„Eine treue Frau“ von Jane Gardam stellt mich vor ein Problem. Es ist ein Buch, das ich gut finden wollte. Ich hatte schon viel über die Schriftstellerin gehört und immer nur Gutes. Große Namen wie Jane Austen, Emily Brontë und Charles Dickens fallen in den Rezensionen. Aber mich hat das Buch enttäuscht.
„Eine treue Frau“ ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit „Ein untadeliger Mann“ beginnt. Da es nicht als Fortsetzung, sondern als Perspektivwechsel angelegt ist – die Ehe wird hier aus Sicht der Frau beschrieben – habe ich gleich zu der Perspektive der Frau gegriffen.
Die Geschichte einer langen Ehe muss schon sehr gut erzählt werden, damit sie gute Literatur wird. Davon finde ich in diesem Text wenig. Die Sprache ist blass, die Figuren gewöhnungsbedürftig bis ärgerlich. Die Figur des kleinwüchsigen Anwalts Albert Loss durchgehend als unheimlichen, dämonischen Zwerg auftauchen zu lassen, ist übel. Zumal er für den Verlauf der Geschichte kaum von Bedeutung ist.
Mag sein, dass mich auch die Thematik der klassischen Dreiecksgeschichte in Verbindung mit dem melodramatischen Kinderbezug nicht anspricht.
claudia August 15th,2016
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Durch Snapchat verändert sich meine Sicht auf mich. Nur langsam lebe ich mich ein und schon sind andere dabei es zu verlassen und zu Instagram Stories zu wechseln.
Mir macht es immer noch großen Spaß auf Snapchat und langsam gewöhne ich mich daran, mich selbst zu betrachten.
Als introvertierte Frau konfrontiere ich mich nicht oft mit meinem äußeren Erscheinen. Ich bin so beschäftigt mit meinen Gedanken, mit Lesen, mit meinem Innenleben und muss meine mir verbleibende Aufmerksamkeitsspanne für das Äusserliche bei der Arbeit bis an den Anschlag belasten, dass für die Freizeit meine Priorität fast immer auf Intro eingestellt ist.
Mit snapchat ändert sich das ein bisschen. Vielleicht ist snapchat für mich das, was für andere PokemonGo ist?
Auf einem anderen Extro-Level, aber so ähnlich.
Womansart – ein wunderbares Blog über Werke von Künstlerinnen aus allen Kontinenten
Ich habe es über Twitter entdeckt. Es ist so faszinierend sich an purer Frauenkunst statt zusehen.
Früher war das Geld fleißig und hat für uns gearbeitet. Wisst ihr noch? Aber die Vokabeln in Zusammenhang mit dem Geld haben sich stark verändert.
Nicht die, die im persönlichen Umgang verwendet werden, sondern die in den Nachrichten.
Seit neuestem gilt ein anderes Wertesystem. Sparen heißt jetzt Geld horten. Geld muss jetzt geparkt werden, denn es ist seine Aufgabe zu fließen und wer parkt muss Parkgebühren – ach, was verschärfen wir das Vokabular doch gleich – muss Strafbebühren bezahlen.
In der Schule habe ich noch gelernt, dass der Unterschied zwischen einem demokratischen Land und einer Diktatur auch an seiner Nachrichtensprache zu erkennen sei. In der Freiheit kämen die Nachrichten wertfrei und sachlich daher. (Ja, so alt bin ich schon. In den 70er haben wir geglaubt die Erde wird schön.)
Zurück zum Geld. Die wertfreieste Sache überhaupt. Das Geld bereitet der schwäbischen Hausfrau langsam Schwierigkeiten, weil sie es dem Finanzminister nicht beibringen kann, dass so ein Staatshaushalt mit einer Schuldenbremse eine fatale Geschichte ist in schwierigen Zeiten.
Jetzt sieht sie sich auch noch mit Rufschädigung bedroht. Ihr ganzes Leben lang hält sie sich daran und versucht fleissig, ihr Geld für die Rente und die anderen komplizierteren Lebenszeiten beieinander zu halten und jetzt wird sie des Hortens bezichtigt und muss vielleicht die erste Strafgebühr ihres Lebens bezahlen.
Das wird schwer.
Und die Moral von der Geschichte ist: Folge deinen eigenen Werten.
Die musst du dann nicht so oft wechseln und wieder reinwaschen wie die aus Politik und Wirtschaft.
Über die Onleihe bin ich jetzt auch auf den Hörbuchgeschmack gekommen. Das erste Hörbuch, das ich mir auf diesem Weg auslieh, war Eisland.
Katharina Schüttler liest drei die Erzählungen „Eisland, Im Halbschatten meines Schädels und Tand“ aus dem Buch „Tand“ von Jenny Erpenbeck.
