauen ist das ganz anders: das vibriert von innen. Sie zum Beispiel.
(disclamer: hier bloggt eine musikalische Analphabetin mit Hang zum Träumen)
Die Verhandlungen mit dem Wecker scheitern aus Einseitigkeit. Er ist für Argumente nicht zugänglich und ignoriert die Bedürfnisse, die ich an ihn heran trage. Er fordert autoritäres Verhalten meinerseits gerade heraus: ich überstimme ihn. Geht ganz einfach, kurz und schmerzlos. Gewaltfrei, diese Behandlung erfährt nicht jeder Wecker. Da kann er von Glück sagen, dass er bei mir gelandet ist.
Das hätte schlimmer ausgehen können für ihn. Andererseits: was ist ein Wecker wert, dessen Autorität untergraben wird?
Vielleicht klagt er mich wegen seelischer Grausamkeit an?
Die Woche hat mich stark gemacht. Das hätte ich kaum geglaubt, so mittendrin in dem Schlamassel. Klingt so nach Kalenderweisheit – aber es fühlt sich so an. Mein Schreibziel ist am Dienstag abgeschlossen. Aber ich kann Euch sagen: in der Woche wollte ich mehr als einmal aufgeben, weil mir das dieses Mal so sinnlos vorkam. Aber jetzt lasse ich mich nicht mehr beirren, auch wenn ich weiterhin sehr deutlich weiß: es gibt so vieles, das ich nicht beeinflussen kann. Zu vieles, was direkt in meinem Zusammenhang steht, für meinen Geschmack.
Draußen regnet es kuschelig weiter.
Tausend Mal habe ich mir heute schon gesagt, dass ich es nicht an mich heranlasse. Dass ich klug sein werde, nicht in die Falle tappe und mindestens drei Mal ist es mir schon gelungen mich wieder zu beruhigen. Aber dann kommt alles wieder noch oben. Wie gelange ich nur aus dem Strudel? Gute Frage auf die es keine praktische Antwort gibt.
Neben den Problemen des Tages, die sich als Schlamassel entpuppen, ergreift mich eine Traurigkeit. Die Traurigkeit, die immer einsetzt in diesen Tagen. Zehn Jahre ist es jetzt her.
Zehn Jahre in denen das Band seine Elastizität zeigt. Und immer noch steigt die Traurigkeit aus dem Nichts empor und ich weiß, wie dankbar ich bin, für die Zeit, die wir hatten. Was für ein Mensch!
Für S. binde ich auch dieses Mal wieder die Sarah ein mit ihrem Kleid. Weil es sie amüsiert hätte und weil sie dieses Lied mochte. Und weil es gut tut, daran zu denken. Mich zu erinnern.
Es gibt ein Band, das der Tod nicht trennen kann,
Liebe und Gedanken bleiben für immer.