5:45 Ich trete aus der Haustür und friere. Trotz roter Mütze und Schal. Ich wünsch mir den Frühling her und weiß jetzt schon, dass der mich um meinen Atem bringen wird. Dem Regiment der Pollen bin ich nicht gewachsen.
7:45 Der Blick aus dem Bürofenster endet an der Hauswand gegenüber. Kein Stückchen Himmel bleibt für mich.
Nicht ein winziges Stück.
9:45 Die Pflanzen auf dem Fensterbrett im Büro schauen mich vorwurfsvoll an. Dass ich zwei Wochen in Urlaub war, haben sie mir verziehen, aber warum sie kein Wasser kriegen, wenn ich vor ihnen sitze, werfen sie mir übel vor.
11:45 Sehnsucht nach Frühling.
Kaum auszuhalten.
13:45 Noch mehr Sehnsucht und die Aussicht auf ein Wochenende.
Warten auf den Frühling.
Die schönste Straße, die ich je sah.

claudia März 10th,2016
Fotos,
Fundstücke,
Kulturtagebuch,
Kunst,
Leben,
Poesie | tags:
Alltag,
Havanna,
Kuba,
Kunst,
Reisen |
2 Comments
Bei Twitter ist ein neuer Hashtag am Start. #frauenlesen.
Leseempfehlungen von guter Frauenliteratur sind leider selten.
Amazon begreift das mit seinem Empfehlungssystem leider auch nicht. Auch wenn ich noch so viele Bücher von Autorinnen anklicke und kaufe, so bleibt meine Empfehlungsliste leider immer noch männerlastig. Hab ja nichts gegen Männer, aber sie schreiben halt andere Bücher. Andere Themen, anderer Stil, andere Sprache.
Ich mag schöne literarische, poetische Sprache oder auch verspielte, fantasievolle Erzählgeschichten und gegen spannende Krimis habe ich auch nichts einzuwenden.
Außerdem mag ich Biografien über Frauen. Die Frauen müssen nicht immer stark sein, sie dürfen auch eckig und kantig ausfallen, etwas spleenige, kuriose oder komplizierte Persönlichkeiten haben. Wie Frauen nun mal so sind. Die sind nicht alle stark und viele dennoch faszinierend.
Was ich nicht mag sind Historienschinken, Beziehungsblabla oder Erotikthriller mit Schmalzeinlage.
Ja, füllt den #frauenleben kräftig und mit Raritäten und langweilt mich bitte nicht, mit den fünf Frauennamen, die eh alle kennen.
Bin gespannt, was ich dabei neu entdecken kann.
Niemand hat das Recht zu gehorchen.
H. A.
claudia März 8th,2016
Allgemein |
1 Comment
Ed Snowden wird auf Twitter gefragt, warum er dort ist, wo er doch gegen Überwachung sei und and antwortet cool:
To send a message.
Scheint für einige Menschen nicht so einfach zu verstehen zu sein, dass gegen Überwachung zu sein nicht bedeutet sich konsequent in einem Aluhut-Schneckenhaus aufhalten zu wollen.
Silke schreibt über die Ausstellung „Am Anfang war Ada“ im Computermuseum Paderborn.
Es geht um die Rolle, die Frauen in der Computergeschichte spielten. Eine Rolle, die immer wieder herunter gespielt wird. Um so wichtiger ist diese Ausstellung zum 200 Geburtstag von Ada Lovelace.
Es ist gespenstisch mitzuerleben wie sich Geschichte wiederholt.
Der Faschismus wurde offensichtlich sehr erfolgreich weiter vererbt und Sonntag für Sonntag in diversen Talkshows salonfähig gemacht. Das Spiel mit dem Feuer ist längst nicht mehr unter Kontrolle.
Die Visionen der Problemlösungen der einfachen Art tragen Früchte: Auf den Wahlzetteln und bei den Brandstiftungen.
Wenn jetzt nicht eine starke antifaschistische Bewegung dagegen hält, ist der Weg vorgezeichnet, den die Gesellschaft nimmt.
Wenn schon Wertegesellschaft, dann bitte die Werte Menschlichkeit, Solidarität und Nächstenliebe.
Beim Anschauen der Nachrichten das Gefühl, dass Flüchtlinge jetzt als Verhandlungsmasse herhalten müssen.
„Baust du einen schönen Zaun um die Flüchtlinge herum, dann sehen und hören wir weg, wenn du die Menschenrechte mit Füssen trittst.“
Wir sind da ganz diskret, Hauptsache die Flüchtlinge bleiben ganz, ganz weit weg.
Weg von uns.
Wir könnten die Lager nicht in unserer Nähe dulden und die Leichen, die wollen wir am Besten auch nicht sehen.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Aber die Rechnungen aus der Vergangenheit, passen nicht immer in die Gegenwart. Manchmal holen uns dann die Rechenfehler ein.
Kein Land in Sicht für Geflüchtete.
Etwas müde und übernächtigt ziehe ich die Jalousien der Sammelmappe hoch. Erst mal Luft und Licht reinlassen nach den Tagen des Verschlossenseins. Noch bin ich nicht ganz angekommen. Körper, Geist und Seele müssen sich erneut zusammen finden. Möglichst in der Welt, die sich als meine ausgibt.

Kafka hat mein Leben zerstört

meins auch
claudia März 2nd,2016
Fühlen,
Fotos,
Gedanken,
Kulturtagebuch,
Kunst,
Leben,
Lesen,
Literatur | tags:
Mannheim,
Neckarstadt,
streetart |
No Comments