An die Denkumenta vor fünf Jahren denke ich gerne zurück.
Obwohl – ich muss es dazu sagen – mir diese Art und Größe der Veranstaltung sehr zusetzt. Besser sind für mich entweder größere anonymere Veranstaltungen oder sehr kleine Veranstaltungen mit intensivem Austausch. Zum Glück habe ich aber endlich begriffen, dass ich mich nicht überfordern muss, nur weil mein Maßstab nicht der der anderen Menschen ist.
Der Himmel tobt und brüllt. Er lodert in faszinierenden Rottönen vor meinem Fenster. Heute steht Wetter auf dem Tagesplan. Heftiges Wetter.
Geschafft, denke ich beim Verlassen des Büros. Die Woche ist geschafft und die Verpflichtungen für die Feiertage sind überschaubar. Die ganze Welt könnte ich umarmen, so erleichtert bin ich.
Aber es ist wohl so: wir stecken ziemlich fest. Zu viel Regeln, zu viel Kontrolle, zu viel Vorgaben, zu viel Konformität.
Früh übt sich, wer das Regelwerk als Erwachsene intus haben will.
Meine Müdigkeitsskala ist nach oben offen. Weit offen. Auf meinem Tagesticker stehen neben den gewohnten Daten jetzt auch die des Blutdrucks. Seit Tagen schwanke ich. Innerlich. Die niedrigen Werte erklären einiges, das war es dann aber auch.
Alle Ratschläge habe ich mir selbst schon gegeben. Alle Ziel sind längst abgesteckt. Vielleicht hilft es einfach mit den Achseln zu zucken und das Wetter verantwortlich zu machen. Wetter geht immer.
Zur Ablenkung lese ich in Verena Lettmayers Buch über ihre Alpenüberquerung. Genau die Literatur, die ich mag. Es ist ein bisschen wie im Geiste mitlaufen. Vom Sofa aus. Denn meine 10.000 Schritte für heute, sind schon erreicht.
Kurz auf Spiegel Online gelesen. Von Polizisten, die sich dienstlich Telefonnummern von 13jährigen Mädchen erpressen und diese dann belästigen. Oder 15jährigen Mädchen belästigten, die wegen digitaler Gewalt und Mobbing Strafanzeige stellten. Weiter scrollen und lesen, dass in Japan alte Männer anordnen, dass Frauen ihre Gesundheit mit High Heels runieren müssen. Weil das besser angebracht erscheint oder so ähnlich.
Nur falls sich eine fragt, in welcher Welt wir leben. Immer noch und viel zu lange schon.
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Hab ich die Hitze schon erwähnt? Bin mir nicht ganz sicher, ob ich noch bei mir bin. Aber für morgen sind wohltuende, liebliche 20 Grad angesagt.
Jammern hilft manchmal. Wie so oft hat der Volksmund nicht recht. Überhaupt gibt es so viel Sprüche, die immer nur den Sinn hatten dafür zu sorgen, dass die Menschen sich unterordnen und weitermachen.
Augen zu und durch – sozusagen. Lügen haben kurze Beine, haha. Ehrlich währt am längsten, schön wäre es.
Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt und jammere laut, wenn mir danach ist.
Ich lasse mein Handtuch nicht aus den Augen und sehe zu, dass es immer gut gefaltet ist. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Das Handtuch locker über die Schultern tragen entspricht mehr dem Originalstyle. Aber die Zeiten ändern sich und Marie Condo hat es aus ihren Windeln geschafft und die Welt zusammengefaltet.
Wie sollte es da ein einziges Handtuch zu Lockerheit schaffen?