Die Fotos der Annemarie Schwarzenbach

Das ist wunderbar.

Die Fotos der Annemarie Schwarzenbach sind jetzt online zugänglich.

Das Internet ist manchmal dann doch eine gute Sache.

Novemberstimmung

Der Tag ist grau und nass, trotzdem sanft auf seine Art.

Keine Ansprüche, kein Druck.

Nur ein müder Körper, der mir subtil mitteilt, dass er erwartet, dass ich mehr Rücksicht auf ihn nehme.
So ein Zwischenstand zwischen gesund und krank.
Aber er lässt nichts aus: Verdauung, Bronchien, Lymphknoten und leichte Infektion im Mund.
Ich nehme an, dass ihr es gar nicht so genau wissen wolltet. Ich nehme diesen Sammelmappen-Eintrag nur zum Anlass, mir selbst zu spiegeln, dass es einen Anlass gibt, mich in einen Gesundungsmodus zu begeben.

(Sprich: ich darf im Bett bleiben und lesen.)

Als bräuchte ich einen Anlass oder die Erlaubnis, um mich in das Leseparadies zu begeben!

 

Erleichtern

Der Fußboden um mich herum liegt voller alter Karten, Briefe und Bilder. Ich muss vorsichtig sein, wenn ich aufstehe, mein Rücken knarrt wie eine alte Zimmertür. Es war die denkbar ungünstige Position, um mich diesen Erinnerungsstücken zu widmen.

Ich sammle schriftliche und bildliche Erinnerungsstücke wie andere Menschen Bücher, Zeitschriften oder Platten und CDs. Nicht ganz, denn ich bin eine leidenschaftslose Sammlerin. Ich stecke die Sachen in die Kisten und dort bleiben sie dann. Sie gehören mir. Sind Teil meines Lebens. Obwohl sie das nicht tun sollten. Ballast ist nicht gut. Ich kann in anderer Hinsicht gut Ballast abgeben. Brauche nicht viel Raum und nicht viele materielle Güter.

Und vorallem mag ich den Gedanken, wenig zu brauchen. Vergleichsweise wenig muss ich dazusagen. In der Zwischenzeit gibt es ja eine Bewegung, die sich Minimalismus nennt und die diese Lebensform gerade perfektioniert. In diese Liga passe ich nicht, dazu habe ich zu viele  Sachen und zu wenig System. Denn ich bin auch die, die sich mit all ihren materiellen Sachen immerzu ein Nest baut. Wo ich gehe, stehe, reise oder sitze. Ratzfatz hab ich ein kleines Nest gebaut. Dazu sind Dinge wirklich gut: als Nistmaterial.

Mein kleiner Stapel mit den Papieren zum Wegwerfen wird und wird nicht größer. Sieht so aus, als müsste ich woanders nach Erleichterung suchen.

 

Feierabendmüdigkeit

Claudia ist müde

Sicherheit statt Staatstrojaner

Hessen traut sich was. Es will mal eben die IT-Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger für einen kleinen, feinen Staatstrojaner opfern.

 

CDU und Grüne beraten derzeit über das „Gesetz zur Neuausrichtung des Verfassungsschutzes in Hessen“. Nach dem aktuellen Entwurf soll dem Nachrichtendienst unter anderem der Einsatz von Software zum Ausspähen von Computern und Smartphones erlaubt werden. Wir, ein Bündnis aus hessischen Organisationen, die sich mit der Digitalisierung und ihren Folgen für die Gesellschaft beschäftigen, halten dies für eine unzweckmäßige und gefährliche Maßnahme.

 

Lebensticker

*** sei frech und wild und wunderbar *** irgendwas mit Astrid Lindgren geht immer *** und passt nie ganz *** die Lebensuhr tickt laut *** hörbar *** Veränderungen werfen ihre Schatten voraus *** das Glück gibt es auch in der Mini-Ausgabe *** kompakt und tragbar *** Nächstenliebe ohne Respekt, Achtung und Toleranz schmeckt ranzig *** ich sehe den goldenen Tagen entgegen *** mit Behagen *** die Zeit läuft ab *** Wahrheiten bleiben einfach *** sei frech und wild und wunderbar ****

Heimliche Freude

mit dem Regenschirm
fang ich die Tropfen ab
dreh ihn hin und her
wünschte mir
er könnte Farben
fliegen lassen

und Funken sprühen

mit dem Regenschirm
dreh ich die Welt
in Schwung
summe leise vor mich hin
damit es

niemand merkt

Unbehaust

Unbehaust von Elke Brüns
Cover unbehaust

Auf eine Million soll die Zahl der obdachlosen Menschen in Deutschland im Jahr 2018 anwachsen. Eine Million mal ein Menschenleben in großer Armut und ohne Schutz.

Elke Brüns schreibt einen Essay über obdachlose Menschen und wie sie unser Gesellschaftsbild strapazieren. Mit welchem unguten Gefühl wir ihnen begegnen und andererseits in Literatur und Film ihre Lebensweise mystifizieren.
Für mich fühlt es sich richtig an, mich dem Thema auf diese Art zu nähern. Kein Jammern, kein Klagen. Aber aus den verschiedenen Richtung auf das Unbehauste schauen und langsam näher kommen.
Die Distanz wahren und trotzdem genau hinzuschauen.

Den Armutsfilter aus meinem Bewusstsein schalten.

Schweigemappe

Manchmal wäre es denkbar, aus der Sammelmappe eine Schweigemappe zu generieren.

Lautlos.

Sanft im Schlaf.

morgendliche Silhouette

Das Licht der aufgehenden Sonne zeichnet die schönsten Bilder in den Fensterausblick. Die Silhouetten der Bäume bewegen sich sanft und unaufgeregt. Die Wolken ziehen Lichtschleifen hinter sich her.

Der Tag bietet mir Frieden und Stille an. Gemächlichkeit in bezaubernden Gewand.
Die Sonne kämpft sich voran und zündet nun den ganzen Himmel an. Leuchtend rot. Heute will sie es wissen.

Die Bäume wippen vergnügt im Schein des Lichts.

Wie ich diese Wohnung liebe!