Nach der Säuberung
Nach der Säuberung könnten die Demonastranten wieder in das Camp zurückkehren, hieß es gerade in den Kulturzeit-Nachrichten. Die Assoziationen in meinem Kopf sind grauenhaft.
Nach der Säuberung könnten die Demonastranten wieder in das Camp zurückkehren, hieß es gerade in den Kulturzeit-Nachrichten. Die Assoziationen in meinem Kopf sind grauenhaft.
Gestern und heute zum ersten Mal ans Aufhören gedacht. Was will ich mir beweisen mit dem Novemberschreiben beim NaNoWriMo? Nicht nur wegen der beginnenden Sehnenscheidenentzündung. Die ist zum Glück wieder auf dem Rückmarsch, denn gestern habe ich sofort aufgehört als die Schmerzen kamen.
Heute habe ich zum ersten Mal in einer Schreibsession von 40 min 1000 Wörter geschrieben. Eine unglaubliche Zahl für mich. Dabei bin ich an einem Punkt der Geschichte, in der ich ziemlich in der Zwickmühle bin. Ich komme nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Stecke fest. Was für ein Wahnsinn ist diese Schreiberei.
Steven Pinkers Studie zum Thema Gewalt
Die These ist so sensationell wie gewagt: Krieg und Gewalt nehmen weltweit ab. Das will der renommierte kanadische Evolutionsbiologe Steven Pinker mit seinem Buch „Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit“ nachweisen. Von den Urmenschen bis zur Aufklärung sei es vor allem die Konzentration staatlicher Macht gewesen, die zu einer Ordnung der Gesellschaft und zunehmender Kontrolle der Gewalt führte, so Pinker.
zum Artikel bei 3sat
“Eine nur schwache Flamme verlöscht der Sturm, hat sie schon um sich gegriffen, facht er sie nur stärker an.”
Das Zitat stammt von Sophie Friederike Mereau, über die ich nur das weiß, was ich in der Wikipedia nachgelesen hatte. Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang sie das Zitat gebrauchte. Für mich ist es ein schönes Symbol. Ein starkes Bild über die Macht der Solidarität. Die Solidarität, die im Moment so totgeredet wird. Ausgelöscht oder doch noch entfacht?
Ein Feuer ist unberechenbar.
Einen Schreibrausch kann ich es noch nicht nennen, aber ich fühle eine Schreibfixiertheit, die mir zum Teil unangenehm wird. Kaum habe ich mein tägliches Schreibpensum absolviert, denke ich voller Unruhe daran, wie und wann ich am nächsten Tag meine Schreibsessions einplanen kann.
Gerade jetzt merke ich auch, dass sich meine Handgelenke bemerkbar machen. Sehnenscheidenentzündung?
Das wäre natürlich ein schlimmer Schlag, jedenfalls höre ich jetzt auf für heute und schone die Handgelenke.
Das morgendliche Pensum ist erledigt. Die Geschichte ist mittlerweile so abgedreht, dass ich kaum Chancen sehe, sie wieder in Bahnen zu bekommen, die ich lenken kann. Dann muss der Rest eben ohne Steuerung erfolgen. Eine ungewohnte Situation. Genau wie dieser Rythmus, den mir der NaNoWriMo aufzwingt. Das ist eine extreme Struktur. Ein ständiges Abwägen von Arbeit, Entspannung, Ruhe, schreiben, aber auch Bewegung einplanen. Wenn eine Sache zu kurz kommt, dann leidet die andere. Das Schreiben klappt nur, wenn alles seinen Raum und seine Wertigkeit findet.
Länger als einen Monat könnte ich das sicher nicht aushalten. Eine Schreibsucht ist bei mir also nicht zu befürchten. Trifft auf Arbeit und Bewegung auch zu. Über die Arbeit muss ich mir keine Sorgen machen, die nimmt sich ständig ihren Raum, oft mehr als ihr zusteht und ich bin mit den Grenzverletzungen beschäftigt.
Wenn ich nur
mit einer Handbewegung
den Lärm wegwischen
könnte
mit einem Schalter
das Getöse abdrehen
und mit einem
festen Blick
die Pöbler zum
Schweigen brächte
Wochenenden sind die Zeiten um sich die Wunden zu lecken, die die Arbeit in der Woche geschlagen hatte. Mit dem Alter kommen noch die Narben dazu und die Verletzlichkeiten, die das dünner werdende Fell mit sich bringt.
Gestern habe ich das Wörterzahl der sechs Dateien, die ich begonnen habe überschlagen und das Ergebnis ergab das Geahnte: trotz der zwei schwachen Tage habe ich immer noch ein Polster. Aber von dem darf ich mich auch nicht irritieren lassen. Ich bleibe zunächst bei der täglichen Zeit. Denn ich kenne mich und weiß, dass besonders zum Schluss die Motivation bei mir sinkt. Ich gehöre zu den Menschen, die das Ziel nicht unbedingt erreichen müssen, mir reicht oft das Gefühl ich könnte es erreichen, wenn ich wollte.
Kreativer Tagesbeginn, dann die Alltagsmühle unterbrochen vom Anspruch Menschen Aufmerksamkeit zu schenken. Die Wochenendpendelei wurde erfunden, damit die kleinen Sünden sofort bestraft werden können. Auf die großen wartet bekanntermaßen das jüngste Gericht.
Allerdings fühlen sich die dreistündigen Pendeleien am Wochenende manchmal auch an wie das jüngste Gericht.
Motto des Tages: Keine Lösung für die Ewigkeit, aber eine Erleichterung für den Augenblick.
Ein Auszug aus meinem Text. Mein NaNoWriMo-Text. Der Roman dreht ab – bin immer sehr gespannt, wohin er mich in den nächsten Stunden führt.
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…