Gefangen
die Pflichten
setzen sich rittlings
auf die Brust
reiten mit der
Unbefangenheit
davon
die Pflichten
setzen sich rittlings
auf die Brust
reiten mit der
Unbefangenheit
davon
Die Sammelmappe ruft und will beschrieben werden. Ich sperre mich ein bisschen dagegen. Das Novemberschreiben ruft. Steht mahnend im Raum. Will Aufmerksamkeit. Besteht darauf fortgeführt zu werden. Ein Lebensticker wäre vielleicht angebracht. Aber selbst den mag ich nicht befüllen. Die Nachschwingungen des Tages müssen sich noch beruhigen. Das Gemüt verdunkelt sich. Trotz erfolgreichem Tag.
Die Erkenntnis lässt sich nicht in Praxis umsetzen. Auch kein origineller Schluss.
Wenn die sich die Welt drehen kann, dann kann sie auch taumeln. – Das trifft es schon eher.
Ganz leise. Hier wird gearbeitet, gelitten und geschrieben – das ganz normale Leben. Aber sehr, sehr leise.
Bin bald wieder da!
„Ich bin ja nur die Aufsicht.“ Diesen Satz gab sie öfters von sich und er blieb mir so stark in Erinnerung. Offensichtlich gibt es überall Menschen, die mit Herzblug in ihrer Arbeit aufgehen. Sie war zweifellos der Höhepunkt des Besuchs vom Lottehaus in Wetzlar. Sie begleitete uns durch die Räume und erzählte wissenswertes in eigenen Worte über das Haus, die Einrichtungsgegenstände und die Personen, die hier lebten oder mit dem Haus in Verbindung stehen.
In jedem Zimmer bestand sie darauf, dass wir uns zuerst den Audioguide anhörten, denn der erzählt das Wichtigste und das mussten wir zuerst hören, bevor sie uns dann ihre Geschichten ausbreitet.
„So ein Haus ohne Mutter in denen es vor lauter Kindern wuselte, das kann man sich ja auch ein bisschen wie eine sturmfreie Bude vorstellen, deshalb trafen sich da so gerne alle möglichen jungen Leute.“
„Da gab es mal eine Sonderausstellung, die sich mit dem psyschischen Symbolen im Werther beschäftigte und die hoben die große Bedeutung der Szene hervor, als Lotte das Brot mit dem Messer zum Herzen schnitt. Wie hätte sie sonst das Brot schneiden sollen? Andersherum wäre ja geschnitzt?“ Nein, diese Ausstellung hatte ihr nicht gefallen, aber eine mit Porzellanmalereien und dazu erzählte sie auch die Geschichte, dass Lotte später mal in die Verlegenheit kam ein teures Hochzeitsgeschenk anfertigen zu lassen und dass sie dann trickreich ein Plagiat herstellen ließ, weil sie der Ansicht war, niemand würde beim Kaffee trinken, die Tasse umdrehen und nach dem Fabriksiegel sehen.
Eine Geschichte war ihr etwas peinlich: „Stellen Sie sich vor, da kam doch im letzten Sommer diese Dame und musste telefonieren, ich habe ihr die Richtung gezeigt, wo sie eine Telefonzelle findet. Später kam die Dame wieder und fragte nach ihrem Anhänger und ich dachte, sie sei ein bisschen verwirrt. Sie konnte ihr Schmuckstück doch nicht im Haus verloren haben, sie war doch noch gar nicht drin gewesen, aber dann stellte sich heraus, dass sie ein Mitglied der Familie war und das Schmuckstück für die Ausstellung geschenkt hatte.“
Das Lottehaus scheint eine wohltuende Aura zu haben.
Antje bloggt über den Netzfeminismus und ich hätte viel dazu zu sagen. Aber ich muss meinen Rückstand aufholen, also mache ich das, was ihr vielleicht auch öfters mal machen solltet: Antjes Artikel verlinken.
Ich finde es schade, dass ihr nicht mehr verlinkt, auf Facebook oder Google teilt, auf Twitter oder Identica erwähnt, – und die Diaspora, die gibt es auch noch.
Netzfeministische Themen brauchen Öffentlichkeit, die können wir erreichen indem wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Ist doch ganz einfach!
Gebt euch einen Ruck und teilt mit. Ohne Frauen geht es nicht und mit geht es mir besser.
„Tränen werden nicht ausreichen, man wird vor lauter Not lachen müssen.“
Ich habe keinen blassen Schimmer, wo ich dieses Zitat gelesen habe. Ich lese es auf einem Zettel, der neben meinem Bett liegt und denke: das muss dass Motto der Woche gewesen sein.
Ich verabschiede mich und tauche wieder ab ins Novemberschreiben.
Ich vermisse die Lyrik, vermisse das Lesen – bin weit im Rückstand, das Ziel ist dennoch nicht aus den Augen. So viel ganz kurz zum Novemberschreiben.
Zum anderen Ereignis der Woche werde ich schweigen. Was gibt es da auch zu sagen: die einen Schielen auf den Weg nach oben und möchten sich befreien von allem was ihnen nicht genehm ist. Selbst von Personen oder Sachen, die ihnen nicht mal im Wege stehen.
Die gute Laune hält an und entwickelt sich langsam zur Hochstimmung. Anlass dazu gibt es keinen. Eine andere Art der Stimmungsschwankung der Wechseljahre? Wie auch immer: Fühlt sich gut an.
Gut, stark, stabil, aufrecht – vor allem aufrecht.
vielleicht ist es mir zu lange gelungen
geheim zu halten
dass ich eines Nachts
klammheimlich
vor lauter Lachen
ins Lager der Narren
gekugelt
bin
(Das Gedicht, das geheime Power enthält. – alt aber wirksam)