Matilda-Effekt

Den Matilda-Effekt kannte ich noch nicht. D. h. den Effekt schon, nur nicht seinen Namen.

Das Mathe-Blog lebt immer noch, wie ihr seht.

Leben

„Was selbst leuchtet, braucht keine Beleuchtung.“ Das Zitat stammt aus einer Kafka-Biografie und es gibt mir zu denken. Auf den ersten Blick ist alles klar, auf den zweiten verschleiert sich die Bedeutung wieder. Wer braucht die Beleuchtung und warum? Brauche ich die Beleuchtung um zu sehen oder brauche ich sie um gesehen zu werden. Ein erheblicher Unterschied, der mir erst auffällt, wenn ich mir das Zitat aus der Nähe betrachte.
Mit dem Leben mag es ähnlich sein. Auch da kommt es darauf an, aus welcher Perspektive ich es betrachte. In den letzten Jahren ist mir nicht mehr selbstverständlich, dass jedes Leben immer lebbar ist. Und damit sind nicht nur die ausweglosen Situationen gemeint, in denen sich manche schwerkranke Menschen befinden.
Das Leben ändert seine Teife, seine Dichte, seine Schwere ständig. Was gestern noch toleriert war, ist heute tabuisiert. Was ich im vorigen Jahr nur als leises Brummen in der Ferne wahrnahm, entwickelt sich morgen zum ohrenbetäubenden und nervtötendem Lebenslärm. Was eben noch unter dem Schimmer der Hoffnung lag, verschwindet bald im schwarzen Loch das sich Verzweiflung nennt.

Niemand kann das Leben kennen. Das Leben kennt sich nicht einmal selbst.

Wenig Spielraum

Täglich sehe ich angespannt auf meinen Kalender. Die nächsten zwei Wochen sind eindeutig der Höhepunkt dieses Jahres. Inzwischen sind nicht mehr nur alle Tage ausgebucht, sondern fast alle Stunden. Arbeits-, Freizeit-, und Kontaktstress. (Sorry, ihr Lieben!) jedenfalls wird mir beim Blick auf meinen Kalender fast schwindlig. Alle Stunden ausgebucht und dann noch der charmante, logistische Irrweg zwischen den Welten. Zwischen den drei Lebensmittelpunkten. Jonglage könnte ich das auch nennen.

Und trotz des Schwindels: ich fühle mich wohl so flirrend zwischen meinen drei Welten und wenn sie mir heute jemand wegnehmen wollte, fühlte ich mich bestimmt eingesperrt. Wie die Tigerin im Käfig. Oder die Seefrau in den Bergen.

Zarte Seite

dünnhäutig
und ohne
Elefantenhaut

ist der Besuch
im Porzellanladen
dennoch

der Alptraum
der Zartbesaiteten

Auf der Suche

Auf der Suche nach meiner guten Laune nicht erfolgreich gewesen. Also eine andere Strategie anwenden. Vielleicht ist es möglich, hier ganz still auszuharren und sie, wenn sie vorbei kommt, zu überraschen. Sie soll mir ganz bestimmt nicht entkommen. Das will ich nicht riskieren.

Ansprüche und Feedback

Ich bin nicht leicht zufriedenzustellen. Jedenfalls nicht bei Dingen, die mir am Herzen liegen. Großzügig bin ich bei Nebenschauplätzen. Da lebe ich meine Toleranz aus. Unnachgiebig und überkritisch bin ich bei den Themen, die mir wichtig sind. Da sind meine Ansprüche hoch und ich betreibe meine Bestrebungen mit all meinem Einsatz.
Oft merke ich im laufenden Prozess, dass ich meine Ansprüche nach unten korrigieren muss, wenn ich sie mit anderen Menschen gemeinsam verfolgen möchte. Nur selten finde ich Partnerinnen oder Gleichgesinnte, die einen ähnlich hohen Anspruch stellen. Das finde ich schade.
Für mich ist es immer eine gute Strategie, den Anspruch sehr hoch anzusetzen, weil ich mit dieser Methode am meisten aus mir herauskitzeln kann. Wenn ich mir ein kleines bisschen mehr vornehme, als ich meine schaffen zu können, dann gehe ich oft über meine Grenzen hinaus. Das hat sich für mich bewährt. Ich mag diese Wischiwaschi-Pipikram-Ziele nicht.
Ich mag es nicht, wenn sich erwachsene Menschen gegenseitig ständig für Selbstverständlichkeiten loben. Aus meiner Sicht ist das keine gute Strategie, wenn man wirklich etwas erreichen möchte. Aber ich merke auch immer wieder, wie wichtig es für mich ist, mich an andere Menschen anzupassen und meine eigenen Ansprüche runterzuschrauben. Auch wenn mir das schwer fällt.
Sehr schwer.

An trüben Tagen

Gerührt war ich, als die alte Eule fragte, ob sie meine Gedichte sprechen dürfe.
Wie es ihr im Augenblick geht, weiß ich nicht und denke doch oft daran.
Genauso oft wie an diesen bezaubernden jungen Mann und seine Mama – was jetzt nicht heißt, dass ich seine Schwester nicht auch zu schätzen weiß. Aber der junge Mann ist bis tief in mein Herz gedrungen.
Das macht er offensichtlich nicht nur bei bei.

Schnee

Früh am Sonntag aufgewacht und den Schnee draußen entdeckt. Zuerst das gelbe Blinklicht, das durch die Wohnung zuckte. Daran ist der Schnee schon ohne den Blick aus dem Fenster zu erahnen. Manchmal auch durch ein blaues Licht. Es zieht mich zum Fenster und ich kann nicht lange genug hinaus starren. Das Schloss liegt malerisch in der verzauberten Dunkelheit. Schneeverzaubert.
Dezember. Er hyperventiliert auf Weihnachten zu. So viele Termine sind noch unterzubringen. Nicht nur Termine, auch Menschen.
Was für eine rasante Geschwindigkeit! Aber wenn der Schnee fällt, dann läuft die Zeit langsamer. sie tritt leiser auf und kommt mir als Leisetreterin näher.
Mein Ziel sind die ruhigen Tage. Auf die arbeite ich hin, in die möchte ich mich hineinfallen lassen.

Der Schnee draußen erscheint mir als Garant dafür, dass das auch dieses Mal klappt.
Das Symbol für alle Träumerinnen.

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Dekofrei

Meine Wohnung bleibt dekofreie Zone. Das gilt für alle vier Jahreszeiten – und für die fünfte sowieso.

Die Prinzen

Die Prinzen machen ihren Job nicht mehr. Sagt Antje Schrupp, die muss es wissen.