Am 12.
Heute Morgen an den #12von12 gedacht und mir mit dem Weg zum Büro ein bisschen mehr Zeit gelassen.
Es ist ein schöner Weg am frühen Morgen. Seht selbst.







Heute Morgen an den #12von12 gedacht und mir mit dem Weg zum Büro ein bisschen mehr Zeit gelassen.
Es ist ein schöner Weg am frühen Morgen. Seht selbst.







Es gelingt mir nicht den Hashtag Llanca zu muten. Jedes Mal, wenn ich die Fotos auf Instagram sehe, stolpert mein Herz ein klein wenig. Ich zucke zusammen und kann nicht richtig erklären, was in mir abläuft. Die Landschaft und das Meer sind so traumhaft schön, dass mir die Erinnerung schmerzt.
Du musst den Hashtag löschen, sage ich mir dann. Das kannst du nicht die ganze Saison ertragen, sage ich mir.
Aber dann meldet sich dieses leise Stimmchen in mir, das wispert: nur noch ein kleines bisschen, dann kannst du immer noch entsagen. Du kannst das noch ein Mini-Bisschen aushalten.
Ich nehme an, das fällt unter die wunderliche Seite des Alters. Plötzlich bist du in einen Ort verliebt.
Die Wehmut treibt merkwürdige Blüten.
An die Denkumenta vor fünf Jahren denke ich gerne zurück.
Obwohl – ich muss es dazu sagen – mir diese Art und Größe der Veranstaltung sehr zusetzt. Besser sind für mich entweder größere anonymere Veranstaltungen oder sehr kleine Veranstaltungen mit intensivem Austausch. Zum Glück habe ich aber endlich begriffen, dass ich mich nicht überfordern muss, nur weil mein Maßstab nicht der der anderen Menschen ist.
Spinnen mit der Handspindel werde ich auf der denkumenta in diesem Jahr als Workshop anbieten. Zum Mitmachen oder Zuschauen. Spinnen fasziniert mich mehr als andere Handarbeiten. Zu sehen, wie aus dem Wollvlies zuerst ein Faden, dann ein verzwirntes Garn und schließlich ein Gewebe entsteht, das hat schon was.

Der Himmel tobt und brüllt. Er lodert in faszinierenden Rottönen vor meinem Fenster. Heute steht Wetter auf dem Tagesplan. Heftiges Wetter.
Geschafft, denke ich beim Verlassen des Büros. Die Woche ist geschafft und die Verpflichtungen für die Feiertage sind überschaubar. Die ganze Welt könnte ich umarmen, so erleichtert bin ich.
Aber es ist wohl so: wir stecken ziemlich fest. Zu viel Regeln, zu viel Kontrolle, zu viel Vorgaben, zu viel Konformität.
Früh übt sich, wer das Regelwerk als Erwachsene intus haben will.

Meine Müdigkeitsskala ist nach oben offen. Weit offen. Auf meinem Tagesticker stehen neben den gewohnten Daten jetzt auch die des Blutdrucks. Seit Tagen schwanke ich. Innerlich. Die niedrigen Werte erklären einiges, das war es dann aber auch.
Alle Ratschläge habe ich mir selbst schon gegeben. Alle Ziel sind längst abgesteckt. Vielleicht hilft es einfach mit den Achseln zu zucken und das Wetter verantwortlich zu machen. Wetter geht immer.
Zur Ablenkung lese ich in Verena Lettmayers Buch über ihre Alpenüberquerung. Genau die Literatur, die ich mag. Es ist ein bisschen wie im Geiste mitlaufen. Vom Sofa aus. Denn meine 10.000 Schritte für heute, sind schon erreicht.

Kurz auf Spiegel Online gelesen. Von Polizisten, die sich dienstlich Telefonnummern von 13jährigen Mädchen erpressen und diese dann belästigen. Oder 15jährigen Mädchen belästigten, die wegen digitaler Gewalt und Mobbing Strafanzeige stellten. Weiter scrollen und lesen, dass in Japan alte Männer anordnen, dass Frauen ihre Gesundheit mit High Heels runieren müssen. Weil das besser angebracht erscheint oder so ähnlich.
Nur falls sich eine fragt, in welcher Welt wir leben. Immer noch und viel zu lange schon.
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Hab ich die Hitze schon erwähnt? Bin mir nicht ganz sicher, ob ich noch bei mir bin. Aber für morgen sind wohltuende, liebliche 20 Grad angesagt.
Der Tag fühlt sich gut an. Nur ein bisschen zu heiß. Die Müdigkeit hat sich tief in meine Seele gegraben. Aber alles wird gut.
Wird alles gut?
Eins, zwei, drei alles schnell vorbei.
Heute habe ich das schöne Wort „Schwellenzauber“ eingesammelt. Ihr könnt es gerne aufsammeln und weiter verbreiten.

Jammern hilft manchmal. Wie so oft hat der Volksmund nicht recht. Überhaupt gibt es so viel Sprüche, die immer nur den Sinn hatten dafür zu sorgen, dass die Menschen sich unterordnen und weitermachen.
Augen zu und durch – sozusagen. Lügen haben kurze Beine, haha. Ehrlich währt am längsten, schön wäre es.
Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt und jammere laut, wenn mir danach ist.
Zum Mitjammern sind alle herzlich eingeladen!