Paris, Texas

Nastassja Kinski wird heute 50 lese ich gerade. Der Tatort Reifezeugnis war bei seiner Erstausstrahlung wirklich ein Ereignis. Aber nicht nur wegen ihr. Ich kann mich heute noch dran erinnern, dass er unheimlich spannend war.

Aber am Besten hat sie mir in Paris, Texas gefallen. Ein langsamer Film. Passend zu meinem Charakter.

Kein Konto für Behinderte

Es gibt Titel, die will ich gar nicht lesen. Aber weil sie offensichtlich offensichtlich immer wieder auftauchen, hilft nur eine Taktik: Sie selbst zu verwenden. Darauf aufmerksam machen, dass das nicht richtig ist. Dieses Mal ist es die Raiffeisenbank Altdorf-Ergolding, die die Kontoeröffnung einer Betreuerin für zwei Behinderte verhindert.
Ich hoffe, die Bank wird bald merken, dass ihr Verhalten PR-technik kein Coup war.

Hoffentlich! Weitersagen und verlinken hilft dabei.

Etel Adnan

»Ja, es gibt die Dichter und es gibt die Leser und die Träumer und die Liebenden… und sie bilden die neuen Kontinente, die es zu entdecken gilt.«

Noch nie gehört habe ich von der Malerin, Dichterin und Weltensammlerin Etel Adnan. Bei der nächsten documenta 13 werden ihre Bilder und Zeichnungen zum ersten Mal als Gesamtwerk ausgestellt.

Metropolis – arte
Wie eine Nomadin ist die 1925 in Beirut geborene Dichterin und Malerin Etel Adnan durch ihr Leben gezogen: zwischen Orient und Okzident, zwischen alten und neuen Sprachen, zwischen Literatur und Malerei – eine Reise voller Entdeckungen und Erinnerungen, geprägt von immer neuen Kriegen. „Meine Bilder und meine Bücher sind mein wahres Zuhause geworden. Der geschriebene Gedanke ist für mich wie ein Ort, ein Merkzeichen, ein Punkt um anzuknüpfen, als pflanzte man einen Baum“, erzählt Etel Adnan in Paris. „Er sprießt, er verändert sich – aber er ist da!“

Kommen

Hanzi: kommen

Chinesisches Zeichen für kommen

Einfach immer ein bisschen weiter üben ist meine Devise bei den chinesischen Zeichen. Es stört mich gar nicht, dass ich kaum Fortschritte mache. Es ist schön, die Zeichen zu üben, die ich irgendwann einmal konnte.

Ertränktes Feuer

Alle kennen das Geheimnis. Aber es wird nicht besprochen. Darf nicht in Sprache gezerrt werden. Bleibt so unverletzlich unvernderbar. Und wird so vererbt. ertränktes Feuer, brennend. Im Wissen nicht bewußt. Gewußtes. Das nicht existierend Allexistierende.

Marlene Streeruwitz – Können. Mögen. Dürfen. Sollen. Wollen. Müssen. Lassen

Software als Machtwerkzeug

Software wird zum Machtwerkzeug und die meisten Frauen verzichten freiwillig darauf, es bedienen und verstehen zu können.
Warum verzichten Frauen freiwillig auf diesen wichtigen Bereich gesellschaftlicher Mitbestimmung?

