Sicherheit statt Staatstrojaner
Hessen traut sich was. Es will mal eben die IT-Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger für einen kleinen, feinen Staatstrojaner opfern.
CDU und Grüne beraten derzeit über das „Gesetz zur Neuausrichtung des Verfassungsschutzes in Hessen“. Nach dem aktuellen Entwurf soll dem Nachrichtendienst unter anderem der Einsatz von Software zum Ausspähen von Computern und Smartphones erlaubt werden. Wir, ein Bündnis aus hessischen Organisationen, die sich mit der Digitalisierung und ihren Folgen für die Gesellschaft beschäftigen, halten dies für eine unzweckmäßige und gefährliche Maßnahme.
Lebensticker
*** sei frech und wild und wunderbar *** irgendwas mit Astrid Lindgren geht immer *** und passt nie ganz *** die Lebensuhr tickt laut *** hörbar *** Veränderungen werfen ihre Schatten voraus *** das Glück gibt es auch in der Mini-Ausgabe *** kompakt und tragbar *** Nächstenliebe ohne Respekt, Achtung und Toleranz schmeckt ranzig *** ich sehe den goldenen Tagen entgegen *** mit Behagen *** die Zeit läuft ab *** Wahrheiten bleiben einfach *** sei frech und wild und wunderbar ****
Heimliche Freude
mit dem Regenschirm
fang ich die Tropfen ab
dreh ihn hin und her
wünschte mir
er könnte Farben
fliegen lassen
und Funken sprühen
mit dem Regenschirm
dreh ich die Welt
in Schwung
summe leise vor mich hin
damit es
niemand merkt
Unbehaust
Auf eine Million soll die Zahl der obdachlosen Menschen in Deutschland im Jahr 2018 anwachsen. Eine Million mal ein Menschenleben in großer Armut und ohne Schutz.
Elke Brüns schreibt einen Essay über obdachlose Menschen und wie sie unser Gesellschaftsbild strapazieren. Mit welchem unguten Gefühl wir ihnen begegnen und andererseits in Literatur und Film ihre Lebensweise mystifizieren.
Für mich fühlt es sich richtig an, mich dem Thema auf diese Art zu nähern. Kein Jammern, kein Klagen. Aber aus den verschiedenen Richtung auf das Unbehauste schauen und langsam näher kommen.
Die Distanz wahren und trotzdem genau hinzuschauen.
Den Armutsfilter aus meinem Bewusstsein schalten.
Schweigemappe
Manchmal wäre es denkbar, aus der Sammelmappe eine Schweigemappe zu generieren.
Lautlos.
Sanft im Schlaf.
morgendliche Silhouette
Das Licht der aufgehenden Sonne zeichnet die schönsten Bilder in den Fensterausblick. Die Silhouetten der Bäume bewegen sich sanft und unaufgeregt. Die Wolken ziehen Lichtschleifen hinter sich her.
Der Tag bietet mir Frieden und Stille an. Gemächlichkeit in bezaubernden Gewand.
Die Sonne kämpft sich voran und zündet nun den ganzen Himmel an. Leuchtend rot. Heute will sie es wissen.
Die Bäume wippen vergnügt im Schein des Lichts.
Wie ich diese Wohnung liebe!
Denken
„Verteidige dein Recht zu denken. Denken und sich zu irren ist besser, als nicht zu denken.“
Hypatia
„Wenn du deine Federn gut geölt hältst, wird das Wasser der Kritik von ihnen abperlen wie von dem Rücken einer Ente.“
Ellen Swallow
„Die Außenseiterposition ist nicht zu verwerfen, sie ist die wirkliche Position des Menschen.“
Martina Gedeck
„Ich glaube, es gibt nur eine Sorte von Leuten. Leute.“
Harper Lee
„Ich bin nicht genügsam, will jeden Tag das Einzige und Letzte.“
Annemarie Schwarzenbach
Ich war mein größter Feind
Ich war mein größter Feind
Adele Neuhauser
Als Tatort-Darstellerin kommt Adele Neuhauser gut an, ihr Talent als Schriftstellerin hingegen hält sich in Grenzen.
Ihre Autobiografie wirkt streckenweise wie ein langatmiger Monolog in dem sie sich über ihr eigenes Leben versichert. Vielleicht bekommt man so ein Verhältnis zur eigenen Lebensgeschichte, wenn man sie zum Zweck der regelmäßigen Interviews zum neuesten Film- oder Theaterprojekt immer wieder medial knackig aufbereiten und auf Hochglanz bringen muss.
Da gehört ein Anteil Draufgängertum, schweres Schicksal, eine Prise Exotisches und ein Hang zum Widerstand dazu.
Das kommt alles vor, ist aber extrem bieder aufbereitet.
Da ist eine nicht schlecht darin, sich ihr Leben ins gewünschte Licht zu rücken. Die Leserin wird auf professionelle Distanz gehalten.
Harte Arbeit
Im Vorbeigehen las ich gestern auf allen Displays in den U-Bahn-Stationen, dass die „Rente ab 63“ nur noch für harte körperliche Arbeit gelten solle.
Abgesehen davon, dass die Rente ab 63 schon jetzt erst nach 63 möglich ist, weil die Altersstaffel ja schon lange angelaufen ist und sie nur für Menschen gilt, die 45 Jahre rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben, erscheint mir der Begriff der „harten körperlichen Arbeit“ doch sehr polemisch. Wieder mal wird der Versuch unternommen einzelne Arbeitnehmergruppen gegeneinander auszuspielen.
Längst ist der Anteil der psychisch bedingten Erwerbsminderungen auf dem Treppchen der Top-3 angekommen.
Körperliche Belastungen sind hart. Das ist unstrittig. Aber auch psychische Belastungen führen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die die Lebensqualität ebenso wie die Lebenserwartung einschränken.
Körperliche Belastungen sind aber auch Belastungen, die erst auf den zweiten Blick auffallen. Im Kindergarten zum Beispiel durch Lärm, Ansteckungsgefahr, Belastung des Immunsystems oder ergonomischen Überanstrengungen. Ich bin sicher, das verbirgt sich nicht unter der populistischen Formulierung.
Solange das eigentliche Problem der gerechten Verteilung von Wohlstand nicht angegangen wird, sind solche Forderungen ein gefährlicher Nährboden für Unfrieden in der Gesellschaft.




