Zarte Seite

dünnhäutig
und ohne
Elefantenhaut

ist der Besuch
im Porzellanladen
dennoch

der Alptraum
der Zartbesaiteten

Auf der Suche

Auf der Suche nach meiner guten Laune nicht erfolgreich gewesen. Also eine andere Strategie anwenden. Vielleicht ist es möglich, hier ganz still auszuharren und sie, wenn sie vorbei kommt, zu überraschen. Sie soll mir ganz bestimmt nicht entkommen. Das will ich nicht riskieren.

Ansprüche und Feedback

Ich bin nicht leicht zufriedenzustellen. Jedenfalls nicht bei Dingen, die mir am Herzen liegen. Großzügig bin ich bei Nebenschauplätzen. Da lebe ich meine Toleranz aus. Unnachgiebig und überkritisch bin ich bei den Themen, die mir wichtig sind. Da sind meine Ansprüche hoch und ich betreibe meine Bestrebungen mit all meinem Einsatz.
Oft merke ich im laufenden Prozess, dass ich meine Ansprüche nach unten korrigieren muss, wenn ich sie mit anderen Menschen gemeinsam verfolgen möchte. Nur selten finde ich Partnerinnen oder Gleichgesinnte, die einen ähnlich hohen Anspruch stellen. Das finde ich schade.
Für mich ist es immer eine gute Strategie, den Anspruch sehr hoch anzusetzen, weil ich mit dieser Methode am meisten aus mir herauskitzeln kann. Wenn ich mir ein kleines bisschen mehr vornehme, als ich meine schaffen zu können, dann gehe ich oft über meine Grenzen hinaus. Das hat sich für mich bewährt. Ich mag diese Wischiwaschi-Pipikram-Ziele nicht.
Ich mag es nicht, wenn sich erwachsene Menschen gegenseitig ständig für Selbstverständlichkeiten loben. Aus meiner Sicht ist das keine gute Strategie, wenn man wirklich etwas erreichen möchte. Aber ich merke auch immer wieder, wie wichtig es für mich ist, mich an andere Menschen anzupassen und meine eigenen Ansprüche runterzuschrauben. Auch wenn mir das schwer fällt.
Sehr schwer.

An trüben Tagen

Gerührt war ich, als die alte Eule fragte, ob sie meine Gedichte sprechen dürfe.
Wie es ihr im Augenblick geht, weiß ich nicht und denke doch oft daran.
Genauso oft wie an diesen bezaubernden jungen Mann und seine Mama – was jetzt nicht heißt, dass ich seine Schwester nicht auch zu schätzen weiß. Aber der junge Mann ist bis tief in mein Herz gedrungen.
Das macht er offensichtlich nicht nur bei bei.

Schnee

Früh am Sonntag aufgewacht und den Schnee draußen entdeckt. Zuerst das gelbe Blinklicht, das durch die Wohnung zuckte. Daran ist der Schnee schon ohne den Blick aus dem Fenster zu erahnen. Manchmal auch durch ein blaues Licht. Es zieht mich zum Fenster und ich kann nicht lange genug hinaus starren. Das Schloss liegt malerisch in der verzauberten Dunkelheit. Schneeverzaubert.
Dezember. Er hyperventiliert auf Weihnachten zu. So viele Termine sind noch unterzubringen. Nicht nur Termine, auch Menschen.
Was für eine rasante Geschwindigkeit! Aber wenn der Schnee fällt, dann läuft die Zeit langsamer. sie tritt leiser auf und kommt mir als Leisetreterin näher.
Mein Ziel sind die ruhigen Tage. Auf die arbeite ich hin, in die möchte ich mich hineinfallen lassen.

Der Schnee draußen erscheint mir als Garant dafür, dass das auch dieses Mal klappt.
Das Symbol für alle Träumerinnen.

