Sind so kleine Hände

Leute ohne Rückrat haben wir schon so viel.

Bettina Wegner

Sind so kleine Hände
winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn’ sie sonst nicht geh’n.

Bettina Wegener im ersten Video 1978, im zweiten 2007.

Frühlings-Sonnen-Wochenende

Wunderschön sieht es draußen aus. Es verspricht ein tolles Frühlings-Sonnen-Wochenende zu werden. Ein Lesewochenende. Ein Plätzchen zum Lesen werde ich noch finden.

Gestern habe ich zum ersten Mal ein Buch von Julia Frank gelesen. Liebediener – ist der Titel. So richtig kann ich mich nicht entscheiden, was ich von dem Buch halten soll. Einiges daran fand ich gut, anderes fand ich merkwürdig stark konstruiert. Da Liebe und Leidenschaft für mich immer ein Thema ist, bin ich dem Buch zugewandt, aber es fehlt mir dennoch etwas was ich nicht so gut benennen kann. Vielleicht habe ich zuviel Genazino gelesen in den letzten Wochen, meine Ansprüche sind hoch geworden. Jedem Wort, jedem Satz will ich seine Bedeutung anmerken. Das fehlt mir ein bisschen, wenn ich in anderen Bücher lese.

Zum ersten Mal lese ich auch ein Buch von Irene Dische “Fromme Lügen”. Auch da bin ich unentschlossen. Die Sprache ist stärker, fester, griffiger, aber hier fehlt mir wieder die Akrobatik, die Atmosphäre, die Leichtigkeit. Bin nicht zufriedenzustellen. Will immer mehr. Das Beste und noch ein Sahnehäubchen obendrauf.

Bod oder Buch im Eigenverlag veröffentlichen?

Jeder der darüber nachdenkt ein Buch zu veröffentlichen und keine Chance für sich sieht, in einem etablierten Verlag unterzukommen, landet irgendwann bei dem Gedanken, ein Buch bei BOD heraus zugeben. BOD ist ein Book-On-Demand-Verlag, einer von vielen, der bekannteste aber nicht unbedingt der günstigste Anbieter.

Die Vorteile von BOD sieht jeder sofort und sie haben ihren Charme:
Oberflächlich gesehen ist es billig und man muss sich um nichts kümmern. Alles läuft schnell und unbürokratisch. Auch wenn man keine Ahnung von Verlag und Vertrieb hat, wird das Buch in den Buchhandlungen gelistet.

Die Nachteile von BOD erschließen sich erst nach einer Weile:
Wenn man mehr Leistung braucht, dann kommen doch ein paar Euros zusammen. Außerdem muss man jedes einzelne Buch selbst kaufen, man hat also keine kostenfreie Belegexemplare zur Verfügung. Da man die im geringen Umfang aber braucht: Schon die Pflichtexemplare, die man an die jeweiligen Bibliotheken schicken muss, aber auch für andere Zwecke, muss man die unbedingt in die Kalkulation einbeziehen.
Wer bei BOD veröffentlicht verpflichtet sich über einen Zeitraum von fünf Jahren, die Texte nirgendwo anders zu veröffentlichen. Das kann im Einzelfall ein großer Nachteil sein.
Der dritte Nachteil ist das schlechte Image, das BOD nach wie vor in der Verlagsbranche besitzt.
Für mich war der gravierenste Nachteil bei BOD, dass der Ladenpreis für die Qualität der Bücher (gebunden mit Fadenheftung) viel zu hoch gewesen wäre. Denn es heißt zwar man kann den Ladenpreis bestimmen, aber selbstverständlich kann man nicht unter den Preis gehen, den BOD für ein gedrucktes Buch selbst schon nimmt.

Wie will ich mein Buchprojekt realisieren?

Um für sich selbst und das eigene Buchprojekt zu entscheiden, welchen Weg man bei der Veröffentlichung gehen möchte, sollte man ein paar Überlegungen anstellen und sich auch ein paar Fragen ehrlich beantworten:

Was kann ich wirklich selbst machen und von was sollte ich die Finger lassen? Bei einem gedruckten Buch auf das Lektorat zu verzichten ist eine heikle Sache. Nichts ist peinlicher, als immer wieder auf die gedruckten Fehler im eigenen Buch sehen zu müssen, die man selbst tausend Mal übersehen hat, die man aber sofort sieht, sobald das Buch in gedruckter Form vorliegt.
Die gleichen Argumente gelten für das Layout. Kann ich es selbst machen oder suche ich mir einen freiberuflichen Mediengestalter, der das für mich übernimmt? Auch da sollte ich mir wieder eine ehrliche Antwort geben.
Wie viele Freiexemplare brauche ich? (Pflichtexemplare nicht vergessen.) Wenn ich zehn brauche, dann komme ich bei einem Buchpreis von 10 Euro schon auf 100 Euro. Aber 15 bis 20 sind realistischer.
Wie viele Bücher werde ich ungefähr verkaufen und an wen?

Wenn ich mir diese Fragen beantwortet habe kann ich – ehrlicher gesagt muss ich – eine Kostenkalkulation machen um die verschiedenen Möglichkeiten zu vergleichen.

Wenn man sich eine einzelne ISBN besorgt, dann kostet das keine 100 Euro. Man braucht dafür nicht mal einen Verlag zu gründen. Lässt man sich von einem Druckdienstleister eine Kostenkalkulation aufstellen, dann sieht man, wie viel die geplanten Exemplare im Druck kosten und kann die verschiedenen Kostenkalkulationen miteinander vergleichen.
Wenn man dann immer noch denkt, dass Book-On-Demand das richtige sei, dann sollte man sich für seine Projektplanung noch Kostenvoranschläge bei anderen BOD-Anbietern besorgen. Die sind fast alle günstiger als BOD, wenn man eine Vergleichskalkulation von ca. 100 Büchern anstellt.

