Constanze Kurz
Constanze Kurz über Hakerethik und fehlende Utopien.
Stylisches Interview mit und Portrait von Constanze Kurz, Sprecherin des CCC.
via Keimform und Netzpolitik und Folge Mag
Constanze Kurz über Hakerethik und fehlende Utopien.
Stylisches Interview mit und Portrait von Constanze Kurz, Sprecherin des CCC.
via Keimform und Netzpolitik und Folge Mag
Ein paar Mitschreiberinnen sind schon gefunden. Das freut mich. Es ist auch nicht wichtig das Wiki mit den Zitaten von Frauen schnell zu füllen, wichtig ist nur, dass die Zitate überhaupt mal irgendwo gesammelt werden, denn in den konventionellen Sammlungen gehen sie unter. Das ist schade, denn Frauen hatten schon immer etwas zu sagen.
Wer noch mitsammeln möchte, einfach melden. Im Moment sind es noch so wenige, dass auch noch keine umfangreichen Regeln aufgestellt werden müssen. Seriosität setze ich voraus.
Kommunikation sollte nicht nur für die Glücklichen da sein — Kommunikation sollte für alle frei verfügbar sein, denn wir denken, dass Kommunikation ein Menschenrecht sein sollte.
Mir scheint, als hätte ich schon ganz lange keine klaren Gedanken gehabt. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Nie hatte ich mehr klare Gedanken pro Stunde wie in den letzten Wochen. Viele. Vielleicht zu viele. So viele Gedanken, dass kaum noch Luft bleibt. Nur Leere ab und an. Ich schrieb es schon in dieser Woche: Die Tücke der unerlebbaren Lebenszeit.
Der Blick in die Medien lässt mich den Kopf schütteln. Da ist eine Parallelwelt, die so abgehoben daher kommt und trotzdem wird sie so ernst genommen. Verdammt, wo lebe ich?
Vielleicht sollte ich Asyl auf der Insel suchen. Oder woanders. Vorschläge werden gerne angenommen.
Lust auf den Frühling, hatte ich schon geatmet. Aber der Winter schlägt mir ein Schnippchen. So geht das nicht. Das wäre viel zu früh. Der Frühling muss noch warten. Oder besser gesagt: Ich muss noch warten. Dem Frühling ist das nicht wichtig. Er kommt, wenn er sich dazu entscheidet.
Über den Frühling und den Winter fällt es leicht nachzudenken.
Über den Sog des Arbeitslebens mag ich nicht nachdenken. Das wäre als würde man sich freiwillig einem schwarzen Loch nähern. Zu gefährlich. Viel zu gefährlich.
Ich gebe zu: Das Modell gefällt mir um einiges besser. Aber der Text ist doch auch spitze:
Ich wähl die Nummer, ich wähl die Nummer
Rufe Bildschirmtext, rufe Bildschirmtext
Es scheint gerade keine Revolution zu geben auf dieser Welt, keine Umweltskandale, keine hungernden Kindern, kein Mißbrauch und keine Gewaltattacken. Wahrscheinlich ist Deutschland auch nicht mehr Weltmeister im produzieren von Antipersonenminen – was für ein Wort! – und die Castortransporte strahlen nicht mehr.
Es scheint so zu sein. Ganz genau nachkucken konnte ich während meinem Feierabend noch nicht. Aber ich habe immerhin gelernt, dass wir jetzt einen Wehrminister haben und der hat sich seinen Doktor aufpoliert.
Und ich dachte, das machen doch alle. Jedenfalls alle, die in diesen weichen, wortreichen Fächern promovieren, es sich leisten können und die Macht dazu haben.
Vielleicht ist es auch schon das Sommerloch. Vorgezogen sozusagen. Damit das Thema schneller durchgezogen wird. Denn im Sommer, da müssten wir ja sechs Wochen lang dran glauben.
Bin mir nicht sicher, ob die Zeit an mir vorbei rauscht oder ob sie mit mir dahin rauscht. Das Einzige, dessen ich mir sicher bin, ist das Rauschen. Das ist deutlich wahrnehmbar. Im schlimmsten Fall ist es das Leben, das rauscht – denn der Urknall rauscht zwar auch – aber erheblich unauffälliger.
Menschen, die im Zeichen der Schnecke geboren sind, empfinden das Rauschen als unangemessen. Das ist ein subjektiver Eindruck. Aber einer der nicht weg zu reden ist. Was für die eine eine bunte Lebensfeier und eine rasante Kirmesfahrt ist, ist für den anderen eine außer Kontrolle geratene Abfahrt, die in einem Desaster zu enden droht.
Für mich ist das Rauschen nur wie eine starke Ungenauigkeit. Gefährlich ist es nicht, aber undeutlich wird alles. Unerlebbar.
Aber was soll das dann? Lebenszeit mit Unerlebbarem zu verbringen; Das ist nicht gefährlich, aber damit fängt der Irrsinn an.
das Buch
riecht nach
Trost
doch so bald
die Blätter
rascheln
spürst du
den Rauch
nicht nur in der Nase
(Zurück aus dem Urlaub)
kalt und fremd
die Schreibtischplatte
der Stuhl
viel zu hoch eingestellt
was glotzt er mich an?
dieser kalender
ich starre stumm zurück
zum Glück klingelt sofort das Telefon