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Dekofrei

Meine Wohnung bleibt dekofreie Zone. Das gilt für alle vier Jahreszeiten – und für die fünfte sowieso.

Die Prinzen

Die Prinzen machen ihren Job nicht mehr. Sagt Antje Schrupp, die muss es wissen.

Keine Kulturzeit

Keine Kulturzeit heute. Kein Anker vor dem Feierabendland. Aber gute Laune. Gute Alleine-Stimmung. Lust allem möglichen in mir nach zu spüren. Lust mich zu erinnern. An all die schönen Dinge aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart. Denen spüre ich gerne nach. Die Zukunft klammere ich aus. Vor der habe ich immer ein bisschen Angst. Ist angeboren. Vielleicht ein Gendefekt. Aber darüber will ich mich nicht beschweren.
Ich sitze hier und erinnere mich. Vertiefe mich in meine Seele. In meine Liebe. In meine Verliebtheiten. Einmal habe ich gesagt: seit meinem neunten Lebensjahr war ich eigentlich immer verliebt. Dass neunte wähle ich, weil ich es seit dem sicher weiß. Es ist nicht auszuschließen, dass ich schon früher verliebt war. Aber das kann ich nicht bezeugen. Aber seit meinem neunten Lebensjahr weiß ich, was das heißt: verliebt sein – und seither habe ich es nie aufgeben.
Leben und sich verlieben gehört für mich unbedingt zusammen. Ist ganz nah miteinander verwoben und ich hatte das Glück, das immer ausleben zu können ohne damit jemanden auf die Füße zu treten. Ohne jemanden zu verletzen. (und falls ich jemand verletzt habe, was sicher auch der Fall war, dann nicht alleine deswegen)

Ich kenne alle Stadien des Verliebtseins. Die Spanne reicht von dem bittersüßen Gefühl der unerwiderten Liebe bis zu der anhaltend glücklichen Zärtlichkeit. Mit vielen Zwischen- und Sonderstufen. Nur einmal – für sieben Jahre – war ich in einer Leidenschaft gefangen, bei der es um Leben und Tod gegangen ist. Gefangen ist der richtige Ausdruck und Leben und Tod war der Punkt an dem die Leidenschaft schließlich in die Sackgasse geriet. Ich kann nicht schreiben: an dem die Leidenschaft endete, den richtig geendet hat sie nie. Sie hat sich in der Sackgasse verheddert und im letzten Moment vor der großen Katastrophe hab ich den Notausgang gefunden. Schweren Herzens und es dauerte zwei Jahrzehnte, bis diese Leidenschaft versickert ist.
Wobei ich mir da nicht mal sicher wäre, ob sie nicht auf’s Neue wieder zu Sprudeln begänne, wenn es dazu einen Anlass – sprich eine Wiederbegegnung – gäbe.
Ist mir zuzutrauen. Vielleicht auch nur, weil ich so eine Kitsch-Romantikerin bin, die die inszenierten Liebesgeschichten so mag.

Aber die Inszenierung, die mich in diesen Tagen so erfreut, die behalte ich für mich. In mir. Immerhin sorgt sie für außergewöhnlich gute Laune. Liebeslaune.

alle Jahre wieder

alle Jahre wieder, der volle Weihnachtsschmuck vor meinem Fenster. Die reinste Lichterscheinung.

Mimose

Bin halt ein Sensibelchen bzw. eine bekennende Mimose und so ein Workshop löst bei mir Verunsicherung darüber aus, ob ich auf dem 29C3 wirklich gut aufgehoben bin. Einerseits bin ich neugierig und möchte mir alles gern anschauen, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich meinem Gemüt damit nicht zu viel zumute.
Gut, es ist ein Workshop von so vielen Programmteilen, die Wahrscheinlichkeit bleibt, dass noch ganz, ganz viel dabei ist, was mir gefallen und mich interessieren könnte, aber das mulmige Gefühl bleibt.

Ob ich da wirklich hingehöre?