Lille – Die etwas andere Art sich mit aktuellen Ereignissen zu befassen zeigt eine französische Bloggerin: Sie strickt sich die Welt zurecht. Mit Strickfiguren stellt Anna, die ihre Identität nicht preisgeben will, wichtige Ereignisse wie die Geburt der Tochter von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach
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Heute große Schreibdefizite. Trotz Selbstdisziplin. War lange vor dem NaNoWriMo-Text gesessen und trotzdem bisher gerade mal 120 Wörter geschrieben. Ausgerechnet am Wochenende. Das Wochenende sollte doch immer dazu dienen ein Polster zu erschreiben. Ist bisher nie gelungen. Muss mich aber auch nicht sonderlich stören, weil ich instinkiv weiß, dass ich schon ziemlich weit bin. Die Quantität macht mir also bei diesem Mal keine Probleme. Die Qualität ist es, die mir Zweifel bereitet.
Heute Morgen habe ich einen großen Teil des bereits geschriebenen Textes gelesen und immer wenn ich den Text lese, folgt die Schreibhemmung. Soll ich das wirklich weiterschreiben. Lohnt sich das? Ist das nicht quälend langweilig?
Viele meine Texte sind Innenansichten. Da fehlt Action. Die Dynamik entsteht auschließlich über die innere Spannung. Vielleicht ist das zu wenig.
Der tiefere Sinn des NaNoWriMo ist ja, genau diese Gedanken nicht zuzulassen. Durch den Schreibdruck sollen sie erst gar nicht entstehen. Aber sie sind wohl tief im Innern verwurzelt und schaffen es doch immer wieder an die Oberfläche zu gelangen.
Ned schaut mich an, ballt die Hand zur Faust und schlägt zweimal mit den Knöcheln gegen die Mauer. Das ist laut. Zweimal läuft ein dumpfes Peitschen durch den Beton. Dann wieder Stille.
Keine Antwort.
Die Schäfchenwolken täuschen Heimeligkeit vor.
Bilderbuchwetter von drinnen betrachtet. Nasse Kälte für die, die draußen im Wind steht und den Anschluss verpasst hat.
Trost findet sich im geschriebenen Unglück der Talentierten, Zuversicht krabbelt unvermittelt aus dem Unbewussten hervor. Nimmt überhand und täuscht Zukunft vor, wo doch nur die Gegenwart zählt.
Einsamkeit hat viele Gesichter, aber nur wenige davon sind angenehm anzusehen. Die meisten sind hässliche Fratzen – mehr oder weniger auffällig geschminkt.
Maskenbildner scheint es genug zu geben.
Wie sicher müssen sich Menschen fühlen, die immer mit beiden Füßen am Boden stehen? Was muss das für ein Gefühl sein, nicht mit dem Kopf in den Wolken zu schweben?
Standfestigkeit.
Das wünsche ich mir, aber ich schwebe davon, kapsle mich ab, schwebe der Sonne entgegen. Auf den Horizont zu. Lebe mein eigenes Märchen.
Nein, es muss mir niemand sagen: Ich weiß selbst, wie gefährlich das ist. Ich werfe die Leine nach unten und zähle darauf, dass ihr sie ergreifen werdet, wenn ich über euch schwebe auf der Reise in mein persönliches Fantasie- und Märchenparadies.
Aus Rache ist er reich geworden. In der Oberstadt
hat er sich ein Haus gebaut. Nahm jeden Tag ein Bad.
Roch, wie bessre Leuten riechen.
Lachte fett, wenn alle Ratten
ängstlich in die Gullys wichen,
weil sie ihn gerochen hatten.
Was aber ist, wenn das Herz nicht hören mag? Wenn nicht mal die Scham die Zurückhaltung gewährt? Was ist, wenn es durch sie hindurchbricht? Der Lächerlichkeit Preis gegeben wird alles zerstört.
Das Herz bekommt das Tanzen und Singen untersagt. Es wird angebunden an die kurze Leine. Eingewickelt, damit es sich nicht zu Schlagen wagt. Nicht in diesem Rhythmus. Nicht mit diesem Ziel. Sie versucht schon längst, die Träume vor sich selbst geheim zu halten. Zur Sicherheit, damit sie nicht aus Versehen in Erfüllung gehen. Was wäre das für ein Unglück!
Aus Versehen träumte sich ihr Herz in die Gegenwart, der Lächerlichkeit entgegen. Das war ihm zuzutrauen, diesem Herz, das so zielstrebig liebte.
Kein guter Tag heute. Weiß nicht genau warum, ahne aber woran es liegen könnte. Komme überhaupt nicht ins Schreiben. Der Kopf ist leer, die Seele fühlt sich beschimpft.
Ich hab nichts getan, denke ich. Gar nichts.
Aber das spielt keine Rolle, das weiß ich aus Erfahrung. Es reicht, dass irgendwer etwas getan hat.
Über 30 000 Wörter habe ich bis jetzt geschrieben. Bin also ziemlich gut im Limit und kann beruhigt weiterschreiben. Ich ringe mir Session um Session ab und bin immer wieder erstaunt, wenn es einigermaßen klappt, obwohl ich doch immer denke, aber jetzt gehen mir die Ideen wirklich langsam aus.
Die Ideen sind zwar träge und zähflüssig, Aber richtig ausgegangen sind sie mir bisher noch nicht.