„Die Boshaftigkeit ist fast immer Ausdruck eines Missfallen an sich selbst.“
Manchmal bleiben Zitate im Kopf hängen und führen dort ein Eigenleben. Entfalten sich nach allen Seiten, werfen neue Fragen auf und reisen an den alten Wunden.
Je treffender die Zitate auf den ersten Blick erscheinen, desto mehr lassen sie sich auch in ihre Gegenteil verdrehen.
Sie sind tückisch. Oberhaupt: Worte!
Was können sie nicht alles anrichten. Im Guten und im Bösen. Es ist gut nachzuvollziehen, dass man ihnen früher Magie zuschrieb!
Nicht nur ein Zauberspruch kann ein Leben verfluchen. Die kleinen, alltäglichen Botschaften schaffen das auch.
Effektiv und nachhaltig.
Ich bin so müde, dass es dafür ein neues Wort geben müsste. Ein Zustand der zwischen Leben und Tod angesiedelt ist. So ganz verstehe ich nicht, dass es dafür noch keinen neuen Namen gibt.
Aber vielleicht gab es den Namen für diesen Zustand ja schon einmal. In einer Zeit in der die Menschen weiser und sensibler waren. In einer Welt, in der der Status der Menschen nicht desto höher stieg, desto mehr sie ihre Umwelt vernichten und ihr Mitmenschen ausbeuteten.
Ja, ja, ich höre schon gleich wieder auf mit dieser Form des Träumens. Werde mich einfach diesem sonderbaren Zustand hingeben. Denn ihn bekämpfen führt zu nichts. Alle meine Versuche dahingehend sind gescheitert.
Harte Tage sind hart.
Fremdbestimmtes Arbeiten hat seinen Preis. Den alltäglichen Preis.
Und nein: es wird nicht einfacher mit den Jahren. Wenn das Verständnis verloren geht, für die Tücken und Hürden des Alltags wird es unangenehmer.
Jahr um Jahr. Tag um Tag.
Alles bleibt gleich und trotzdem bleibt nichts wie es war.
Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch.
Ich lese mich durch die alten Lebensgeschichten und die sind nicht erbaulich.
Junge Männer sterben im Krieg. Junge Frauen im Wochenbett.
Hoffnung gibt es wohl erst seit zwei oder drei Generationen. Die Vorstellung eines persönlichen Lebensglücks ist jung.
Trotzdem erscheint es uns, als vom Schicksal gegeben.
So viel Veränderung in so kurzer Zeit.
Bin eine treue Bürgerin dieses Landes und schätze die demokratische Grundordnung sehr. Allerdings nicht so sehr, dass ich so weit gehen würde, mir das staatliche Wahlkampfprogramm in Form eines Fernsehduells anzusehen.
Bei dieser Inszenierung fehlt mir etwas. Die kleineren Parteien zum Beispiel.
Die Sozialwahl ist mir deutlich leichter gefallen als die Entscheidung zur Bundestagswahl.
Die Evakuierung in Frankfurt wegen der Bombe aus dem Weltkrieg ist endlich beendet. Aber immer noch ist jeden Tag irgendwo auf der Welt Krieg.
Zu viel Gewalt. Nicht nur in Nordkorea. Sieht so aus, als spielt dort auch so ein Idiot mit dem Weltfrieden.
Der Sonntag geht zu Ende und mit ihm die Illusion des freien Tags.
Draußen singen sie am Bornheimer Hang ihre stampfenden Gesänge und die Trommeln unterstützen mit eintönigen Rhythmen. Plötzlich bricht das Torgeschrei aus. Sie freuen sich. Aus dem Lautsprecher üerrollt die sonore männliche Stimme das Gelände. Schwingt sich über die Kleingärten hinweg durch meine Fenster.
Die Trommeln machen erheblich bewegter weiter. Als müssten sie noch etwas aufholen. Einen Weg zurücklegen.
Die Gesänge jetzt im Stakkato. Agressiv und ein bisschen häßlich für meine Ohren. Aber das beruhigt sich nach einer Weile wieder. Dann werden sie wieder zahm. Unermüdlich, aber doch zahm. Meistens verlieren sie, seit ich hier wohne. Das stelle ich jedes Mal schuldbewußt fest, wenn ich mir ihre Spielebilanz anschaue.
Ich bringe schlechtes Karma zu diesem Fußballverein. Das haben sie noch nicht herausgefunden. Sonst hätten sie mich bestimmt schon aus der Karmazone entfernt.
Das stellt eine sich immer so einfach vor. Am Anfang waren Adam und Eva und dann verzweigt sich alles.
