Sexismus bis zum Anschlag

Wegducken und nicht zu den eigenen Fehlern stehen. Was erwarten wir auch anderes von Männern wie Herrn Brüderle?

Ich hab keine Worte mehr, die meinen Frust, meine Abscheu und meine Verzweiflung akkurat wieder geben könnten.

Das Spaß-Patriarchat

Ich meine aber, dass wir inzwischen darüber hinaus sind, dass wir dringend andere Bilderwelten in unsere Köpfe bringen müssen. Ich wünsche mir Geschichten, die eine andere Art von “starken Frauen” featuren: Frauen nämlich, die unter den Bedingungen des Post-Patriarchats ihren Weg gehen, die in dieser Hinsicht phantasiereich sind, Szenarien und Strategien entwerfen.

aus dem Artikel von Antje Schrupp

Das Schloss im Schnee

Immer wieder faszinierend: das Weilburger Schloss im Schnee oder einfach „der Blick aus meinem Fenster“.

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Das Leben erleichtern

50 Beispiele, die das Leben erleichtern.

Deutschland, deine Infrastruktur

Deutschland, deine Infrastuktur ist ein gut gepflegter Mythos. Dass du das mit dem Breitbandausbau nicht hinbekommst, das wissen wir ja schon seit langem. Trotz Versprechungen, die immer wieder erneuert werden. Aber deine öffentlichen Verkehrsmittel fährst Du seit neuestem im Warm-Duschler-Modus. Was soll das?
Es weht ein Lüftchen: Der Zugverkehr wird eingestellt. Es ist -1 Grad, die Straßenbahnen fahren nicht mehr. Heute morgen: Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die fuhren dann auch nicht mehr wegen Eisglätte.
Ich bin 50 min auf ungestreuten Fußgängerwegen gelaufen und kein einziges Mal gerutscht. Macht nichts: Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste. Aber he! Ich bin die Angsthäsin.
Wie, liebes Deutschland, willst du die braven Arbeitnehmerinnen zur Arbeit bringen in den nächsten Tagen.

Es ist Winter. Er kann noch ein bisschen dauern. Aber wahrscheinlich wird noch ein transparenter Krisenverursacher gesucht. Bzw. er ist schon gefunden und muss jetzt nur noch ein bisschen gehegt und gepflegt werden.

Wir sind doch das Land der Mythen und Märchen.

Die Poesie

Die Poesie hat sich verkrochen. Irgendwohin, wo ich sie nicht finden kann. Nicht der leichteste Hauch einer lyrischen Stimmung.

Jetzt jetzt es ruhig bleiben und warten, damit sie nicht sofort erschrickt, wenn sie wieder zur Tür eintritt.

Kulturtechniken und Technikkultur

Heute Vormittag habe ich Anne Roth und Antje Schrupp im Online-Talk gelauscht. Kulturtechniken und Technikkultur war das Thema. Jede einzelne von den beiden ist schon super, aber die beiden zusammen in einem Talk ist etwas ganz besonderes. Die beiden Übersetzerinnen, die so überlegt, gut vorbereitet, unaufgeregt und überzeugend in die Themen eindringen.

Bei dem Talk und auch bei einigen Artikeln zum Thema Netzpolitik und Frauen zucke ich jedes Mal zusammen, wenn das Zitat der Sammelmappe mit dem Stallgeruch erwähnt wird. Als ich es aufschrieb, schien es mir, als erkläre es in einem Bild, das was ich anders schwer ausdrücken konnte. Es passte einfach. Jetzt, wo das Zitat in der Netzwelt wandert, zucke ich, weil ich gemerkt habe, dass für viele Menschen riechen negativ besetzt ist. Das war mir vorher nicht so klar gewesen.
Etwas beruhigt war ich dann wieder als Jürgen Kuri über das Heise-Forum sagte, es stinke. Der Unterschied zwischen riechen und stinken ist zum Glück doch noch einigen Menschen bekannt.