Und zum Schluss:
Obwohl es selbstverständlich ist, noch der Hinweis. Auf keinen Fall – never-ever-niemals – zu einem Druckkosten-Zuschuss-Verlag gehen.

Gemein ist

wenn man der verzweifelt auf ihrem Handy herum tippenden Bekannten während dem großen Telecom-Crash auf die Frage “Was heißt denn Neu formatieren?”, antwortet:
“Neu beschriften.”

Der Vorteil der Antwort ist, dass die Bekannte nie wieder vergißt, was neu formatieren heißt.
Gemein ist es trotzdem.

Oh nein!

Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf zu Kinderporno-Sperren

Jetzt kommen ganz offiziell die Zeiten auf uns zu von denen wir später sagen werden: So hat sie angefangen, die Internetzensur.

Verschleierungstaktik
Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere

Gegen alle Einwände von Experten setzt das Bundesfamilienministerium die Kinderpornografie-Sperren durch. Die Argumente sind so löchrig wie der geplante Sichtschutz für illegale Inhalte. Obwohl alle Provider das wissen, werden sie mitmachen – aus Angst, in die böse Ecke gedrängt zu werden.

Salto Mortale

Die führungsfreie Zeit ist jetzt vorbei. Vorbei das einsame Drudeln der Sammelmappe in den endlosen Weiten der Blogosphäre. Eine feste Hand steuert nun wieder die Kommentare und die Einträge sind auch nicht mehr zeitgesteuert.
Ich habe drei anstrengende Schulungstage hinter mir und noch zwei aufregende Arbeitstage vor mir; mit einem Arbeitsanffall für den ich zwei Wochen Zeit benötigen würde, um ihn angemessen zu bewältigen. Im Augenblick überschlagen sich immer wieder die Ereignisse und nicht immer kann ich das lustig finden, wenn ich meine Flexibilität durch mehrfache Salto Mortale beweisen, immer die Ruhe bewahren und vor allem trotzdem noch alles im Überblick behalten soll.

Aber was soll’s: Frauen sind Multitaskingfähig heißt es. Also übe ich weiter: Salto Mortale und Reise-Administration.

Sonntags in der Mittagssonne

Sonntags in der Mittagssonne
mag ich durch das Grüne streifen
Ob die Pollen mich in Ruhe lassen?
Bin bepackt mit Medizin und Tüchern
Tropfen, Sprays sind meine Waffen

Sonntags in der Mittagssonne
mag ich durch das Grüne streifen.

(Zeit für ein Zevenaar.)

Jubiläum verpasst

Wieder ein Jubiläum verpasst. Wie so oft. Ist ja nicht schlimm, nicht mal wichtig. Der bestimmte Tag, die Zahl, die Anzahl ist nicht wichtig. Aber dennoch ist es manchmal schön, zurück zu blicken. Auf ein Jahr. Auf einen Zeitraum. Sich zu erinnern.

Ein Jahr twittere ich jetzt. Den Account habe ich mir schon früher zugelegt, aber ich bin am Anfang nicht richtig reingekommen. Aber dann auf einmal war es da: Das Twitter-Gefühl. Noch lieber wäre mir ja das identi.ca-Gefühl, aber da ziehen meine LieblingstwitterInnen leider nicht mit.

Ein Jahr und es macht richtig Spaß. Meinem Verhältnis zum Bloggen hat das Twittern nicht geschadet. Im Gegenteil: Ich fühle mich befruchtet. Mit Anregungen, spannenden Links und Alltagslyrik, so wie es Engl in ihrem Kommentar schrieb.

Verwandlung der Worte

Industrie hieß früher Fleiß
Bein war früher der Knochen
Gift hieß einst Gabe
List stand für Können und Wissen
gemein und ordinär für allgemein verbreitet

Nachhaltigkeit von Beschwerden

Ich beschwere mich nicht gern. Ich kritisiere auch nicht gerne und wenn ich kritisiere, dann bin ich oft sehr hart und unnachgibig. Meistens weil ich meinen Ärger schon eine Weile angesammelt habe und irgendwann sauer bin. Dann beschwere ich mich, oder boykottiere oder ignoriere. Am Liebsten ist mir, wenn ich strukturiertes Feedback geben kann. Beurteilungsbögen bei Seminaren, Feedback-Kärtchen in den Tagungshotel usw. da nehme ich mir viel Zeit und versuche so objektiv wie möglich, meine Meinung darzulegen. Mein Feedback fällt dann oft sehr gut aus. Ich bin niemand, der sagt, etwas ist gut, wenn es perfekt war. Lob ist so leicht für mich. Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann fällt mein Urteil aber auch schon mal sehr negativ aus. Die niedrigste Bewertung kann dann auch erfolgen.

Behinderte Menschen müssen sich andauernd über etwas beschweren. Entweder sie beschweren sich, oder sie müssen die schlimmsten Benachteiligungen in Kauf nehmen. Viele ziehen sich wahrscheinlich lieber zurück als dass sie hartnäckig um ihre Mobilität kämpfen. Wie gut ich das verstehen kann!

Christiane ist eine Frau, die sich immer wieder beschwert, sich durchsetzt und trotzdem auch lobt, wenn etwas gelungen ist. Sie schreibt, wie wichtig es für die anderen ist, wenn jemand voran geht. Wenn es sich mehrere teilen, die Fallstricke im Alltag wegzuräumen, dann braucht der Einzelne nicht alleine seine Kraft vergeuden.