Lebensweise
mit beiden Händen
nach dem Leben greifen
auch wenn es immer
weiter durch die
Finger rieselt
mit beiden Händen
nach dem Leben greifen
auch wenn es immer
weiter durch die
Finger rieselt
Hier wird heute über die Verfassung abgestimmt. Untermalt von übersteuerter Plärmusik. Wir hören uns an, was die Menschen zu sagen haben und wissen sehr genau, dass wir nichts wissen.
Nachts träume ich Märchenträume, die Gans, die mich ins Land meiner Sehnsüchte trägt.
Alles wird gut, flüstere ich mir innerlich zu. Alles wird gut. Heute, morgen, immer da.
In der Kategorie der Fehlkäufe nimmt die Verwechslung von frittiertem Gebäck mit frittierter Schweinehaut einen Spitzenplatz ein.
Nicht zur Nachahmung empfohlen.

Reisen bildet. Reisen erdet. Reisen erweitert den Horizont.
Mag sein, dass das zutrifft. Mag aber auch sein, das es Wunschdenken ist, denn manche Menschen reisen mit geschlossenem Herzen durch Kontinente und andere sitzen zuhause und heißen die Welt willkommen.
Ich bin überwältigt von dem, was mir hier alles begegnet. Von einem Alltag, der so zäh und anstrengend ist. Jeder Tag eine neue Herausforderung, jede Entscheidung ein Schwergewicht.
Dieses Land lehrt mich ganz sprichwörtlich, wo meine Grenzen sind und was ich aushalten kann. Jedes Mal verortet es mich neu. Glücklich und dankbar bin ich, das erleben zu können.
Der Vollmond über dem Fluss als Geschenk obenauf.

„Wie kann das menschliche Handeln gleichzeitig zunehmend rationalisiert und emotional intensiviert worden sein?“
Wa(h)re Gefühle – Eva Illouz
Großartige Dokumentation auf Netflix. Sie zeigt die historischen Hintergründe der Serie Pose. Atem anhalten und anschauen.
Die Sonne geht über dem Bornheimer Hang auf. Blutrot am Horizont. Das Versprechen eines wunderschönen Tages.

Ein schwarzes Loch tut sich auf am Horizont. Mit ungeheurer Kraft zieht es mein Leben an. Noch stemme ich mich dagegen, aber um mich herum wird alles in den Strudel rein gezogen.
Naturgesetze, die zu akzeptieren sind.
Einmal gesagt und für immer verinnerlicht. Den größten Unsinn in mir verfestigt. Ein sozialer Klos im Hals und im Gedärm.
Es ist Zeit, sagen die Stimmen im Kopf. Es ist Zeit, dich neu zu schütteln. Komplett umzurühren.
Nur selten nützt es recht zu haben, wenn man miteinander auskommen muss.
Alte Weisheiten wieder ausgepackt. Ich bin eine große Rechthaberin. Nachdrücklich und eindrücklich. Aber dankenswerter Weise profitiere ich von einem Einsichts-Gen, leider eins mit Spätzünderantrieb.
Das Leben hat mich hinterrücks gepackt. Mich geschüttelt und vergessen um zurühren.
Ich danke.
Für alles was war.
Und ich hoffe, für das was kommt.