Schlechte Laune ist ansteckend heißt es. Sie ist wie eine üble Krankheit, bohrt sich ins Gemüt und frisst sich in die Seele. Aber vorallem ist schlechte Laune auch eine Angewohnheit. Aus meiner Sicht eine selbst- und fremdzerstörerische Angewohnheit.
Wenn schon Steuererhöhung, dann wäre ich für eine „Schlechte-Laune-Steuer“, denn der Volkswirtschaftliche Schaden den sie auslöst ist enorm.
Denkbar wären auch Quarantäne-Stationen für Schwerst-Betroffene. Die könnten sich dann gegenseitig mit ihrer schlechten Laune beglücken und von mir aus dort auch Wettbewerbe veranstalten. Hauptsache sie verderben nicht mehr ständig ihrer Umwelt die gute Laune.

Lese „Die Wand“ von Marlen Haushofer und finde zum Thema „weise“ das folgende Zitat:
„Ich war sehr weise, aber meine Weisheit kam zu spät, und selbst weise geboren, hätte ich nichts vermocht in einer Welt, die nicht weise war.“
So viel zum letzten Eintrag in der Sammelmappe.
Ich bin jedenfalls immer noch nicht weise und rechne mit diesem Zustand auch nicht in absehbarer Zeit.
Wenn ich wenigstens einsichtig wäre, dann würde ich mich wieder an meinen Novembertext setzen.
Vorsätze einhalten beruhigt. Wenigstens das.
Aber manchmal weine ich auch, z. B. wenn Nicole ein Lied für Luca singt.
Ich merke gerade, dass ich mich zu viel mit Dingen beschäftige, die mich nichts angehen. Sie interessieren mich zwar, aber sie berühren mein Leben nicht.
Nicht ist vielleicht ein bisschen krass ausgedrückt: sie berühren mein Leben nur am Rande.
Trotzdem stecke ich Zeit und Energie hinein, die ich für andere Dinge bräuchte. (Dinge ist gut in diesem Zusammenhang. Ich bräuchte die Zeit und Energie für mich.)
Aber wann war ich jemals weise?
Es geht nicht um weibliche Solidarität, sondern um die Anerkennung weiblicher Autorität.
Antje Schrupp:
Ich frage mich, wann es angefangen hat, fehlende Radikalität für etwas Positives zu halten? Jedenfalls bin ich der Meinung, dass jede politische Theorie, die sich nicht um größtmögliche Radikalität bemüht, also darum, wirklich an die Wurzeln eines Problems vorzudringen, anstatt nur an der Oberfläche ein paar Dinge hin und her zu rücken, nichts wert ist. Möglicherweise vielleicht sogar kontraproduktiv, weil sie dazu beiträgt, die krassesten Begleiteffekte des Bestehenden abzumildern, sodass die herrschende Ordnung umso gefestigter aus diesen Korrekturen hervorgeht.
An dieser Stelle bin ich total bei ihr, an der Stelle mit der Verständlichkeit der Texte habe ich etwas geschluckt. Vorallem, weil ich heilfroh bin um jeden feministischen Text, der halbwegs verständlich ist und Antjes Stärke ja genau diese Verständlichkeit ist.
Aber ich verstehe, was der Ansatz ist: es geht darum aufzuzeigen, dass manche Dinge vereinfacht auch schlicht und einfach falsch sind.
Hab im Moment das Gefühl ich sollte statt bloggen lieber die Luft anhalten.
Ich kann euch sagen: ein Leben als Igelin håtte jetzt wirklich was. Dann müsste ich nicht weiter erklären, dass es gut tut sich einzurollen und die Stacheln zu zeigen.
Ich behaupte ja immer, ich sei im Zeichen der Schnecke geboren. Die letzten Tage fühlen sich aber eher nach dem Zeichen des Igels an. Der scheint auch eine tragende Rolle gespielt zu haben. Bei der Geburt – und darüber hinaus.
Die Geschichte wird jetzt atemberaubend skurril. In meinem Kommentar auf die Frage von Piri habe ich noch einen wichtigen Aspekt vergessen. Beim NaNoWriMo – dem Novemberschreiben – bin ich immer so eingebunden, dass es unmöglich ist, mir das durchzulesen, was ich schon geschrieben habe. Will ich nach einer Pause wieder ins Schreiben einsetzen, lese ich mir die letzten Zeilen durch und muss danach sofort wieder in den Schreibfluss kommen. Schon nach einigen Tagen, weiß ich dann selbst nicht mehr, wie sich der geflickte Text, zusammenhängend anfühlt. Darüber nachzudenken oder gar eine gewollte Struktur zwanghaft zu verfolgen, wäre tödlich. Für den Text in diesem Fall.
Heute bin ich besonders froh, dass ich einfach schreiben kann. Weil das Leben manchmal ein A… ist und der Tod nichts von ihm versteht.
Aber so was von nichts!
Die Kraniche ziehen.
claudia Oktober 17th,2012
nur für mich | tags:
Herbst,
Leben |
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