Die Mathematikerin Dr. Katharina Habermann ist neue Gender-Gastprofessorin
„Beiträge von Frauen zu den Wissenschaften und insbesondere zur Mathematik sind in der Geschichte immer noch unterrepräsentiert“, sagt die Privatdozentin Dr. Katharina Habermann, die als Gender-Gastprofessorin im Sommersemester an der Universität Bielefeld lehrt. In ihren Seminaren will die Mathematikerin vermitteln, wie Wissenschaftlerinnen bei Wikipedia angemessen präsentiert werden können. Ausgangspunkt ist eine systematische historische Annäherung über Quellen- und Literaturarbeit, Lexika und Enzyklopädien. Ihr öffentlicher Vortrag am 12. Juli lautet: „Frauen in Rot – der Gender Gap in der Wikipedia.“ Read the rest of this entry »
Ich bin wütend. Auf die stille Art. Ich knalle keine Türen zu und schreie nicht. Dazu fehlen mir die Worte.
Obwohl – schreien geht auch ohne Worte. Aber nein, ich schreie nicht.
Weiß nicht mal, ob ich Grund genug dazu hätte.
Was wäre ein angemessener Grund?
Die Wut tobt in meinem Gedärm und ich versuche es mit einer Verhandlungsstrategie: Es ist es nicht wert, so zu leiden. Sie sind es nicht wert, dass ich so leide.
Vergiß einfach was geschehen ist, setz dich in die Sonne und sei glücklich.
Eigentlich müsste ich seit fast fünf Jahrzehnten wissen, dass dieser Rat nichts taugt. Eigentlich.
Eigentlich weiß ich, dass er nichts taugt.
Und dennoch habe ich mir nicht mehr zu bieten. So viele Jahre, so viel Erfahrung, so wenig Gelassenheit.
Nichtsdestotrotz verhandle ich weiter mit meiner Wut. Sie ist es so gewöhnt und ich bin es so gewöhnt. Sie ist eine verwöhnte Göre, die sich einfach nicht zuschütten lassen will.
Sie steht aufrecht und lässt sich nicht kleinreden.
Vielleicht mag ich sie in der Zwischenzeit auch ein wenig. Obwohl sie mir so viel Ungemach bereitet.
Heute hat mir die Frisörin snapchat-Fotos ihres Kollegen gezeigt.
Eine Premiere in mehrerer Hinsicht. Außer der Registrierkasse war dieser Frisörsalon immer digitalfreie Zone. Klar, die Kundinnen bringen ihr Smartphone mit. Solche wie ich mit dem ebook-Reader wurden eher geduldet.
(Einmal wurde ich seufszend mit den Worten:
„Sie spricht auch. – Manchmal.“ an die Kollegin zur weiteren Bearbeitung übergeben.)
Aber die snapchat-Fotos musste ich mir unbedingt anschauen. So ein Überschwang.
Mir bleiben die Fragen:
Woher haben die nur die lustigen Filter? Bei mir erscheint nur langweiliger Kram.
Wie schafft ihr das nur mit den vielen Videos und der Datenrate?
Das geht doch so rasant in die Höhe.
Ich stehe immer noch vor der Pforte und versuche nach Kafka Manier einen Blick zu erhaschen.
Dass die Liebe so vielschichtig altert, hat dir niemand gesagt. Auch nicht, dass die Lebensweisheiten der Kindheit nur der Disziplinierung dienten. Außer dir dachte niemand, dass sie ein Körnchen Wahrheit enthalten konnten.
Aber dafür warst du die einzige, die in andere Welten hineinschauen konnte. Vom Himmel in die Hölle und hinter die sieben Berge bis zum Ende des Regenbogens.
Lug, Ton und Kip – Die Erforschung der Wicklows von Aleks Scholz
„Berichte über die Wicklows funktionieren nur, wenn man sie als Reportagen liest, die von Orten handeln, die man nie selbst besuchen würde.“ So schreibt Aleks Scholz in und über seinenText und so funktioniert der Text bei mir auch.
