Der Himmel klart auf. Rechtzeitig zur Wochenendstimmung. Hab tatsächlich diese erste vollumfängliche Arbeitswoche schon hinter mich gebracht. Es ist ruhig im Büro. Die Ferien sind noch nicht vorbei. Mir kommt die Ruhe entgegen. Der leere Büroflur fühlt sich an wie ein Schutzgebiet. Ein Schutzgebiet für gestresste Arbeit-Mimosen-Seelchen.
Nächste Woche geht es wieder rund. Dann stürze ich mich rein ins Getümmel.
„Ich interessiere mich sehr für die Zukunft, denn ich werde den Rest meines Lebens mit ihr verbringen.“ Milva
Bei mir ist es etwas anders. Ich interessiere mich sehr für die Vergangenheit, vorallem für die Erinnerungen, die ich in mir trage. Mit ihnen verbringe ich den Rest meines Lebens und weil ich so gierig bin, häufe ich immer weiter Erinnerungen an.
Das ist die richtige Strategie, denn Erinnerungen tendieren dazu in einen Strudel des Verschwindens zu geraten und dem gilt es entgegenzutreten. Mit einer Erinnerungswelle. Sie darf über das schwarze Loch des Verschwindens hinüberschwappen. Mit Kraft.
„Kaum jemand wirs sich dafür interessieren, das Neue vor schlechten Entscheidungen in Schutz zu nehmen, wenn nicht vorher gelegentlich erklärt wird, was an diesen Neuerungen überhaupt unterhaltsam oder nützlich sein soll.“
91. Wie heißt dein
Lieblingsbuch? Echt? Ein Lieblingsbuch?
Ich habe ganz viele Lieblingsbücher. „Stadt der Engel“ von Christa Wolf, „Das Alphabet der Frauen“ von Clara Pinto Correia, alle Tagebücher und Briefe von Virginia Woolf
oder von Franz Kafka, „In den Sibirischen Wäldern“ von Sylvain Tesson, „Die hellen Tage“ oder „Schlafen werden wir später“ von Zsuzsa Bánk
und noch viele mehr.
92. Mit wem
kommunizierst du am häufigsten
über
SMS? Mit der Packstation?
93. Was sagst du
häufiger:
Ja oder Nein? Eindeutig nein.
94. Gibt es Gerüchte über dich? Bisher sind mir noch keine zu Ohren
gekommen.
95. Was würdest du tun,
wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?
In den Tag hineinleben.
96. Kannst du
gut Auto fahren? Nein.
97. Ist es dir
wichtig, dass dich die anderen nett finden? Ja,
sehr. Aber nicht alle. In dieser Hinsicht bin ich wählerisch.
98. Was hättest du in
deinem Liebesleben gerne anders? Das
Schicksal hat es in dieser Hinsicht gut mit mir gemeint. Allerdings ist sein
Timing etwas schlecht. Aber das kann ich nicht gegeneinander aufrechnen.
99. Was
unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst? Essen gehen, mit Freundinnen reden.
100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstoßen? Wer hat bitte noch nie gegen ein Gesetz verstoßen? Ich nehme also an, auch ich habe schon gegen Gesetze verstoßen. Aber eine Heldinnen-Geschichte dazu gibt es nicht.
Die Fragen stammen ursprünglich aus dem Flow Magazin, und Beyhan hat daraus eine PDF-Datei erstellt.
Home nennt Adriene in diesem Jahr ihr 30 Tage Yoga Programm. Ich schleppe mich durch die Übungen, wie schon im letzten Jahr. Allerdings mit weniger Anstrengung der unschönen Art. Wenn es zu heftig wird, entspanne ich mich bis ich den Wiedereinstieg finde. Das wird schon, denke ich bei mir. Das wird schon.
Adriene ist ein Phänomen mit ihren Yoga-Videos. Locker und unaufdringlich zieht sie ihre Linie durch. Einmal las ich in einem Artikel über sie, dass der Autor ihre Videos zum Einschlafen anschaut. Nicht um Yoga machen, sondern um ihrer Stimme zu lauschen.
Mir wird heiß und kalt. Alle Glieder schmerzen. Es ist lange, lange her, dass mich eine Erkältung niederstreckte. Auch dieses Mal bin ich nicht sicher, ob es wirklich eine Erkältung ist.
Vielleicht ist mir das Neujahr mit aller Kraft in Körper und Geist gefahren. Hat von mir Besitz ergriffen. Mich in Panik geschüttelt.
Anmerkung:
Optimismus kann ich auch. Aber der ist im Moment und aus dieser Perspektive heraus nicht angebracht. Es wäre fahrlässig von mir, mir nicht einzugestehen, dass mich die Ernsthaftigkeit der Lage beängstigt.
Erst danach kann ich mich wieder auf die Geruhsamkeit und die Liebe einlassen. Was ich auch tun werde. Ganz bestimmt.