Journal27112018
Laune: besser, viel besser als gestern.
Es hat eine Weile gebraucht bis sich das üble Karma absetzte. Hoffentlich hat es einen neuen Wirt gefunden, der es sich so richtig verdiente.
Bei mir war es jedenfalls nicht gut gelitten.
Laune: besser, viel besser als gestern.
Es hat eine Weile gebraucht bis sich das üble Karma absetzte. Hoffentlich hat es einen neuen Wirt gefunden, der es sich so richtig verdiente.
Bei mir war es jedenfalls nicht gut gelitten.
Komme nach einem anstrengenden Büro-Montag nach Hause und kann nur noch müde seufzend nicken.
Kathrin Passig schreibt im Merkur steile Thesen auf.
Sie enttarnt zum Beispiel das Märchen, dass wir uns alle gut verstehen würden, wenn wir uns doch nur genügend austauschen. Persönlich und herzlich.
Mein ganzer Arbeitstag war ein Beweis für ihre Theorie.
Im Getriebe knirscht es durchdringend. Zu viel persönliche Begegnung. Zu viel Beschäftigung im Detail. Zu viel Emotion.
Und weit und breit keine Sachebene zu finden.
So weit die Märchen tragen. Das könnte mein geheimes Lebensmotto werden.
Der Moment in dem ihr klar wurde, dass „Nein“ ein vollständiger Satz ist.

Der Morgen begrüßt mich mit Nebel. Im zeitlich angesagtem Novembergewand.
Erleichtertes Aufatmen, denn der ständig blaue Himmel erinnert mich an düstere Wetterprognosen.
Die Weihnachtsbäume beanspruchen den öffentlichen Raum. Überwiegend unbeleuchtet.
Aber die Glimmer-Glitter-Weihnachts-Wunderwelt wird bald erstrahlen.
Sie hält sich bereit.
Meine Herzenslichter leuchten schon.
Mareice Kaiser spricht Kluges über Geld und Armut.

Das Jahr wiegt schwer zum Ende hin. Stunde um Stunde, Tag um Tag packt das Leben ein Päckchen Last auf das Marschgepäck.
Wohin der Weg führt ahne ich. Wie weit er sich durch die Dünen schlängelt, weiß ich nicht.
Der Sand rieselt mir unter den Füssen davon.
Mir bleibt nur weiterzugehen.
Immer weiterzugehen.
Ich erahne das Ziel.

Besorgt
Die deutsche Sprache bietet mit der Vorsilbe be etwas ganz besonderes an. Ein Hauch, etwas Umfassendes, zart und fest umrissen.
Die Sorgen greifen sich die Silbe und legen sich mir
ums Herz
um die Seele
um dem Verstand
rundum bin ich
besorgt

Den Tag ganz leise begonnen, damit das morgendliche Paradies nicht plötzlich entschwindet. Aber dann der Zeit couragiert ins Herz geschaut.
Egoistisch und beharrlich sammle ich Ruhe und Stille um mich herum.
Nur den Krähen verzeihe ich ihr Krächzen. Zu gut kann ich verstehen, was sie am Morgen zusammenhält.
Ganz vorsichtig den Tag berühren. Ihn drehen und wenden. Auf Dokumentatiinstauglichkeit überprüfen.
Drei Filter erfolglos ausprobieren, Unbrauchbar, vorhersehbar.
Ich brauche dringend freien Raum.
Ich brauche freien Raum und noch mehr Liebe.
Es geht auf und ab.
Innen und außen.
Himmelhochjauchzend
Zu Tode betrübt.
Wer hätte mich jemals jauchzend erlebt?
Aber überzeugend.
Überzeugend kann ich so gut, dass ich manchmal selbst erschrecke.
Nicht durchgehend. Aber ab und an mit solcher Wucht, dass mir Bange wird.
Wann bin ich zur grauen Eminenz geworden?