Seine moderne Alchemie mit der er nach eigenen Angaben Torf in Buchstaben verwandelt, verzaubert mich. Auf dem Sofa liegend bekomme ich plötzlich nasse Füsse und kreise durch die Heidepflanzen während die Schafe blöcken.
Es ist ein wunderbarer Text. Wort gewandt, lehrreich, Detail versessen und empfindsam.
Sehr poetisch und bodenständig zu gleich.
Der Trampelpfad ist das bessere Ziel.
Was auch sonst.
Auf instagram hab ich den #wasvomtageblieb für mich eingeführt. Ein Versuch den Tag festzuhalten. Ihn festzunageln. Nein, nein, ganz ohne Gewalt und falls er schreit, dann nur, weil er nicht versteht, wie gut ich es mit ihm meine.
Trampelpfade sind unterschätzt.
Heute einen Artikel gelesen, in dem die Autorin bedauert, dass auf Facebook die Privatheit fehlt. Wir haben sie uns abtrainieren lassen und sehnen uns doch so sehr nach ihr.
(Dieses undefinierte Wir frisst Menschen auf.)
Frühlings-Test-Video
Zweiter Test
claudia April 16th,2016
Fühlen,
Fotos,
Gedanken,
Leben | tags:
Frühling |
1 Comment
Snapchat ist ein Mysterium für mich. Ich verstehe es nicht, aber es fasziniert mich. Da ist so ein leichter Sog, den ich schwer benennen kann. Gleichzeitig habe ich das Gefühl des Menschens, der bei Kafka vor dem Tor steht und nie eingelassen wird. Allerdings gibt es bei Kafka den Torwächter, der das Einlassen verhindert.
Bei Snapchat gibt es keinen Torwächter und trotzdem kommst du nicht rein.
Das Tor steht offen – und trotzdem kommst du nicht rein.
Was eindeutig besser ist als in der Kafka-Geschichte: Du darfst einen Blick rein werfen.
Nur reinlinsen in meinem Fall, weil ich eindeutig zu wenig aktive Chapchatterinnen kenne.
Aber eine Sache habe ich jetzt doch gelernt über snapchat. Mit Snapchat nehmen sie mich mit in ihr Leben. Snapchat ist sehr, sehr nahe. Sehr persönlich. Selbst wenn es gar nicht um persönliche Inhalte geht.
Kein Wunder dass die Filter in Snapchat so beliebt sind.
Die Filter schaffen Distanz.
Wenn ihr einen Snapchat-Account habt: Bitte melden. Ich bin sofort bei euch.
Die innere und die äußere Uhr tragen einen unfairen Kampf mit mir aus.
Noch so eine Nebenwirkung des Alters: immer unwirscher reagiere ich auf Zeitmuster, die mir übergestülpt werden. Mein Freiraum misst sich eher in Stunden als in Quadratmetern.
Meine Zeit, meine Liebe, mein Leben.
Ich lese ein Buch in dem Frauen, Schokoriegel und Körpergeruch vorkommen. Männer auch, aber bisher kein Sex.
Ich lese in Serpentinen, in kreisenden Linien. Beginne vorne, arbeite mich hinten weiter, kehre nach vorne zurück, lasse mir den Anfang durch den Kopf gehen, auf diese Weise fehlt mir die Mitte. Wie im wirklichen Leben, könntest du anmerken. Das wäre gemein, aber auch wahr. Die Mitte wird überschätzt.
Zu viel Mitte hält niemand aus. Kein Mensch und keine Gesellschaft.
Platz soll sein, Raum auch ein bisschen. Für Inhalte, so höre ich ständig.
Je mehr das Wort Inhalt fällt, desto leerer wird die Welt.
Es hallt schon in meinen Ohren. Die Leere. Es muss wohl so sein, dass sich die Inhalte in der Mitte zu einem kleinen schwarzen Loch geballt haben. Irgendwo hier müssen sie sein. Sonst würden doch nicht alle davon reden.
Des Kaisers neue Kleider in der zeitgenössischen Variante.