Dieses Band
zu dem ich heute gar nichts mehr schreiben und sagen mag.
Nur denken.
Gedenken.
Tag des Weltschmerzes und Tag der Melancholie.
Jahrestag der Trauer.
Die Woche hat mich stark gemacht. Das hätte ich kaum geglaubt, so mittendrin in dem Schlamassel. Klingt so nach Kalenderweisheit – aber es fühlt sich so an. Mein Schreibziel ist am Dienstag abgeschlossen. Aber ich kann Euch sagen: in der Woche wollte ich mehr als einmal aufgeben, weil mir das dieses Mal so sinnlos vorkam. Aber jetzt lasse ich mich nicht mehr beirren, auch wenn ich weiterhin sehr deutlich weiß: es gibt so vieles, das ich nicht beeinflussen kann. Zu vieles, was direkt in meinem Zusammenhang steht, für meinen Geschmack.
Draußen regnet es kuschelig weiter.
Auf dem Höhepunkt der Mobbing-Woche versprach ich mir zum Wochenabschluss eine ansprechende Belohnung
bald wird sich mein
Leben wie eine Scheibe drehen
um einen ausgedachten
Mittelpunkt
der i c h schreit
kein Startschuss
am Anfang
keine Flagge
auf dem Höhepunkt
und schon gar
kein Zieleinlauf
es nennt sich Leben
und die Zeichen
musst du suchen
Tausend Mal habe ich mir heute schon gesagt, dass ich es nicht an mich heranlasse. Dass ich klug sein werde, nicht in die Falle tappe und mindestens drei Mal ist es mir schon gelungen mich wieder zu beruhigen. Aber dann kommt alles wieder noch oben. Wie gelange ich nur aus dem Strudel? Gute Frage auf die es keine praktische Antwort gibt.
Neben den Problemen des Tages, die sich als Schlamassel entpuppen, ergreift mich eine Traurigkeit. Die Traurigkeit, die immer einsetzt in diesen Tagen. Zehn Jahre ist es jetzt her.
Zehn Jahre in denen das Band seine Elastizität zeigt. Und immer noch steigt die Traurigkeit aus dem Nichts empor und ich weiß, wie dankbar ich bin, für die Zeit, die wir hatten. Was für ein Mensch!
Für S. binde ich auch dieses Mal wieder die Sarah ein mit ihrem Kleid. Weil es sie amüsiert hätte und weil sie dieses Lied mochte. Und weil es gut tut, daran zu denken. Mich zu erinnern.
Es gibt ein Band, das der Tod nicht trennen kann,
Liebe und Gedanken bleiben für immer.
die Pflichten
setzen sich rittlings
auf die Brust
reiten mit der
Unbefangenheit
davon
Die Sammelmappe ruft und will beschrieben werden. Ich sperre mich ein bisschen dagegen. Das Novemberschreiben ruft. Steht mahnend im Raum. Will Aufmerksamkeit. Besteht darauf fortgeführt zu werden. Ein Lebensticker wäre vielleicht angebracht. Aber selbst den mag ich nicht befüllen. Die Nachschwingungen des Tages müssen sich noch beruhigen. Das Gemüt verdunkelt sich. Trotz erfolgreichem Tag.
Die Erkenntnis lässt sich nicht in Praxis umsetzen. Auch kein origineller Schluss.
Wenn die sich die Welt drehen kann, dann kann sie auch taumeln. – Das trifft es schon eher.
Ganz leise. Hier wird gearbeitet, gelitten und geschrieben – das ganz normale Leben. Aber sehr, sehr leise.
Bin bald wieder da!
„Von der Hand zum Hirn und nie wieder zurück“ trifft den heutigen Informationskonsum ziemlich genau. Vielleicht ist das Problem gar…