ausgehaucht
heute
und nicht nur heute
atmet es sich schwer
leichter wäre es
wenn die Luft dünner wäre
hauchzart
hauchfein
ein Hauch von Leben
ausgehaucht
heute
und nicht nur heute
atmet es sich schwer
leichter wäre es
wenn die Luft dünner wäre
hauchzart
hauchfein
ein Hauch von Leben
ausgehaucht

Es gibt gefühlt einhunderttausend Ratgeber, die auf dreihundert Seiten beschreiben, wie du dein Glück visualisieren sollst.
Deine Ziele, dein Weg, dein Glück.
Geht etwas schief unterwegs, greifst du zum Ratgeber „Glückliches Scheitern“. Egal was passiert, es endet immer im Glück.
Aber falls es einmal nicht da endet, fang einfach von vorne an: das Leben als Endlos-Schleife und weit und breit kein Escher, der dir den Ausgang zeigt.

Abgeschnürt und abgedrückt. Der Lebenshahn ist zugerostet. Lässt sich nur mit Mühe drehen.
Die Alleswisser haben Oberwasser.
Vorübergehend, aber das ahnen sie zum Glück nicht.
Perspektiven sind zum Wechseln da.
Sagen die, denen die Welt zu Füssen liegt.
Ich nehme den Weihnachtsstern und stecke ihn in die Tasche, während das Rentier wackelt.
Was sollte mir besser zeigen, dass ich nicht passe?
Die Nachbearbeitung scheitert kläglich.
Nur der Traum tröpfelt unaufhörlich weiter durch mein Gemüt.

“An deinem Anruf nimmt niemand teil.“
Wenigstens das Telefon ist kompromisslos ehrlich, täuscht keine Kommunikation vor. Facebook wird gar philosophisch und erinnert mich daran, dass es selten etwas nutzt recht zu haben, wenn man miteinander auskommen muss.
Trello erweist sich als Lebenshilfe-Werkzeug für Struktur-Junkies.
Mir war nie klar, dass ich in diese Kategorie gehöre.
Der Montagsblues geht nahtlos über in eine Regen-Unruhe.
Regnet es noch? Regnet es schon wieder?
Den wichtigsten Tag des Jahres erlebt. Ein Höhepunkt mit Blick auf Vergangenheit und Zukunft. Der Ausblick macht Angst und schmerzt. Es gibt Wege, die kannst du nur ein einziges Mal gehen.
Es ist nicht die Zeit, um an Liebe zu sparen. Im Moment ist es angebracht, sie überall auszubreiten. Es ist genug für alle da.
In dieser schwierigen Lebenszeit beruhigt dieses Wissen.
Die Liebe ist das einzige, das sich vermehrt, wenn du es verteilst.
Es regnet den ganzen Tag. Tropfen für Tropfen holt sich die Natur ihre Normalität zurück.
Grau in grau in grau liegt die Landschaft vor mir. Am letzten Tag hat der November gewagt, sein Gesicht zu zeigen.
Die Nebeln hangeln sich am Berg entlang.
Begrüßen mich.
Den Lebensticker vermissen. Keine Ahnung, wie er von Neuem in Gang gesetzt wird. Die Zahlen laufen durch das Spruchband im Kopf.
Ungeprüft und ungefiltert.
Die Realität reichert sich gerne an: mit Verunsicherung und einem Stück Pustekuchen.
Laune: besser, viel besser als gestern.
Es hat eine Weile gebraucht bis sich das üble Karma absetzte. Hoffentlich hat es einen neuen Wirt gefunden, der es sich so richtig verdiente.
Bei mir war es jedenfalls nicht gut gelitten.
Komme nach einem anstrengenden Büro-Montag nach Hause und kann nur noch müde seufzend nicken.
Kathrin Passig schreibt im Merkur steile Thesen auf.
Sie enttarnt zum Beispiel das Märchen, dass wir uns alle gut verstehen würden, wenn wir uns doch nur genügend austauschen. Persönlich und herzlich.
Mein ganzer Arbeitstag war ein Beweis für ihre Theorie.
Im Getriebe knirscht es durchdringend. Zu viel persönliche Begegnung. Zu viel Beschäftigung im Detail. Zu viel Emotion.
Und weit und breit keine Sachebene zu finden.
So weit die Märchen tragen. Das könnte mein geheimes Lebensmotto werden.
Der Moment in dem ihr klar wurde, dass „Nein“ ein vollständiger Satz ist.