Silvester 2019

Da ist das große Unglück doch noch mal haarscharf an mir vorbei gelaufen. Hab also allen Grund mich beim Schicksal zu bedanken.

Draußen kracht und knallt es. Trocken ist die Luft und kalt. Die Raketen werden heute weit in den Himmel fliegen.

Und bunte Zauberlichter in den Himmel malen.

zwischen zwei Gesten
steht das Leben

sprüht Funken vor Glück

Letzter Bürotag

Zum letzten Mal in 2019 ins Büro und versucht den Überblick zu behalten. Nach Feierabend lange in den Himmel geschaut.

Fensterblick im November auf den Bornheimer Hang mit kahlen Bäumen

Journal29122019

Das Jahr stolpert sich aus. 2020 steht auf der Matte und wirkt arrogant durch seine Symmetrie. Wie ein Fake. Ein Fake Neujahr. Herausgeputzt und blendend.

Ich trau ihm nicht.

Nur ein Wort

Um die Fassade aufrecht zu erhalten, könnte ich jetzt Brücken bauen.

In Wahrheit geht es eher darum, die Luft anzuhalten.

Journal27122019

Dieses Jahr noch keinen einzigen Rückblick gesehen oder gelesen.

Früher war ich fasziniert von Jahresrückblicken. Persönliche oder die in den Medien. Ob Politik, Sport oder Klatsch und Tratsch – mich interessierten sie alle.

Heute starre ich wie gebannt auch die verbleibende Lebenszeit: Was will ich noch tun? Was will ich noch erreichen? Wird das Schicksal mir gnädig sein? Wann wird es mir das Herz aus meiner Brust rausreißen?

Werde ich stark sein? Dieses eine Mal im Leben, werde ich da stark sein?

Ich habe aus dem Vollem geschöpft. Hab im Glück gebadet. So lange Zeit.

Zieh die Eifersucht der Götter nicht auf dich!

Mach dich klein, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen.

Im Zwischenraum

Die Graugans eröffnet das Feespiel. Ein angemessenes Spektakel für die Raunächte. Mystisch und magisch.

Bin sehr gespannt.

Bedürftigkeit

„Bedürftigkeit ist ein menschlicher Normalzustand. Bedürftig zu sein bedeutet, dass Menschen andere Menschen brauchen. Wir brauchen die Zuwendung und Fürsorge anderer …“

Weihnachten steht für mich vor allem dafür: Den patriarchalen Dualismus von Abhängigkeit und Freiheit überwinden, Verwundbarkeiten achtsam anerkennen. Uns als Bedürftige erkennen und begegnen. Wechselseitige Sorge und strukturelle #CareRevolution pflegen.

Vía Michaela Moser aus dem ABC des Guten Lebens.

Alles anders als gedacht

Weihnachten allein zuhause. Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Vollkommen ironiefrei halte ich mich fest an diesem Spruch. An dieser Beschreibung.

Die Stille wird ein bisschen stiller werden. Die Ruhe wird unheimlich sein. Die Wünsche werden zum Himmel flehen.

Jetzt geht es um Routine. Eine neue Routine entwickeln. Mich festhalten und daran entlang hangeln.

Nicht zu viel erwarten. Als wäre das menschenmöglich.

Journal22122019

Fast unbemerkt und denkbar unauffällig begann der letzte Wechsel der Lebensjahreszeit. Der Übergang vom Spätherbst in den Winter verläuft unspektakulär, aber gnadenlos.

Ich genieße die letzten goldenen Tage und gehe von Tag zu Tag geiziger mit meiner Ressource Lebenszeit um.

Nur für mich.

Das wäre aktuell mein größter Lebenswunsch: Mich in den Mittelpunkt meines eigenen Lebens zu stellen.

Die Wunder von Little No Horse

Heute mit der Lektüre des Buches „Die Wunder von Little No Horse“ von Louise Erdrich begonnen.

Bin ganz verzaubert.

Sprachzauber. Figurenzauber. Erzählungszauber. Geschichtenzauber.

Mein Begeisterung ist angefacht.