In meinem Tagebuch stehen Fakten, die mir nach zehn Wochen schon entfallen sind. Nicht nur entfallen. Wenn mir das jemand sagen würde, würde ich das anzweifeln. Selbst meinem Tagebuch würde ich in dieser Hinsicht misstrauen, wenn diese Faken nur einmal erwähnt wären. Ein Versehen, ein Verschreiber, ein Irrtum. Aber dreimal in unterschiedlichen Zusammenhängen erwähnt, sollte ich doch nicht vergessen können?
Wenn es noch etwas Unangenehmes wäre, hätte ich wenigstens eine Erklärung dafür: Verdrängung.
Aber so?
Seifert © kobinet/rba
Berlin (kobinet) Der behindertenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Ilja Seifert, hat heute Abend bedauert, dass der Bundestag die im Mai eingeladenen 300 Menschen mit Behinderungen wieder ausgeladen hat. Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag“ am 2. und 3. Dezember 2011 sollte der Dialog mit den Politikern zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stehen.
Ziel einer Auftaktsitzung, Diskussionen in Arbeitsgruppen und einer abschließenden Sitzung im Plenarsaal war es, „ein gemeinsames Signal für die Bereitschaft zur Inklusion und zur Überwindung von Barrieren in allen Lebensbereichen auszusenden.“ Read the rest of this entry »
Grau, trist und nass ist es draußen. Es regnet die sprichwörtlichen Bindfäden: dünn, dicht und unaufhörlich. Kein Ende abzusehen. Die Lichter spiegeln sich auf der Straße und erinnern daran, dass die dunkle Jahreszeit bevorsteht. Eine Drohung, die ihre Wirkung auf mich nicht verliert.
Meine Bronchien knattern. Obwohl: es können nicht meine Bronchien sein, die haben noch nie zuvor geknattert und gerasselt. Jedenfalls kann ich mich nicht an dieses Geräusch erinnern. Nicht an diese inneren Vibrationen. Beim Heuschnupfen, war immer nur eine Last auf meinem Brustkorb zu spüren. Eine Last, die die Atemzüge schwer und mühsam machte. Aber dieses Knattern ist fremd.
Vielleicht bin ich mir über Nacht selbst fremd geworden. Überhaupt: wie kann es jetzt schon Herbst sein? Wie kann die Zeit mich einfach überrunden. Das hat sie doch getan, oder nicht? Die Zeit vergeht schneller, als ich leben kann. Wenn ich mithalten will, dann sollte ich jetzt vorspulen, das wäre eine Möglichkeit wieder ins Lot der Zeit zu kommen.
Aber was verpasse ich, wenn ich vorspule? Wenn ich weiterspule? Ist das nicht ein Frevel?
Ein Lebensfrevel.
Die Welt ist keine Scheibe, aber offensichtlich ist sie käuflich: die Welt.
Als Kind hatte ich eine Vorstellung von unserer Welt – von meiner Welt – als Erwachsene weiß ich nicht genau, wo ihre Grenzen liegen. Die Welt ist mehr als die Erde, stimmt aber nicht unbedingt mit dem Universum überein. Das Universium dehnt sich aus und die Welt trage ich auch in meinem Herzen. Da wäre es eindeutig zu eng für die schwarzen Löcher und Sternennebel.
Was kostet die Welt, fragen die einen übermütig, die anderen jammern selbstmitleidig: man kann doch die Leute nicht erschießen.
Sprache ist verräterisch – und mein Mimosenseelchen fühlt sich bedroht.
Kompetenz
auf den Punkt gebracht
der Fels
auf dem die Erfahrung
parkt
umtost vom Meer
der Grabenkämpfe
Hoppla, jetzt komme ich: Mein Name ist Bundestrojaner.
Schon so lange wissen wir, dass er unterwegs ist und es war nur eine Frage der Zeit, wann ihm der CCC auf die Schliche kommt. Trotz des Urteils von 2008, das so etwas wie ein Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme versprach.
Nichts als hohle Worte, wie wir lange geahnt. Der Trojaner, der in Sachen staatlichen Diensten unterwegs ist telefoniert also nach Amerika. Wohin auch sonst? Dort sind ja auch schon unsere Kontendaten.
Was für ein Lügengebilde dieser Staat Bundesrepublik Deutschland doch ist! Kein Ort für zarte Gemüter, nur für Menschen mit Elefantenhaut und Durchschlagkraft. Wer kann sich da noch dagegen wehren?
Hier noch ein paar Links via rivva:
was doch bleibt
ist dein Atem
dein Herzschlag gibt den
Rhythmus vor
alles andere
sind Imperative
–
in die Welt gebrüllt
der Wind
haucht mir Leben ein
rüttelt und schüttelt
Moral von trägen Ästen
da kullert sie dahin
getrieben vom Sturm
zur Freiheit verdonnert
claudia Oktober 6th,2011
Fühlen,
Gedanken,
Leben,
Poesie | tags:
Ethik,
Gedicht,
Gedichte,
Leben,
Lyrik,
Moral,
Poesie |
1 Comment
Täusche ich mich oder wird das Netz langweiliger? Konformer? Kein Platz mehr für die bunte Mischung? Oder zuviel Plätze?
Das ganze Netz eine Ansammlung geschlossener Räume, die ausschließlich durch unterirdische Gänge verbunden sind. Ich poste etwas auf identica und bekomme Antworten auf Twitter. Die Einträge der Sammelmappe werden erscheinen auf Facebook und auf Diaspora tummle ich mich auch. Google+ wächst auf den Nebenpfaden.
So richtig kommentieren mag niemand mehr. Mal schnell den Facebook-Button geklickt, reicht als Lebenszeichen. Vielleicht ist jetzt wirklich langsam die Zeit des Blogsterbens gekommen.
Wer weiß, wohin uns die Uniformiertheit bringt.