Sorgen
Steine
die auf meinem Leben
lasten
zerbröselt
manchmal die Sonne
des Nachts
im Traum
Die Frage alle Fragen zum Grundeinkommen. Eine Frage, die es sich lohnt, sie sich öfter selbst zu beantworten.
Frau Auge stellt sie sich auch.
Als erstes würde ich aufatmen und tief durchatmen. Noch hat mich meine Arbeit nicht krankgemacht, aber sie stresst auf eine nervige Art. Vielleicht würde ich eine ähnliche Arbeit in einem anderen Umfeld machen. Ein Umfeld, das sich diese Form der Arbeit nicht leisten kann.
Mich hat die Schlafkrankheit erwischt. Vielleicht ist es auch nur eine Schlafkur, die die Selbstheilungskräfte aktiviert und die nötig geworden ist, um gegen den Dauerstress resistent zu werden.
Mir hilft das Einigeln oft. Mich abschotten von äußeren Reizen und warten bis die Kraft wieder kommt. Ich fühle, dass sie langsam wieder in der Nähe ist. Deshalb bin ich jetzt vorsichtig und achte darauf, dass ich sie nicht vertreibe.
Wollt ich noch etwas sagen? Wahrscheinlich. Ganz sicher sogar, aber ich bin platt. Ich weiß nicht, ob London wieder brennt – hab was vom Militär gelesen. Ich weiß nicht, was die Börse macht und was die Banken treiben. Noch weniger weiß ich im Moment was es politisch neues gibt. Ach ja, die haben vielleicht immer noch Sommerpause.
Nein, ich mach jetzt keinen Witz mit einer Feuerpause.
Die Welt rumort. Sie verdaut uns gerade und wird uns ausspucken. Ich kann es ihr nicht verübeln, vielleicht ginge es mir an ihrer Stelle ähnlich.
Mit dem Herzen denken – so hieß ein Buch mit Texten von Petra Kelly. Drei Wochen lang war sie tot, ehe es jemand merkte. Ihre Partei gedachte ihr mit einer gemeinsamen Gedenkfeier mit ihrem Mörder. ( – vielleicht war es auch nur ihr Totschläger, das kann ich nicht wissen. Ein schiessender Totschläger, der auf eine Schlafende trifft. )
Ich komme vom Thema ab: mit dem Herzen denkt es sich besonders gut.
Vor allem politisch. Aber schade ist, dass das so ein großes Geheimnis ist.
Nachtrag: „Wir lassen uns nicht zu Tode verteidigen“ ist auch ein schönes Zitat von ihr.
ein Gedicht im Lebensmittelpunkt
ein Hoch auf das gelebte Leben
ein Lied für alle Mittellagen
ein Gebet bekommt mir nicht
ich zünde mir lieber heimlich
meine Kerze an
mein Lebenslicht
London’s burning macht mir Angst. Im Nahen Osten heißt es Revolution, in London sind es Kriminelle?
Verbrecher. Wer verbricht hier was? Egal wie es ausgeht, Gewalt ist die Pest. Aber wer bestimmt die Regeln? Wer sorgt dafür, dass London brennt? Wer dafür, dass Paris brennt?
Ein Heer von Polizisten greift ein. Wenn das nicht reicht, dann greift wahrscheinlich das Militär ein.
London’s burning. Ein Alptraum. Nicht der letzte.
London’s burning macht mir Angst.
Online versus offline. Offline gegen online. Gibt es da eigentlich noch einen großen Unterschied? Die Online-Zeiten reichen in das Offline-Leben. Das Offline-Leben ist ohne online nicht mehr denkbar. Alles greift ineinander. Die Online-Welt zwingt uns unsere Offline-Regeln zu überdenken: Was ist Freiheit? Wie viel ist sie uns wert?
Sind wir wirklich so macht- und einflusslos wie uns alle glauben machen wollen?
Die Antwort heißt eindeutig: nein. Ein neues Selbstwertgefühl zeigt sich. Identitäten werden uns bewusster. Wir sind mehr als ein Eintrag in der Einwohnermeldekartei. Wir nehmen Rollen ein. Wir sind uns selbst bewusst. Wir sind unserer Rolle bewusst. Wenn ich mit meinen Kolleginnen kommunziere lebe ich eine andere Rolle als mit meiner Familie. In der Online-Welt erleicherte ich mir diese Rollen, indem ich eine virtuelle Identität annehme. Ein Pseudonym.
Das ist richtig und gut.
Der Staat hat eh Zugang zu allen Providerdaten. Er kann auf alle offizielle Verbindungsdaten zugreifen. Das reicht – ist schon viel zu viel konzentrierte Macht.
Allmacht.
Dinge, die am heutigen Tag eine große Rolle spielten:
Regenschirm
IC-Zuschlag
Mikrofon
Lächeln
verkniffene Gesichter
Platzsuche
Erinnerungen
Karten und Stifte
Kabelau
Glücksbringer