Wenn unsereins eine Stammbaum beginnt, verzweigt sich alles nach hinten. In die Vergangenheit.
Wir verzweigen uns also so lange nach hinten, bis wir uns wieder zusammenfinden und dann endlich wieder bei der Kernfamilie angekommen sind.
Aber wenn wir es genau nehmen, sind wir sowieso alle miteinander verwandt. Deshalb sind wir ja auch gleich zu Beginn der Menschwerdung voreinander weggelaufen. Rund um den Globus.
Hauptsache Platz. Die Idee war nicht schlecht, nur an der Ausführung gibt es aus heutiger Sicht ein bisschen zu meckern.
Aber wir wollen da mal nicht kleinlichen sein. Wir haben schon ein einigermaßen gutes Plätzchen erwischt.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Es ist Wahlkampf und keiner merkt was davon. Über die dringlichen Themen in der Gesellschaft wird nicht diskutiert. Die werden wie gewohnt in ihre Schubladen gesteckt. Pflege ist kien Thema. Dass die Hebammen um das Überleben kämpfen ist kein Thema.
Wirtschaft ist Care – das hat die Politik noch nicht begriffen.
Aber wann, wenn nicht heute? Durch Ignorieren werden Probleme im Allgemeinen größer. Sie verschwinden nicht. Wirtschaft ist ohne Care nicht zu Ende gedacht und es ist verantwortungslos so zu tun, als sei das eine andere Welt.
Care ist kein Frauenthema. Das haben sie auch immer noch nicht kapiert.
P.S.
Ich mag hier gar nicht ausmalen, wie Care funktionieren würde, wenn es ein Frauenthema wäre.
Ich besitze den Kindle Touch schon so lange und bin noch nie vorher auf den Gedanken gekommen, dass er sich als mp3-Player einsetzen lässt. Akkuschonend. Langstreckenflug geeignet. So einfach ist die Lösung.
Kuba ist ein wunderschönes Landes. Aber diese Unerreichbarkeit macht mich kirre. Beim letzten Mal war ich total ausgeknockt, weil meine Sim-Karte störig reagierte. Kommt manchmal vor und dann stehst du da. Ohne Netz und doppelten Boden. Verzweifelt in einem Land in dem für die Bewohner jede Fahrt zur und von der Arbeit ein Lotterie-Abenteuer ist. Nicht nur die Logistik, eigentlich das ganze Leben. Nichts, nichts, nichts ist planbar im Alltag. Ohne eine Riesenportion Geduld und Gelassenkeit geht dort gar nichts.
Aber mir ist mehr die Verzweiflung in die Wiege gelegt worden. Ich bin dort immer wieder fehl am Platz und trotzdem so verliebt in dieses Land und in die Menschen.
Es ist immer Zeit für gute Wünsche.
Je älter ich werde, desto mehr lerne ich das.
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kommen oft klein und unscheinbar daher.
Nicht jeder hat eine Wünschelrute parat um das Glück aufzuspüren. Also braucht es manchmal mehrere Anläufe, um die Glücksader zu finden, die in unserem Alltag verborgen liegt.
Schade, dass manche Menschen ihrem Spürsinn nach Freude nicht vertrauen und sich zu schnell ablenken lassen, von ihrer kleinen verlässlichen Glücksquelle, die sie in sich tragen.
Aber vielleicht ist das einfach der Weg, den sie gehen müssen, um am Ende ihrer Irrtümer endlich zu verstehen, dass die Freude im wesentlichen doch meistens aus ihnen selbst kommt.
Dass sie sie in sich tragen.
claudia August 29th,2017
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Geschwächt von der Allergie. Ein bisschen mutlos wegen der Heftigkeit der Attacken. Kraftlos.
Ich ziehe mich in mich zurück, wie ein Igel ohne Stacheln. Jedenfalls keine stichbaren, keine wahrnehmbaren. Aber manchmal jaule ich kurz auf, um dem Jammer wenigstens einen Ton zu geben.
Jede Entscheidung fällt mir unendlich schwer. Selbst die für das Paradies. Drei Daten stehen zur Auswahl und ich kann und kann mich nicht entscheiden.
Das eine Datum wäre vernünftig, das andere wäre ökonomisch und das dritte wäre mein Wunschdatum. Aber weder vernünftig noch ökonomisch.
Seit wann soll das ein Entscheidungskriterium sein? Etwas, das ich mir wünsche?
Gestern Nacht träumte ich, dass ich auf Reisen war und jemand hat einfach meinen Koffer eingepackt und ihn weggefahren. Nicht gestohlen, nur aus Versehen mit anderen Koffern zusammen ins Auto gepackt und ich stand jetzt ganz ohne da.