Internet Freedom Day

Ein Jahr ist es jetzt her seit die Webseiten aus Protest gegen SOPA schwarz blieben. Am 18. Januar 2012 ging die Wikipedia offline und mit ihr viele andere Seiten. Von diesem Protest ging der Schwung weiter und führte zu den erfolgreichen ACTA-Protesten in Europa.
Aber was ist jetzt?

Heute ist jedenfalls Internet Freedom Day.

Starke Frauen

Gib Antje Schrupp ein Stichwort und sie zaubert einen Blogeintrag hervor. Und was für einen! Fundiert und klar strukturiert. Über fast alles hat sie sich schon mal den Kopf zerbrochen. Nein, Quatsch. Zerbrochen ganz bestimmt nicht, eher das Gegenteil. Ich gebe zu: Ich habe erst den Anfang ihres Artikels über Starke Frauen gelesen. Mein Kopf ist noch zu voll vom Arbeitstag.
Helga schrieb auf Twitter: Jedes geschriebene „starke Frauen“ impliziert, dass der weibliche Normalzustand „schwach“ sei. Das war wohl der Aufhänger dazu, die vorherige Diskussion habe ich nicht mitbekommen. Zuerst muss ich hier ankommen. Und während ich es mir hier bequem mache, denke ich darüber nach, dass ich den Ausdruck „starke Frauen“ nicht mag. Kann sein, dass ich ihn trotzdem schon gebraucht habe. Das will ich nicht ausschließen, aber ich mag das Adjektiv nicht. Und für mich selbst schon gar nicht.
Nicht, dass ich lieber schwach sein will. Aber Tatsache ist: Ich bin in vieler Hinsicht schwach und das macht mir gar nichts. Stark und schwach sind keine Adjektive, die für meine Charakterbeschreibung eine Rolle spielen. Jedenfalls keine moralische und deshalb können sie mir gestohlen bleiben. Stark und schwach sind Worte, die oft für Zuschreibungen verwenden werden. Jetzt musst Du ganz stark sein, wird dir gesagt und dann reißt dir jemand den Boden unter den Füssen weg. Oder andersrum: Du bist (noch oder schon) zu schwach und deshalb sollst du wir helfen lassen oder akzeptieren oder was auch immer.
Ich nehme an Antjes Artikel handelt von etwas ganz anderem, das werde ich sehen, wenn ich ihn in Ruhe durchgelesen habe. Seht ihr: auch so eine Schwäche von mir. Ich gebe meinen Senf dazu, weil es mir gerade so passt.

Als Assoziation dazu fällt mir noch ein Twitter-Dialog dieser Tage ein. Es ging darum, ob es in Ordnung ist, jemanden zu brauchen, den mensch liebt. Auch da bin ich leidenschaftslos. (Was das brauchen anbelangt – nicht die Liebe). Es macht mir nichts aus, wenn mich jemand braucht und wenn ich jemanden helfen kann. Außerdem lasse ich mir selbst auch helfen, wenn es nötig ist. Das erleichert das Leben. Manchmal auch das Zusammenleben. Kritisch wird es, wenn sich die Menschen existentiell zum Leben brauchen. Nicht ganz so tragisch, aber für mich auch kompliziert wird es, wenn Menschen immer ohne Hilfe sein wollen. Menschen, die immer alles alleine machen wollen sind mir suspekt. Auch Menschen, die nie Hilfe annehmen wollen. Nun ja, suspekt ist zuviel gesagt. Ich finde, das Leben kann sehr kompliziert werden, wenn manche Menschen sich nie helfen lassen wollen. Aber meistens haben diese Menschen ihre Gründe dafür – und das Leben wäre auch ganz schön öde, wenn es nur einfache Menschen gäbe.
Außerdem bin ich wahrscheinlich selbst manchmal kompliziert. Ich merke es nur nicht oft, denn für mich bin ich übersichtlich. Meistens.

Opfer-Abo

Mir gefällt es, wenn fähige Menschen Stellung beziehen. Vorallem wenn sie kundig und sachlich freche, dreiste Mythen auseinander nehmen, die vor allem dazu dienen, eine bestimmte Menschengruppe abzuwerten.