Höre gerade in der Kulturzeit zum ersten Mal bewusst etwas über das Projekt INDECT.
Was habe ich denn da wieder verschlafen?
Bald schon könnte jeder im Internet Ziel einer Überwachung werden. „Indect“ heißt der Albtraum vom Polizeistaat. Die EU forscht an Programmen, die „abnormales Verhalten“ erkennen. Indect soll auf aggressive Stimmen und gewalttätige Mimik in Videos und Bildern reagieren. Wer im Netz auffällt, soll durch die Verknüpfung mit Überwachungskameras, Handy-Ortung und unbemannten, vernetzten Flugzeugen auch im öffentlichen Raum flächendeckend ausspioniert werden können.
Hört sich gruselig an und ist in jeder Hinsicht undurchsichtig.
Hier noch ein Video über INDECT vom 27C3 mit Sylvia Johnigk.
Wer harte Rätselnüsse mit IT-Bezug mag, ist auf dieser Seite gut aufgehoben. Kreatives Kopfzerbrechen ist da angesagt.
Claudia Januar 17th,2011
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„Wie müsste man leben, dachte ich mir, um zu dem, was man gerade denkt, zu passen.“
Herztier, Herta Müller
So lange es Blogs gibt, wird es Menschen geben, die nach dem Sinn des Bloggens fragen, bzw. welche die ihn in Frage stellen und es wird auch immer Menschen geben, die Fragen, woher man die Zeit nimmt. Je länger man selbst bloggt, desto schwieriger wird es diese Fragestellung zu verstehen, weil Bloggen so selbstverständlich zum Leben dazu gehört, das es scheint, als könne man sich auch fragen, woher man die Zeit zum Atmen nimmt. Antje Schrupp hat die Frage dennoch beantwortet und wie immer, wenn sie etwas antwortet, ist es lesenswert.
Seit ich blogge ist eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, woher ich denn die Zeit dafür nehme. Das finde ich interessant, weil ich subjektiv nämlich gar nicht den Eindruck habe, dass ich fürs Bloggen allzu viel Zeit aufwende. Objektiv, also wenn ich mir das Ergebnis anschaue (mehrere Posts pro Woche), kann ich es aber natürlich nicht leugnen: Ja, ich wende viel Zeit dafür auf.
Antje Schrupp über das Bloggen
wir sollten eine Initiative starten, 100 Jahre Frauentag 2011! Waere dabei
Das ist die Antwort von Thorsten Schäfer-Gümpel auf meinen Twitter-Seufzer:
Es gibt mehr Zitate über Frauen als von Frauen.
So sprachlos sind wir doch nicht? Wahrscheinlich waren wir es früher auch nicht. Trotz Unterdrückung, Isolation und ohne Bildung.
Der Frauentag wird in diesem Jahr tatsächlich 100 Jahre alt.
Das Wahlrecht haben wir schon lange, aber die öffentliche Sprachlosigkeit zu überwinden, das wäre schon was.
Wo geht es lang? Das ist die Frage, die Nadine sich stellt und sie spürt, dass sie sich weit von ihren Eltern entfernt hat. Wo geht es lang? Ist eine Frage, die sich jeder Mensch jeden Tag stellen kann. So selbstverständlich wie viele Menschen tun ist der Weg unserer Gesellschaft nicht vorgegeben.
Neulich sprach ich mit meinen Eltern über soziale Problemlagen. Meine Mutter versuchte zu argumentieren, dass ein_e Arzt_Ärztin immer besser bezahlt werden muss als eine Putzkraft. Wegen des Weges, den die entsprechende Person bis zu diesem Berufsstatus zurücklegt. Ein langjähriges Studium (beispielsweise) soll sich also am Ende bezahlt machen. Putzkraft kann schließlich jede_r.
Tja. Kann wirklich jede oder jeder Reinigungskraft? Oder Gastronomie? Oder LKW-Fahren? Spricht da nicht eine Überheblichkeit?
“Wenn Homosexualität eine Krankheit ist, dann lasst uns alle bei der Arbeitsstelle anrufen und uns queer melden: ‘Hallo, ich kann heute nicht arbeiten, ich bin noch queer!’” – gefunden auf awesome.blogsport.de.
via Mädchenmannschaft
In Angela Leinens Buch „Wie gewinnt man den Bachmannpreis – Gebrauchsanweisung zum Lesen und Schreiben“ unerwartet auf die folgende Passage gestoßen:
„in mehreren Untersuchungen berichten ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)-Patienten über eine zum Teil erstaunlich hohe subjektiv empfundene Lebensqualität trotz ihrer starken physischen Einschränkungen.“
Und schon ist sie wieder da, die Erinnerung. Was war das für eine Zeit! Mit einem Schlag war die Krankheit da und immer war die Krankheit einen Tick schneller, als wir hinterher springen konnten und mit der Krankheit kam diese Intensität. Dass das Leben einfach das ist, was jetzt läuft. Alles was jetzt nicht passiert, passiert nicht mehr. Nie mehr und kann nie Erinnerung werden.
Eine grausame Krankheit, die keine Hoffnung lässt. Eine gnädige Krankheit, die nicht vortäuscht, dass es einen Kampf gibt, den irgendwer gewinnen könnte.
Nur pures Leben.
Empört Euch! „Das Interesse der Allgemeinheit soll über dem Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit soll wichtiger sein als die Macht des Geldes.“ – Stéphane Hessel
Hessels Heft wurde in Frankreich in einer Auflage von 900.000 Exemplaren gedruckt. Es liegt an den Zeitungskiosken neben der Kasse. Die Leute kaufen es wie verrückt. Die Schrift eines Greises, der sie an ihr Gewissen erinnert. An ihre Werte. Und der sie zur Empörung aufruft gegen ein System, in dem Gewissen und Werte wenig zählen.
Claudia Januar 14th,2011
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Menschlichkeit,
Soziales,
Stéphane Hessel,
Wirtschaft |
7 Comments
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…