Es sind drei völlig unterschiedliche, düstere Geschichten. In „Eisland“ begegnen wir einer jungen Polin, die in einem heruntergekommen Hotel eine Unterkunft findet und in einer Fischfabrik arbeitet. Eine Geschichte, die um das Fremd sein und Fremd bleiben kreist.
„Im Halbschatten meines Schädels“ mutet an wie die Szenerie eines Thrillers. Erzählt wird aus der Sicht einer Frau, die Gefangene eines morbiden Ehepaares ist. Das Opfer nennt den sadistischen Mann ihren Geliebten und mir wird ganz kalt ums Herz.
Die dritte und letzte Geschichte beschreibt das Leben der Großmutter der Protagonistin. In Stücken, Fragmenten. Eine Geschichte über die Sprache und über Worte.
Ein Hörbuch für Menschen, die lyrische Erzählungen mögen.
Mike Rohde – Das Sketchnote Handbuch
Visuelle Notizen erstellen liegen im Trend. Um Notizen zu Vorträgen zu erstellen oder Ideen und Einfälle festzuhalten, sind Sketchnotes gut geeignet.
Ich habe mir das Sketchnote Handbuch angeschafft, um mir einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen und mir Anregungen zu holen, wie ich sie umsetzen könnte. Diese Anregungen finde ich hier ebenso wie die Vergewisserung, dass Sketchnotes keine Kunst sein müssen und trotzdem kreativ sein können.
Einen kleinen Übungsteil bietet das Handbuch auch an.
Verschweigen möchte ich nicht, dass es Geschmacksache ist, das ganze Handbuch im Sketchnote-Stil zu präsentieren. Auf mich wirkte es originell und -da ich vor allem auf der Suche nach Anregungen bin – auch überzeugend. Aber die Lesbarkeit leidet dadurch.
Die klassischen Layoutregeln haben durchaus ihre Berechtigung. Aber die wollen Sketchnotes auch nicht ersetzen.
Gestern war ich im Kino und habe mich verliebt. Verliebt in einen Film. Verliebt in eine Geschichte.
Ich mag die Filme von Pedro Almodovar schon immer. Ich mag seinen Humor, seine Sicht auf die Liebe, seine Frauenfiguren. Ich mag seine Filme. Juileta ist einer seiner poetischen Filme. Nicht überspannt rasant. Im Gegenteil. Es ist ein ganz ruhiger Film. Voller Schmerz und Schuld. Abschied und Trennung.
Der Film beruht auf drei Geschichten von Alice Munro, die durch eine vierte Geschichte miteinanderverwebt wird. Das ist kunstvoll gemacht.
Würde ich mir gleich noch einmal ansehen, so sehr trägt er mich.
claudia August 10th,2016
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Ich mache mir Sorgen. Ständig und überall. Genaugenommen bin ich die Urmutter aller besorgten Bürgerinnen und Bürger – nur dass ich es nicht gelten lasse, dass Sorgen dazu führen, dass Menschen bedroht, belästigt und genötigt werden. Das wäre dann ja eine rekursive Sorge: eine Sorge, die andere Sorgen erzeugt.
Zurück zum Anfang. Ich mache mir Sorgen. Über den Zustand der Welt, über Kriege und menschenverachtendes Verhalten. Ich mache mir Sorgen um das Wohlergehen der Menschheit im Allgemeinen und im Besonderen mache ich mir auch Sorgen.
Auch um Menschen, die ich gar nicht kenne.
Um Ed Snowden zum Beispiel in diesem Moment.
And the World remembers the face
Jedes Jahr wenn es August wird, heiß, Sommer, dann kommt die Erinnerung an das Schreckliche. An das Grauen.
An den kleinen Jungen. The Little Boy. So nannten sie die Bombe.
Der Jahrestag kommt und die Glocken läuten. In meinem Herzen beginnen sie manchmal früher zu läuten – und nie, nie, nie hab ich das Leid ermessen können.
Es ist an der Zeit, die Kriege und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu beenden!
Hiroshima (von Wishful Thinking)
There’s a shadow of a man at Hiroshima
where he’d pass the noon
in a wonderland at Hiroshima
’neath the August moon
And the world remembers his face
– remembers the place was here…
Fly metal bird to Hiroshima
and away your load
Speak the magic word to Hiroshima
let the sky explode
And the world remembers his name
– remembers the flame was here…
Hiroshima
And the world remembers his name
– remembers the flame was here…
Hiroshima…
(Hiroshima, Japanese city of three hundred
thousand people
Ceased to exist at 9: 15 on a Monday morning
While going about its business in the sunshine
of a hot summer day.
It vanished in a huge ball of fire and a cloud
of boiling smoke
Obliterated by the first atom bomb used in the
history of world war terror
Such is the electrifying report of the American
crew of the superforce who dropped the bomb
as a cataclysmic warning to the Japs to get out
of war or be destroyed.
Hiroshima, the whole crew agreed was blotted
out but a flash more brilliant than the sun)
claudia August 6th,2016
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