Das Leben schlägt Purzelbäume – aber ich mag nicht mit purzeln. Ziehe mich lieber zurück. Die bewährte Taktik um Energie zu sparen.
Zum ersten Mal in der langen Sammelmappenzeit taucht der Gedanke auf, dass ich eine Auszeit nehmen sollte. Zu viel Energie in den Wind geblasen. – Obwohl, im Wind, fände ich sie noch gut aufgehoben. Es scheint zur Zeit eher so, als wenn die Energie mit vollem Karacho gegen die nächste Wand fährt.
Ein Totalschaden an meiner Seelenkarosserie. Wenn meine Seele denn ein Gehäuse hätte, aber Tatsache ist doch: sie liegt blank, frei und ungeschützt.
Und da möchte ich sie auch in Zukunft sehen. Nur so macht das Leben Sinn für mich.
ich möchte
das Unmögliche
möglich machen
damit die
Sterne glänzen
In diesem Fall bin ich parteiisch. Ich stehe auf der Seite der Realität und die sieht traurig aus.
… denn nur 13 % der angezeigten Fälle kommen zur Verurteilung – meist auf Bewährungsstrafen. Dazu kommt, dass für die meisten die Hemmschwelle vor einer Anzeige zu hoch ist (95%).*
Zweite Rote Karte für Kachelmann
Unser Protest geht in die zweite Runde!
Am 19. Dezember findet der nächste Termin von Kachelmanns Schadensersatzprozess statt. Er verklagt die Nebenklägerin des Vergewaltigungsprozesses auf Schadensersatz für Gutachten, die er selbst in Auftrag gegeben hat.
Sterne
stehen auch am Tag
am Himmel
überleuchtet und vergessen
vom hellen Schein
Seltsam, dass so viele Menschen meinen ihr Umfeld mit Adventsgrüßen beglücken zu müssen. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es Länder in denen frau und man etwas toleranter und offener sind. Statt den Weihnachtsgrüßen gibt es da die „Happy Holidays“. Keine schlechte Lösung aus meiner Sicht.
Die Weihnachtsgrüße kann ich ja wirklich noch ausblenden. Aber bei dem inflationären Gebrauch dieser Adventsgrüße, fällt mir auf wie ignorant diese Geste ist. Soll ich wirklich fünf Wochen lang (also Advent und Weihnachten) immer im direkten Kontakt antworten: Schön, dass Du Advent feierst und er dir gefällt, aber ich feiere keinen Advent. Nur mein Wochenende. Nein? Ist der Gruß also nur rhetorisch gemeint? So etwas wie: Schönes Wetter heute – oder Hals- und Beinbruch. Wahrscheinlich eher nicht.
Hier wird etwas medial zelebriert. Etwas, das mir so langsam unheimlich wird und etwas an dem ich beim besten Willen nicht teilnehmen möchte.
Etwas was mich mehr belästigt, als unaufgeforderte Spieleanfragen. Auch so etwas das ich nicht verstehe. Diese penetrante Nörgelei über die Anfragen und das Stammtischhafte sich gegenseitig auf die Schultern Geklopfe. Was sind wir doch für Elite-Social-Media-AnwenderInnen! Die müssen sich lautstark vom Pöbel absetzen.
Was ich mit Freude feststelle ist, dass die Menschen, die das tun, gar nicht zu meinem Netzwerk gehören. Meistens sind das Menschen, die mir irgendwann eine Freundschaftsanfrage schickten und von denen ich in der Zwischenzeit nichts mehr gesehen und gehört habe.
Nur das mit den Adventsgrüßen, das lässt sich nicht eingrenzen. Da sind zu viele beteiligt und sie befruchten sich offensichtlich gegenseitig.
Nun ja, muss ich warten, bis zum Weihnachtswochenende. Dann sind endlich alle beschäftigt und für mich beginnt die besinnliche Zeit. Ganz ohne Stress und Aufreger.
(Nachtrag für mich: Hatte ich nicht vor ein paar Tagen behauptet, mir mache dieses Vorweihnachtszeit-Gedöns nichts aus? Das bezog sich offensichtlich nur auf die Deko und die Weihnachtsmusik.)
Wir ahnen es, wir wissen es, aber können wir es noch ändern? Können wir es wieder schaffen, ein Gesundheitssystem aufzubauen, das die Schwachen nicht hängen lässt? Denn das Gesundheitssystem, das Nele schildert, ist nicht das, wie ich es mir wünsche.
Den Matilda-Effekt kannte ich noch nicht. D. h. den Effekt schon, nur nicht seinen Namen.
Das Mathe-Blog lebt immer noch, wie ihr seht.
„Was selbst leuchtet, braucht keine Beleuchtung.“ Das Zitat stammt aus einer Kafka-Biografie und es gibt mir zu denken. Auf den ersten Blick ist alles klar, auf den zweiten verschleiert sich die Bedeutung wieder. Wer braucht die Beleuchtung und warum? Brauche ich die Beleuchtung um zu sehen oder brauche ich sie um gesehen zu werden. Ein erheblicher Unterschied, der mir erst auffällt, wenn ich mir das Zitat aus der Nähe betrachte.
Mit dem Leben mag es ähnlich sein. Auch da kommt es darauf an, aus welcher Perspektive ich es betrachte. In den letzten Jahren ist mir nicht mehr selbstverständlich, dass jedes Leben immer lebbar ist. Und damit sind nicht nur die ausweglosen Situationen gemeint, in denen sich manche schwerkranke Menschen befinden.
Das Leben ändert seine Teife, seine Dichte, seine Schwere ständig. Was gestern noch toleriert war, ist heute tabuisiert. Was ich im vorigen Jahr nur als leises Brummen in der Ferne wahrnahm, entwickelt sich morgen zum ohrenbetäubenden und nervtötendem Lebenslärm. Was eben noch unter dem Schimmer der Hoffnung lag, verschwindet bald im schwarzen Loch das sich Verzweiflung nennt.
Niemand kann das Leben kennen. Das Leben kennt sich nicht einmal selbst.
Täglich sehe ich angespannt auf meinen Kalender. Die nächsten zwei Wochen sind eindeutig der Höhepunkt dieses Jahres. Inzwischen sind nicht mehr nur alle Tage ausgebucht, sondern fast alle Stunden. Arbeits-, Freizeit-, und Kontaktstress. (Sorry, ihr Lieben!) jedenfalls wird mir beim Blick auf meinen Kalender fast schwindlig. Alle Stunden ausgebucht und dann noch der charmante, logistische Irrweg zwischen den Welten. Zwischen den drei Lebensmittelpunkten. Jonglage könnte ich das auch nennen.
Und trotz des Schwindels: ich fühle mich wohl so flirrend zwischen meinen drei Welten und wenn sie mir heute jemand wegnehmen wollte, fühlte ich mich bestimmt eingesperrt. Wie die Tigerin im Käfig. Oder die Seefrau in den Bergen.
„Von der Hand zum Hirn und nie wieder zurück“ trifft den heutigen Informationskonsum ziemlich genau. Vielleicht ist das Problem gar…