Nicht einmal gefangen

Mit einem Gefängnis hätte er sich abgefunden. Als Gefangener enden – das wäre eines Lebens Ziel. Aber es war ein Gitterkäfig. Gleichgültig, herrisch, wie bei sich zu Hause strömte durch das Gitter aus und ein der Lärm der Welt, der Gefangene war eigentlich frei, er konnte an allem teilnehmen, nichts entging ihm draußen, selbst verlassen hätte er den Käfig können, die Gitterstangen standen ja meterweit auseinander, nicht einmal gefangen war er.

Franz Kafka beim Gutenberg-Projekt

Verhinderte Revolution

Die Tragödie bestand darin, dass ich für die Revolution zu lange Fingernägel habe und zur Realisierung meiner bourgeoisen Träume nicht genug begabt bin.

Jana Černá war die Tochter von Milena Jesenská.

Personenbeschreibung Lebenskünstlerin. Was auch immer das heißen mag.

Hannah Arendt über die Liebe

Gerade bei Antje Schupp einen Text von Hannah Arendt über die Liebe gelesen. Darin heißt es z.B.:

Der Irrtum kommt daher, dass die Liebe sich im Herzen des Menschen einnistet; das menschliche Herz ist die Wohnung, aber nicht die Heimat! der Liebe; das Missverständnis ist zu glauben, die Liebe entspringe dem Herzen und sei daher, mit einem weiteren Missverständnis, vom Herzen wie ein Gefühl hervorgebracht. Diesem Gefühl geben die Frauen – die besten gerade, die die Institutionalisierung der Liebe durch die Ehe mit Recht fürchten – sich hin, mit dem Erfolg, dass die Liebe im Gefühl und von ihm verzehrt wird, dass der dazugehörende Mann sich so schnell wie möglich retten muss, denn es geht im wirklich ans Leben!, und dass die Frauen, meist nur gelinde enttäuscht über die Flucht des für das Gefühl eher störenden Mannes, aus der „Liebe“ ihren Lebensunterhalt machen.

(So ein Denktagebuch hätte ich auch gerne.)

Bloggen auch ohne ein eigenes Blog

Ina von den Blogpaten bat mich, noch einmal auf das Anliegen der Plattform Nischenthema aufmerksam zu machen.

Wer das Bloggen zunächst einmal nur ausprobieren möchte, dem steht seit September 2008 die Offene Plattform zur Verfügung. Die offene Plattform ist ein Blog aus der inzwischen über 40 Blogs umfassenden Liste der Blogpaten. Auf der offenen Plattform kann jeder bloggen,

* der sich nicht mit der Technik befassen möchte,
* der nur einmalig etwas zu einem bestimmten Thema bloggen möchte,
* der den Aufwand scheut, den das Bekanntmachen eines eigenen Blogs langfristig mit sich bringt,
* der sich mit dem Admin-Bereich eines WordPress-Blogs vertraut machen möchte.

weitere Informationen gibt es bei Nischenthema

Meridel Le Sueur

schrieb Gedichte, Romane und war in Taos. So steht es in meinem Notizbuch. Warum und in welchem Zusammenhang mir ihr Name untergekommen ist?

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

Bloggerin des Jahres 2010

Die Mädchenmannschaft hat aus über hundert vorgeschlagenen Bloggerinnen die Top 10 zusammengestellt.

Afrikawissenschaft
Charlott Schönwetter schreibt über ihr Studium der Afrikawissenschaft. Sie informiert über aktuelle Themen rund um Afrika, Asien, Soziologie und Gender und erzählt dabei auch von ihrem Alltag.

Andersdeutsch
Urmila Goel ist Wissenschaftlerin und widmet sich auf ihrem Blog rassistischen und heteronormativen Diskursen aus der Mitte der Gesellschaft.

Anke Groener
Ankes Kategorien, unter denen sie bloggt, heißen “Filme”, “Serien” und “Futter” und genau darum geht es auch in ihrem Blog. Es gibt Besprechungen von Filmen und Fernsehserien und dazwischen geht es um gutes Essen und body acceptance.

Antje Schrupp
“Aus Liebe zur Freiheit” ist der Untertitel von Antjes Blog. Ihre Themen: Geschlechterfragen, Feminismus, Alltagsthemen, immer kritisch beobachtet und aufgeschrieben, meistens anschließend heiß diskutiert.

Drüberleben
Kathrin ist 25 Jahre alt und seit neun Jahren depressiv. In ihrem Blog postet sie täglich Videos, Bilder und Momentaufnahmen ihres Alltags zwischen Dispo, Psychiatrie und Disco.

Gespenst der Armut
Elke Brüns begibt sich in ihrem Blog in die Bilderwelten des Sozialen. Sie fragt sich: Wie wird was als Armut sichtbar oder unsichtbar?

