Nanowrimo 2011

Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich zum ersten und bisher einzigen Mal am NanowriMo teilgenommen habe.

Gekämpft habe ich damals wie eine Löwin, denn das Schreibziel von 50 000 Wörtern in 30 Tagen zu erreichen, ist für eine Langsam- und Wenigschreiberin wie ich es bin, nicht einfach zu erreichen. The Challange – sagen manche auch dazu und das trifft es ganz genau. Es ist eine Herausforderung, die es anzunehmen gilt.
Gestern habe ich mich dafür entschieden, wieder daran teilzunehmen. Mit einem neuen Text und unter den regulären Alltagsbedingungen: kein Urlaub, keine freien Tage und Dienstreisestress wie sonst auch – und trotzdem schreiben.
Meinem Kopf wird es hoffentlich gut tun. Meiner Seele hat es vor drei Jahren sehr gut getan. Damals habe ich die Geschichte der drei Mädchen begonnen. Dieses Mal wird es ein schwierigerer Text werden, ein introvertierter Text.
Ich freue mich drauf – und Wünsche mir selbst, die nötige Zugkraft, die es braucht um bei dieser Herausforderung am Ball zu bleiben. Denn wenn man nur ein oder zwei Tage in Verzug ist, scheint es fast nicht aufzuholen zu sein. Jemand wie ich muss um jedes Wort kämpfen, aber das ist es, was ich mir für den November wünsche: ich schreibe für mich.

Im Homosapiensgelände

Freue mich auf die Lesung heute Abend.

Im Homosapiensgelände
Ein multimedialer Leseabend für einen großartigen Menschen

„Für mich war Edgar schon immer die Nummer eins in der Mannheimer Szene”, sagt der ehemalige stellvertretende Direktor der Mannheimer Kunsthalle, Dr. Jochen Kronjäger über seinen Freund. Seit 1956 lebt und arbeitet der gebürtige Berliner Edgar Schmandt in Mannheim. Er malt und zeichnet nicht nur, sondern schreibt auch Prosatexte und Gedichte. Vor kurzem erschien „Mit Dir sterben das wäre ein Leben: Caput Mortuum – Brieftexte und Kopfgrafiken” beim Verlag Das Wunderhorn in Heidelberg. Edgar Schmandt hat ein unterhaltsam-nachdenkliches Werk geschaffen, das an diesem Abend zum ersten Mal im Rahmen einer Lesung vorgestellt wird.
Dazu werden Ausschnitte aus dem von Norbert Kaiser im Jahr 2009 gedrehten Film über den Künstler zu sehen sein.

Die Sache mit der Kindes Misshandlung

Kelef – die Sache mit der Kindesmisshandlung

Nebel

Der Oktober kleidet sich novemberlich.

20111022-095022.jpg

Abgründig

Mein Gefühlsleben ist ein Abgrund in den ich nur zu gern hineinfalle.

Freitag

Frankfurt hat jetzt eine Startbahn mehr und ich ein paar blonde Strähnen auf dem Kopf. Nach dem Frisörtermin muss ich wieder Husten. Die Anstrengung, nehme ich an. Allerdings kann ich keinen Hustentee mehr sehen, denn seit die Erkältung begann, habe ich geschätzte 1000 Tassen zu mir genommen. Jetzt reicht es allmählich.
Ich werde mich zudecken und verkriechen. Genügend Lesestoff habe ich ja. Außer meinem neuen Kindl liegen hier auch noch zwei schöne neue Bücher: Tomas Tranströmer.
Ich habe seine Gedichte vorher nicht gekannt und bin verzaubert. Hier ein kleines Schlusszitat aus seinem Gedicht Wettergemälde:

Die Hieroglyphe eines Hundebellens steht in der Luft
über dem Garten gemalt,

wo die gelbe Frucht den Baum
überlistet und sich fallen lässt.

Amazon verändert die Verlagswelt

Während die einen noch jammern, fluchen und ihre Kundschaft verleumden – denn nichts anders ist diese merkwürdige Aussage des Deutschen Börsenvereins es würden Abermillionen E-Books illegal kopiert – steigt Amazon in den Verlegermarkt ein.
Bei mir läuft Muster der Menschheit in der E-Book-Varante wie ein kleiner stetiger Tropfen und ab und an verirrt sich eine Käuferin auch zum Tintenklecks und Krakelschrift.
Mich freut es.

Antje Schrupp legt in einem Artikel dar, was ihr die Zusammenarbeit mit ihrer Verlegerin bringt und sieht die Entwicklung gewohnt positiv. Die Bücherwelt wird sich ändern. So viel ist allen klar und den Menschen, die vom haptischen Vergnügnen der Papierbücher sprechen, ist vielleicht entgangen, welch angenehme Haptik ein Tablett bzw ein Reader haben kann.
(die ersten beiden unabhängigen Reaktionen von Menschen, die mit technischen Geräten nichts am Hut haben und denen ich das Kindl in die Hand drückte bezogen sich auf das begeisterte Gefühl des „In-der-Hand-Liegen“. )

Weltgeschichte

Der Tod des großen Diktators wird verkündet und von der Hoffnung begleitet, dass die Siegesjubel, die vielen Fotos vergessen machen! in denen man sich mit ihm zeigte. Gott und Welt – das trifft es wohl sehr genau – haben in der Vergangenheit ihre Geschäfte mit ihm gemacht. So wie sie es heute noch tun, mit Menschen und Staaten, die sie heute zufällig noch nicht Diktatoren nennen, obwohl jedem klar ist, dass sie genau das sind.
Die Geschäfte sind wichtig. Der Rubel muss rollen. Das wollt ihr doch auch nicht, belehren sie uns väterlich, dass die Lichter bei uns ausgehen. Nur für unser Wohlbefinden nehmen sie es auf sich, den steinigen Weg der Selbstbereicherung.
Die Arbeitsplätze, denkt an die Arbeitsplätze, warnen sie uns fürsorglich und wir denken und fühlen uns verwarnt.
Zum Glück gibt es dann ab und an das befriedigende Gefühl erfolgreich an einer Jagd teilgenommen zu haben und am Ende wird präsentiert ein Kadaver, ein Nichts im Unterschlupfloch – und jubiliert.

Schäbig ist die Weltgeschichte – aber da gibt es glücklicherweise noch die Geschichten der Menschen, die Menschheitsgeschichte mit all ihren Lichtblicken, Hoffnungen, Träumen und Sehnsüchten.

Slapstick-Tag

Der heutige Tag fällt in die Kategorie „Slapstick-Tag mit tragisch-komischen Einlagen“

Manche Tage sind nicht zu retten, sie inszenieren ihr Eigenleben und bestehen auf ihre Aura. Da hilft kein Geschick und keine Cleverness, erst recht keine Gewalt – und Glück schon gar nicht, weil sich das Glück an diesen Tagen hinterm Gebüsch versteckt.
Was hilft ist Demut, Gelassenheit und die Würde eines Slapstick-Darstellers.

Herzensliebe – aufgewärmt

Herzensliebe

leise hüpft das
Herz
ins Bodenlose
kullert
ins Eck
und prallt
wieder auf

Ganz schön dynamisch so ein Herz. Mal brennt es und ein anderes Mal läuft es über. Theoretisch kann es auch in die Hose rutschen, praktisch ist mir das noch nie passiert.

Manchmal gibt es Aufgewärmtes in der Sammelmappe. Dieses Mal die Herzensliebe, denn von der kann mensch nicht genug haben.