In der Nacht die entscheidende Wende. Sie haben sich jetzt doch für die dezentrale Variante bei der Entwicklung der TracingApp entschieden. Das ist ein Anfang. Das ist ein Start.
Aber die Infektionszahlen müssten dringend weiter nach unten gedrückt werden. Wie soll das gehen, wenn es immer noch so viele sind, nachdem wir so lange drinnen waren.
Schnapszahl. 33 Tage und kein Land in Sicht. Es gibt unendliche viele Blickrichtungen, wenn du auf hoher See bist und kein Land in Sicht. Nur ein strahlendblauer Corona-Himmel.
Mein Herz wiegt schwer. Noch schwerer als sonst. Ursachen dafür gibt es gleich mehrere und die rotten sich zusammen und gedeihen exponentiell.
Mein Herz, das schwarze Loch unter den Organen. Es zieht das ganze Leid und den ganzen Schmerz in der Umgebung an und gebiert ein neues Universum.
Noch ein Jahr und ca. drei Monate, dann bin ich eine Risikoperson. Ich trage das Risiko in mir und wende es gegen dich.
Zahlen des Tages: 155.782 und 5.819 Tote, 42.500 aktive Fälle
Zuviel aktive Fälle, um sie nachzuvollziehen. Mit oder ohne App. Das sind immer noch zu viele aktive Fälle.
Zahlen des Tages: 153.584 und 5.577 Tote, sowie ca. 43.000 aktive Fälle
Und die falsche Entscheidung bzgl. der Kontaktverfolgungs-App. Alle empfehlen den dezentralen, europäischen Ansatz, aber die deutsche Regierung will unbedingt die zentrale Variante.
Wir brauchen die App dringend. Ganz dringend. Wir brauchen eine App, der möglichst viele Menschen vertrauen.
Sonst kommen wir auf absehbare Zeit nicht mehr aus unseren Häusern oder unseren Wohnungen heraus.
Ich bin die, die in den letzten Wochen nicht geweint hat. Mir geht es gut. All meine Tränen sind im Moment noch symbolischer Art. Ich fühle das Leid so stark, das so viele Menschen jetzt schon und noch mehr in der Zukunft bedrückt.
Es ist eine Tragödie, die sich abspielt, aber wir dürfen sie im Augenblick nicht Tragödie nennen. Es soll ja keine Panik geben. Aber dieses Rasiermesser, auf dem auf der einen Seite Normalität gespielt wird und auf der anderen, die soziale Katastrophe passiert, ist ziemlich scharf beim Überschreiten. Zumal wir so tun müssen, als gäbe es das nicht.
Ich glaube, Verstand, Gefühl und Seele haben es schwer diese Situation gemeinsam zu fassen.
Zahlen des Tages: 149.004 5.127, sowie ca. 50.000 aktive Fälle
Die Zahlen steigen jetzt schon wieder und dabei sind das erst die Nachwirkungen der Osterfeiertage. Die Opfer, der jetzt nach und nach eintretenden apokalyptischen Lockerungen, folgen erst noch.
Prost Mahlzeit allerseits!
Maskenpflicht in Hessen.
Ein bewegter Ostwind, der durch die Bäume fegt und alles austrocknet.
Das Licht am Ende des Tunnels kündigt den entgegenkommenden Zug an.
Zahlen des Tages: 148.024 und 4948, sowie ca. 53.000 aktive Fälle.
Lockerungsdiskussionsorgien. Wenn sich die Kanzlerin im Ton vergreift, dann sehr gepflegt. Nun muss sie an die Vernunft der Bürger:innen applieren, weil einzelne Landespolitiker:innen am Rad drehen.
Draußen windet es, es stürmt unter blauem Himmel und trocknet alles aus.
Dürre, Heuschrecken, radioaktive Wälder brennen, eine Pandemie rast durch die Kontinente. Langsam wird es gespenstig.
Ich mache mir trotzdem nicht mehr Sorgen als vor ein paar Wochen. Stagnation auf hohem Sorgen Niveau, aber ich komme besser mit meinen Sorgen klar.
Lebens-Lernerfahrung.
Zahlen des Tages: 146.398 und 4.706, sowie 52.000 aktive Fälle.
Das Leben der Navajo interessiert mich, seit ich in den 90ern die Hillerman-Krimis las. Eigentlich wäre ich auch gerne mal hingefahren, aber da beamen nicht ging und fliegen für mich nicht in Frage kam, blieb meine Neugierde frisch und scharf. Dann kam auch schon bald dieses Internet mit seinem speziellen Blick in die Welt. Seitdem sehe ich mir online die Webstühle an, die Wüste und die Schafe. Die alten Frauen tauschen ihre Teppiche für ein Bündel Feuerholz ein. Es gibt viele abgelegene Haushalte ohne Elektrizität und auch welche ohne Wasser.
Auf Netflix zeigt eine Doku wie junge männliche Schüler aus dem Reservat versuchen über den Sport raus aus der Armut zu kommen.
Jetzt zeigen die Navajo-Videos auf YouTube und TikTok wie man sich eine Maske macht, die nicht genäht werden muss. Aber wie man sich die Hände regelmäßig waschen soll, wenn das Wasser dafür nicht da ist, das wissen sie auch nicht.
Hab fast keine Lust etwas zum heutigen Tag aufzuschreiben. Obwohl ich mich gut gefühlt hatte. Vor mich hin getrödelt. Gelesen. Ich lese wieder.
Dann die Zahlen angeschaut. Wie kann man sich nur so in Sicherheit wiegen, wenn nach vier Wochen Kontakteinschränkungen 3.700 neue Fälle an einem Tag hinzukommen?
Ich weiß, Panik machen bringt nichts. Aber wenn die Menschen in einem brennenden Gebäude chillen, ist das auch irritierend. Mit jeder weiteren Infektion geben wir diesem Virus die Chance zu mutieren. Und dieses Virus wird mutieren. Die Frage ist nur wann. Da die Menschheit dem Virus so ein super Experimentierfeld bietet, wird es sich diese Chance nicht entgehen lassen. Das Virus wird dann gefährlicher werden.
Alles bekannt. Alles alte Hüte und trotzdem wird nicht so gehandelt, dass die Infektionsketten unterbrochen werden.
Nicht jetzt und schon gar nicht in zwei, drei oder vier Wochen.
Es wird ein Sommer bei 35 Grad auf dem Balkon werden. Für die, für die es gut ausgeht.
Die anderen betrauern ihre Kranken und Toten.
Zahlen des Tages: 142.872 und 4.426 Tote ca. 52.000 aktive Fälle.