Wie wir wohl in einem / zwei / fünf Jahr auf diese zurückliegenden Tage blicken werden?
Panzerkonvois und Raketeneinschläge lösen in den Medien die langweiligen Zahlen, Statistiken und Modellrechnungen der Pandemie ab. Die Bilder werden schneller, krasser und spektakulärer, die Töne lauter, schriller und mitreißender.
Endlich gibt wieder echtes, richtiges Gut und Böse. (Klare Botschaften und harte Kanten.)
Männer, Frauen und Kinder werden wieder in altbekannte Kategorien eingeteilt.
Es gibt Krieg, Krieg, Krieg und all das Leid, das wieder neues Leid gebiert. In die nächsten Generationen hinein.
Da ist die Gewalt, die ihr Gift in Körper, Herzen und Seelen spritzt.
Und die Furcht, die die Seelen quält. Angst und Schrecken.
Kälte.
Hunger und Durst.
Tod.
Und kein Ende.
Corona-Ausbruch im Pflegeheim. Worst-Case auf den letzten Metern. Einsame, hilflose Menschen alleine gelassen. Die Medienkarawane zieht weiter. Pandemie ist langweilig geworden, steigende Infektions- und Todeszahlen interessieren nicht mehr, sie sind aus den Nachrichten verschwunden. Dafür gibt es jetzt Kriegsberichtserstattung. Denkbar gruslig, auf so vielen Ebenen.
Die Alltagsaufgabe Gelassenheit gelingt mir dennoch. Der Krieg schottet mich emotional mehr ab als die Pandemie.
Anders geht es nicht. Ich will leben. Ich habe noch drei, vier Sachen vor.
In dieser Hinsicht bin ich egoistisch.
hier komponiere ich es mir
mein Glück
mein Gerüst
meine Struktur
das, was ich sein will:
tief im Herzen
und bis auf die Haut
samt Aura
die will ich auch
hier
und heute
jetzt
claudia Februar 27th,2022
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Alle Lebensenergie verwende ich dazu, nicht zu verzweifeln. Nicht einzubrechen auf dem Boden brüchiger Fakten. Es fällt mir nicht leicht, mich von den Nachrichtentickern fernzuhalten. Auch viele Hintergrundberichte üben einen Sog aus. Ich würde gerne mehr über den Krieg in der Ukraine wissen und die damit in Verbindung stehenden Hintergründe verstehen und weiß doch, dass das jetzt für mich nicht der richtige Weg ist. Meine wichtigste Aufgabe ist es, mich zu stabilisieren.
Einmal am Tag Nachrichten aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen und mehrmals am Tag einen vorsichtigen Blick in meine Twitter-Timeline. Twitter ist immer ein bisschen gefährlich, weil dort so viele Informationen zusammenkommen. Anders als die gängigen Nachrichtenseiten decken sie für mich Tiefen und Weiten der aktuellen Themen ab, die ich nirgends so geballt finde und sonst wirklich gerne ergründe. Während der Pandemie war das oft eine ganz besondere Wohltat. Jetzt nehme ich mich vorsichtshalber ein Stück zurück.
Selbstschutz ist erlaubt.
Ich muss es mir immer wieder sagen. Selbstschutz ist erlaubt und dringend angezeigt.
Jetzt also richtig Krieg. Nicht mehr nur Cyberangriff, Hetzattacken oder Verletzung der Waffenruhe. Nein, richtig Krieg mit Raketen und Einschlägen. Von allen Seiten. Nicht mehr zu ignorieren und trotzdem geht das Gesäusel von den harten Sanktionen weiter. Ach, ach, ich höre schon auf.
Für mich wird es keine Option sein, mich irgendwie mit diesem politischen Vollversagen zu beschäftigen, das uns so zielstrebig in unheilvolle Abhängigkeiten führte und weiter führt.
Es ist so durchsichtig wie wir verraten und verkauft werden. Sei das jetzt die Pandemie oder die ganze Energiepolitik. Geopfert für die Einzelinteressen – sprich Vermögensanhäufung – von einigen wenigen Menschen.
Ich schreibe das hier ausschließlich auf, um den Einmarsch und den Überfall der Ukraine durch Putin in der Sammelmappe zu dokumentieren. (Durch Putin, nicht durch Russland erscheint mir treffender.)
Wenn ich in der nächsten Zeit nicht in Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit ertrinken will, muss ich die bewusste Entscheidung treffen, einen Teil der Realität um mich herum auszublenden. Ich benötige noch etwas Platz in meinem Herzen für die Sorge um meine Liebsten.
Die besten Wünsche und viel Kraft an alle, die hier mitlesen.
claudia Februar 24th,2022
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Mein ganzer Körper ächzt und krächzt vor Müdigkeit und Anspannung. Dienstag! Es ist erst Dienstag und ich hab keine Ahnung, wie ich diese Ewigkeit bis zum Wochenende ertrage. In welchem Zustand.
Krieg. Jetzt ist es so gut wie sicher, dass es Krieg geben wird. Ich nehme an, sie werden die Situation mit Russland, der Ukraine und der USA genauso konsequent und akribisch vermasseln, wie sie das mit der Pandemie gemacht haben. Die geballte Kompetenz versammelt sich und verzockt unsere Zukunft.
Ich bin so müde. Viel müder als eine Person alleine sein kann.
Ich bin eine einzige Manifestierung des Konzeptes Müdigkeit.
Der Sturm kommt. Drinnen bleiben, las ich irgendwo. Nicht hier, bekomme ich zur Antwort.
Egal. Ich schaue mir die winkenden Bäumen vom Bett aus an.
Wochenende. Ruhezeit. Ruhe. Ruhe. Ruhe.
Ruhezeit im Sturm.
***** markantes Wetter vom Typ Orkanböe **** die Sorgenkurve wächst exponentiell **** Lockerungen das neue Reizwort **** vorerst kein Krieg **** unausgeglichene Gemüter und unruhige Seelen treffen aufeinander **** Kohlmeisen im Wind **** Schneeglöckchen-Teppich vorm Haus **** Sehnsucht nach Meer **** Lust auf Begegnung **** inneres Donnergrollen *****
mit beiden Händen
nach dem Leben greifen
auch wenn es immer
weiter durch die
Finger rieselt
claudia Februar 13th,2022
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Blogeinträge recycelen. Etwas anpassen an die aktuelle Lage. Leicht anrauen und kurz drüber lackieren.
Alles ist möglich.
Das Leben hat mich hinterrücks gepackt. Mich geschüttelt und vergessen umzurühren.
Ich danke.
Für alles was war.
Und hoffe auf das, was zum Schluss noch kommt.
claudia Februar 12th,2022
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