Girls can blog
Annina Luzie Schmid stellt Bloggerinnen in kurzen Interviews vor – auf Deutsch und Englisch – und zeichnet so eine Landkarte der weiblichen Blogosphäre.

Opalkatze
Vera Bunse schreibt unter dem Motto “Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf” über Politik, soziale Fragen, Journalismus-, Medien- und Frauenthemen.

Popkontext
Barbara Mürdters Thema ist die Popkultur. Auf ihrem Blog schreibt sie kritisch und politisch über Hintergründe und Zusammenhänge im Popkulturkosmos.

Stadtpiratin
Eva Ricarda Lautsch berichtet aus ihrem Alltag in Berlin, oft aus einem feministischen Blickwinkel – “Schnappschüsse aus einer studentischen Perspektive” fasst Eva Ricarda ihre Texte zusammen.

Es kann noch bis Ende Januar abgestimmt werden.

Cablegate

Was der BND so alles treibt!

Cablegate: Norwegische Zeitung findet deutsche Überwachungssatelliten
Die norwegische Zeitung Aftenposten hat irgendwie die gesamten 250.000 US-Depeschen aus dem Wikileaks-Bestand erhalten und forstet diese ebenfalls durch. Heute berichtet die Zeitung (Schlechte Google-Übersetzung), dass man ein Kabel der US-Botschaft aus Deutschland gefunden habe, was über ein US-Deutsches Geheimprojekt berichtet.


weiter bei Netzpolitik

Positiv geht grad nicht

Zu Tode geängstigt ist auch gestorben.
Das ist ein Zitat, das zum heutigen Tagesbeginn passt. Das verdammte Glatteis treibt mich zum Wahnsinn und mein persönlicher Fluch hat mich auch wieder erwischt.
Naja, ich könnte ja auch sagen: Erst jetzt hat er mich erwischt. Aber wie schon gesagt, positiv geht grad nicht bei mir.

Lasst Euch um Himmelswillen nicht anstecken! Ich sage Euch, diese Laune macht keinen Spaß. Da wünsche ich Euch doch etwas Besseres und Freundlicheres für diesen Tag.

So lang.

Winter-Meditation

2011 fängt genauso an wie 2010 aufgehört hat: Mit Schnee. Draußen ist schon wieder Schneegestöber. Seit dem 30. November liegt hier eine geschlossene Schneedecke. Eine so lange Zeit habe ich Schnee noch nie durchgehend erlebt. Morgen früh kommt wieder das Schlitter-Abenteuer auf den Berg hoch. Wie viele Tage noch?

Ich gebe zu: Ich bin leicht überfordert mit diesem Winterwetter und diese Stimmung verlässt mich auch nicht. Dabei geht es mir doch gut. Mein Geldbeutel lässt es zu, dass ich es mir kuschelig warm heize und auch mein ökologisches Gewissen bleibt ruhig, denn immerhin erlaufe ich mir täglich ein paar Energieeinheiten, die andere als Abgase hinterlassen. Dafür darf ich dann meine Heizung so einstellen, dass ich nicht schnattern muss.
Trotzdem würde es mir besser gefallen, wenn ich den Winter etwas gelassener hinnehmen könnte. Wer weiß, vielleicht sind es die ererbten Erinnerungen meiner Ahnen, die diese Stimmung entstehen lassen. Das Leben im Winter muss für normale Menschen früher wahnsinnig hart gewesen sein. Die oben im Schloss, die haben es sich an ihren Kaminen ischer gut gehen lassen. Aber die, die durch die Dienstbotengänge gehuscht sind, für die muss es schlimm gewesen sein.
Und im Prinzip ist es das heute noch. Wenn das Geld einfach nicht mehr zum Heizen reicht, dann wird einem auch im Bett nicht warm.

Aber vielleicht hat der Winter ja doch noch ein Einsehen mit uns und legt eine Pause ein. Schön wär’s.

Die Philosophie des Kindes

Als das Kind Kind war, lebte es in den verschlungenen Pfaden seiner Innenwelt. Mit großem Getöse und Gepolter katapultierte sich von Zeit zu Zeit die Außenwelt mit vollem Karacho in die Innenwelt des Kindes. War der Wirbelsturm der Außenwelt vorbeigezogen war, begann das Kind gleichmütig und mit höchster Konzentration die erdachten und erstaunten, zusammengezwirbelten Geschichten und Gefühle der Innenwelt wieder neu aufzubauen. Immer wieder aufs Neue. Stoisch. Ohne Ärger, ohne Hass, ohne Rachegefühle. So war das Leben nun mal: Man muss den Wirbelsturm der Außenwelt vorbeiziehen lassen, um sich dann wieder den unbegrenzten Möglichkeiten der Innenwelt hingeben zu können.