Leena Simon in einem Vortrag bei den Chemnitzer Linux-Tagen

Der flammende Engel

Morgen kommt die Stieg Larsson Verfilmung Die Verblendung im ZDF. Als ich damals den Tipp zu den Büchern erhielt, war ich skeptisch. Das lag vor allem an der Tippgeberin, den sonst ist unser Literaturgeschmack nicht kompatibel. Da gibt es eigentlich nicht die kleinste Schnittstelle. Aber es gab sie doch, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Die Krimis von Stieg Larsson treffen direkt ins Herz. Ins Herz der Gesellschaft. In Herz der Leserin oder Lesers. Für mich ganz hart an der Grenze dessen, was ich aushalten kann. Das Manko der schwedischen Krimis: ohne Gewalt geht da nichts. Mit Gewalt werden die Wahrheiten und die Symbolik an die Frau und den Mann gebracht. Ob ich mir die Verfilmung ansehen kann, wo doch die Bücher schon meine Gewalt-Erduldungs-Schwelle überschritten? Das ist fraglich. Trotzdem werde ich es versuchen. Denn es geht um Frauenhass und Machtverhältnisse in diesen Geschichten. Es geht um starke Frauen und um dreiste Machenschaften. Es geht um so vieles, was unsere Gesellschaft so schmutzig, klebrig und gewalttägig macht.

In Buchform war die «Millennium»-Trilogie von Stieg Larsson über den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist ein Bestseller. Fast 50 Millionen Exemplare wurden verkauft. Nun zeigt das ZDF eine aufwendige Verfilmung der Bücher in sechs Teilen.

Der flammende Engel, den sich das ZDF als Trailer-Figur ausgesucht hat, wirkt ein bisschen sehr pathetisch. Soll das ein Racheengel sein?

(Dass ich Kommissarin Lund vermisse, will ich an dieser Stelle noch sagen. Mehr die erste als die zweite Staffel. Aber die zweite immer noch lieber, als sämtliche anderen Krimis, die ich in den letzten Monaten angesehen habe.)

Ich wünsche mir Meer

Ist wahrscheinlich nicht der richtige Augenblick sich ans Meer zu wünschen. Samstags ist der Alltags-Vor-und-Aufbereitungs-Tag. Der Erledigungstag eignet sich nicht für Tagträume. Oder jedenfalls nicht so gut. Aber welcher Tag eignet sich schon dafür?

Jedenfalls wünsche ich mir Meer.

Ein Inselbild

isla volante

Dschungelcamp-Modus

Unsere Gesellschaft hat sich gerade mal schnell in den Dschungelcamp-Modus geswitcht. Meine Timeline ist ebenso wie die von engl Dschungelcampfrei und dennoch dröhnt von allen Seiten der Ruf des Camps auf mich ein.
Ich muss lächeln darüber, meine Emotionen reichen weder zu erregen noch zum Moralisieren. Was da läuft, weiß ich nicht. Die Namen, die genannt werden kenne ich nicht. (Bis auf einen – den Langhans – der war früher schon sehr arrogant.) Irgendwie ahne ich, dass man arrogant sein muss um sich an diesem Event zu beteiligen. Arrogant sein – oder in der Klemme. Finanziell abgetackelt auf hohem Niveau. Mich stört es trotzdem nicht. Ich kann verstehen, dass der einfache Spaß der Schadenfreude, die Zuschauer anzieht.
Wäre nur schön, wenn sie nach der Sendung ihr Gehirn wieder benutzen würden.
Denkende Menschen, die den Dschungelcamp-Modus auch wieder abstellen können, die wünsche ich mir.

Frau Fragmente – museumsreif

Da ist sie wieder: Frau Fragmente bloggt. Darauf musste mensch lange verzichten, dafür twittert sie intensiv und anregend. Gestern las sie in Frankfurt im Museum und ich fluchte und jammerte, was aber nichts nutze.
Aber dafür, hat sie wieder mal etwas in ihr Blog geschrieben.

Ich spüre lange keine Angst. Nicht im Sommer meiner Arbeitslosigkeit, als ich zu vielem Ja sage und nur selten Nein, mich lieben lasse in Hotelzimmern, mir die Füße küssen lasse. Erst im Oktober, an meinem zweiunddreißigsten Geburtstag, wird der Ton ernster, erste Sorgen – nicht, ob ich einen Job finden werde, sondern, ob er mir gefallen wird. Ich erhalte eine Absage, bei weitem nicht die erste, aber die erste, die schmerzt.